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Pop und Kultur

Kampf zurück ins Leben: Interview mit Deutschrapper Dr. Knarf

Fabian Peltsch
Musikjournalist

Fabian Peltsch lebt und arbeitet in Peking und Berlin und schreibt regelmäßig für Rolling Stone, Musikexpress, Mint, Gründerszene, RADII, Fluter und die Berliner Morgenpost. Er interessiert sich vor allem für globale Popkultur-Perspektiven jenseits von World-Music-Klischees.

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Fabian PeltschMontag, 12.04.2021

Niko Brenner alias Dr. Knarf galt als Deutschrap-Hoffnung. Sein neuestes Album "Prometheus" stand kurz vor der Veröffentlichung. Doch dann machte ein schwerer Unfall im Februar 2017 seine Pläne zunichte. Bei dem Versuch, im Home-Studio hochkonzentriertes Cannabis-Extrakt herzustellen, explodierten mehrere Flaschen Butangas. Der damals 32-jährige sei "panisch, brennend und ohne Hände" auf die Strasse gerannt, zitierte damals der Kölner «Express» Augenzeugen. Die Wikipedia-Seite des an der Kölner Musikhochschule ausgebildeten Künstlers vermeldete zwischenzeitlich, er sei tot. Erst 2019 meldete sich der sichtlich vom Unfall gezeichnete Rapper mit einem Social-Media-Video zurück um ein "bisschen Klarheit ins Dunkel zu bringen". "Ich bin noch am Leben, die Hände sind noch dran", stellte er klar. Er habe die Explosion mit schwersten Verbrennungen überlebt, aber drei Monate im Koma gelegen. Während dieser Zeit habe er vier Schlaganfälle erlitten. Bei einer Kopf-OP mussten Teile des Schädelknochens entfernt werden. "Ich mache aber noch Mucke", sagte er vom Rollstuhl aus. "Es geht weiter auf jeden Fall."

Für Arte Tracks hat Dr. Knarf nun vier Jahre nach dem Unfall sein erstes Interview gegeben. Es sind 12 Minuten, die demütig machen. Man sieht sofort: Äußerlich ist der 1984 geborene Rapper, der vor seiner Musikkarriere Psychologie studierte, nicht mehr der Alte. Die Gesichtshaut ist teilweise transplantiert, der Gang unsicher, eine Körperhälfte gelähmt. Doch wenn er spricht, wirkt er eloquent und reflektiert: "Es ist der härteste Test, der größte Kampf meines Lebens. Ich habe großes Glück, dass mein Sprachzentrum nicht betroffen ist." 

Nach wie vor muss sich Brenner mit juristischen Konsequenzen auseinandersetzen. Zwei Verfahren sind gegen ihn anhängig, eines wegen fahrlässigen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und eines wegen Besitzes und Herstellung von Betäubungsmitteln. Durch den Unfall habe er aber nach 14 Jahren wieder Kontakt zu seinem Vater, sagt er. Das sei "eines der größten Geschenke". 

Am Ende bedankt sich Brenner für das Gespräch mit den Worten "Es war mir ein inneres Lachsbrötchen", was Niko vom Rap-Magazin Backspin, der das Interview führt, spontan zum Lachen bringt. Im Epilog fordert der Host die Zuschauer auf, Dr. Knarf Nachrichten zu schicken: "Sagt ihm, was ihr von seinem Lebensweg und seiner Geschichte mitnehmt. Vielleicht hilft es ihm und euch". Die Kommentare unter dem Video sind dann auch wirklich größtenteils positiv, menschlich und mutmachend. Häufigstes Wort: "Respekt". 

Kampf zurück ins Leben: Interview mit Deutschrapper Dr. Knarf

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