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Pop und Kultur

Fabian Peltsch
Musikjournalist
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piqer: Fabian Peltsch
Donnerstag, 30.05.2019

"Rap-Hack"-Doku: Mit Streaming-Manipulation zur goldenen Schallplatte?

Der Verdacht, dass die deutschen Charts und Streaming-Portale wie Spotify manipuliert werden, bestand schon länger. Eine Doku vom öffentlich-rechtlichen Y-Kollektiv scheint nun den Beweis gebracht zu haben.

In einer 22-minütigen Investigativ-Doku interviewt deren Reporter/Kameramann Ilhan Coskun einen "Hacker", der behauptet, Streamingzahlen in großem Stil zu manipulieren, indem er mit rund 250.000 Fake-Accounts bestimmte Songs in Endlosschleife pusht. Für eine Bezahlung von 50.000 Euro käme ein neuer Künstler auf diese Weise schnell und einfach an eine Goldene Schallplatte und damit auch an satte Tantiemen. Das Honorar des Hackers, das meistens von deutschen Rappern beziehungsweise ihren Managern investiert werde, stamme dabei oft nicht aus sauberen Quellen. Das Wort "Geldwäsche" fällt. 

Nicht alles scheint stimmig in der Doku. Die Gründe des Informanten, zu sprechen, sind fadenscheinig, seine übertriebene Vermummung schreit nach Aufmerksamkeit. Auch das Experiment des Reporters, selbst auf diese Weise einen Nummer-Eins-Hit zu produzieren, verläuft im Sand. Trotzdem wird der Film besonders in HipHop-Kreisen seit zwei Tagen heiß diskutiert. "Ich habs Euch gesagt!!!!!!!" hat Rapper Fler unter das Video gepostet. Szene-Sprachrohr Hiphop.de unterstellt der Doku "bloße Behauptungen" und fehlende Szenekenntnis. Die Süddeutsche berichtet kulturpessimistisch, dass der Fall symptomatisch im Kleinen "die Abgründe des digitalen Überwachungskapitalismus" aufzeige.

Die im Film genannten Labels verweisen auf "professionellen Künstler-Aufbau". Spotify und YouTube haben bisher nichts Substantielles geantwortet. Die Kommentare unter dem Video zeigen aber immerhin, dass viele Hörer begriffen haben, dass sie auf austauschbare Stangenware reingefallen sind.

"Rap-Hack"-Doku: Mit Streaming-Manipulation zur goldenen Schallplatte?
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