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Pop und Kultur

Eine neue Musikindustrie für das "Zeitalter der Angst"

Fabian Peltsch
Musikjournalist

Fabian Peltsch lebt und arbeitet in Peking und Berlin und schreibt regelmäßig für Rolling Stone, Musikexpress, Mint, China Table, RADII, Fluter und die Berliner Morgenpost. Er interessiert sich vor allem für globale Popkultur-Perspektiven jenseits von World-Music-Klischees.

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Fabian PeltschDienstag, 25.05.2021

Die Corona-Pandemie hat viele Menschen mental ans Limit gebracht. Therapieplätze wurden rar. Meditations- und Anti-Anxiety-Apps wie Calm, Headspace oder 7Mind sprangen in die Bresche und werden nun teilweise sogar von deutschen Krankenkassen bezahlt. Für die Anbieter rollt der Rubel wie nie, schreibt Quartz:

In the first 11 months of 2020, Calm brought in $99.4 million in revenue with a little over 28 million installs, according to estimates from Sensor Tower. Headspace, the second-biggest meditation app by revenue, generated an estimated $64.5 million on nearly 11 million installs.

Von dem Mindfulness-Boom profitiert auch die Musikindustrie. Denn viele der Apps haben stetig wachsende Streaming-Angebote mit beruhigenden, Seele streichelnden Klängen integriert. Mit bekannten Gesichtern wird die Nachfrage angekurbelt. So wurde John Legend von Headspace als „Chief Music Officer“ verpflichtet. Sam Smith nahm für Calm einen exklusiven Ambient-Remix seiner Single "How Do You Sleep" auf. Auch andere Stars wie Keith Urban und Ariana Grande oder Indie-Rocker wie St. Vincent und Sigur Ros haben den Apps Musik und Playlisten zur Verfügung gestellt. Praktisch ist dabei, dass die Musiker einzelne Tracks endlos ausdehnen können, statt zu kurzen Radio-Edits gezwungen zu sein. So hat Arcade Fire für Headspace ein 45 Minuten langes Stück mit dem schönen Titel „Memories of the Age of Anxiety“ aufgenommen. Der mit einem Emmy ausgezeichnete Komponist Chuck Wild alias Liquid Mind oder Moby veröffentlichten ganze Studio-Alben exklusiv über die Calm-App. Mit Myndstream existiert mittlerweile sogar eine Agentur, die bekannte und weniger bekannte Ambient-Musiker und Plattenfirmen mit der Wellness Economy kurzschließt. 

Die Meditations-Apps begreifen sich dabei immer mehr auch als Musik-Streaming-Plattformen, wie man an dem Webauftritt von Headspace gut sehen kann. Dort steht neben Entspannung vor allem der "Fokus" im Vordergrund, also Musik, mit der man sich besser auf Arbeit und Studium konzentrieren kann. Auch Spotify, Apple Music und andere etablierte Streaming-Plattformen bieten regelmäßig aktualisierte "Deep Focus" und "Peaceful Piano"-Playlists an. Der Übergang zwischen Spiritualität, Wellness und Selbstoptimierung ist fließend:

And though these apps really do help people feel better, there’s a risk that companies will rely on them as a way to anesthetize people to the stresses of work. Mindfulness training is no substitute for flexible hours or a realistic workload.





Eine neue Musikindustrie für das "Zeitalter der Angst"

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