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Pop und Kultur

Ikone der Befreiung: Ein Nachruf auf Sophie Xeon

Fabian Peltsch
Musikjournalist

Fabian Peltsch lebt und arbeitet in Peking und Berlin und schreibt regelmäßig für Rolling Stone, Musikexpress, Mint, Gründerszene, RADII, Fluter und die Berliner Morgenpost. Er interessiert sich vor allem für globale Popkultur-Perspektiven jenseits von World-Music-Klischees.

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Fabian PeltschSonntag, 31.01.2021

Die einflussreiche Produzentin und Sängerin Sophie Xeon ist am Samstagmorgen bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen. Während viele Medien in eiligen Nachrufen nun vor allem von der "Madonna-Produzentin" sprechen, hat Jens Balzer, der ein großer Bewunderer von Sophies Kunst ist und sie seit Langem als eine der großen Innovatorinnen der elektronischen Pop-Musik feiert, einen bewegenden Nachruf für "Die Zeit" verfasst. 

Er schreibt:

Im Pop des vergangenen Jahrzehnts hat Sophie zu den prägenden Figuren gehört. Ihre Musik war befreiend, verwirrend, utopisch. Es schien in ihr keine Grenzen zu geben für die Erfindung neuer Klänge und Beats; In Sophies Kunst gab es keine Grenzen für die Erfindung neuer Identitäten. Sie war eine Person, die alle überkommenen Zuschreibungen des Männlichen und Weiblichen hinter sich gelassen hatte, von singulärer Schönheit und berührendem Glamour. 

Ihre Karriere begann die in Schottland geborene, nicht-binäre Künstlerin Anfang der Zehnerjahre, zunächst als DJ auf Hochzeiten, dann auch mit eigenen Kompositionen, die klangen, "als ob ein MDMA-beseelter Schlumpf seine romantische Liebe gesteht", wie Balzer schreibt. Zuerst wird das hippe Label PC Music auf ihre hypersynthetischen Tracks aufmerksam, wenig später auch Popstars wie Madonna und Charli XCX (bzw. deren Teams), die sich von der Produzentin zeitgeistige Tracks auf den Leib schneidern lassen. Mit ihren Alben "Product" aus dem Jahr 2015 und vor allem mit dem drei Jahre später folgenden "Oil of Every Pearl’s Un-Insides" trat Sophie, die bislang im Verborgenen gearbeitet hatte, aus dem Schatten und präsentierte sich und ihre musikalische Vision ungefiltert. 

Es ist noch nicht lange her, dass auch der Mainstream erkannte, dass Sophie Xeon das Zeug zur Ikone hat. 2019 wurde ihr Album für einen Grammy nominiert. Im gleichen Jahr nannte die Vogue sie und ihre*n Partner*in Tzef Montana in einem Porträt "The Future Of Queer Love". Zusammen lebten die beiden seit knapp zwei Jahren in Athen, wo Sophie nun verunglückte, nachdem sie nachts auf ein Dach gestiegen war, um den Vollmond besser sehen zu können. Sie wurde 34 Jahre alt. 

Sophie war erst ein Rätsel; dann wurde sie zu einem Menschen, der anderen Menschen Mut, Schönheit und Souveränität schenkte; zuletzt war sie ein Versprechen, denn in ihrer Kunst hatten sich plötzlich so viele Möglichkeiten eröffnet und so viele Wege in die Zukunft hinein. Brutal ist die Plötzlichkeit ihres Todes und das Wissen, dass Sophie diese Wege nun nicht mehr beschreiten wird. 
Ikone der Befreiung: Ein Nachruf auf Sophie Xeon
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