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Reportagen und Interviews

Von allein zum Rassisten? Betroffene über Rostock und Hanau

Dmitrij Kapitelman
Lesen, Schreiben, Mirsachenmerken. Journalismus darf auch Spaß machen.
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Dmitrij KapitelmanMontag, 22.08.2022

30 Jahre ist der kollektiv bejubelte Naziterror in Rostock Lichtenhagen her. Als vor den Augen aller Versammelten Menschen aus Vietnam in ihrem Sonnenblumen-Plattenbau-Asylheim verbrannt werden sollten. Sie entkamen übers Dach. Die taz hat anlässlich des Jahrestags ein etwas ungewöhnliches und eben deshalb sehr gutes Doppelinterview geführt. Mit Wolfgang Richter, damals Ausländerbeauftragter der Stadt – auch er rettete sich in jener Nacht übers Dach. 

Und mit Serpil Temiz-Unvar,Mutter von  Ferhat Unvar, der am 19. Februar 2020 in Hanau von einem Rassisten erschossen wurde (mit ihm acht weitere Menschen). Wenn man so will, sprechen hier zwei Opfer-Generationen des kontinuierlichen deutschem Neo-Naziterrors. 

Sowohl Richter als auch Temiz-Unvar erzählen haarsträubendes. Richter beispielsweise, dass kurz vor der Eskalation, Lokal- und Regionalzeitungen angeheizt hätten, mit dem Titel: SONNTAG WIRD MIT DEN AUSLÄNDERN AUFGERÄUMT! Dass der Bürgermeister von Richter verlangte, Geld von den in einer Sporthalle umquartierten einzusammeln - die sollten sich nach der Flucht vor den Nazis im Quartier selbst versorgen. Und von Politikern, die sich absolut keiner Schuld bewusst sind. 

Temiz-Unvar berichtet, wie sie erst nach fünf Tagen überhaupt zu ihrem Sohn darf, dass keine einzige Behörde/Polizei sonst wer mit ihr sprach. Dass sie mit ihrer Stiftung, um ein weiteres Hanau zu verhindern, von der Stadt keine Unterstützung erfährt, Politiker nur mal kurz zum Fototermin kommen, die Leute keine Gedenkstelle so mitten in der Stadt haben wollen.

Da kommt noch viel mehr Unfassbares, sodass man schreien will, Deutschland, Staat und Gesellschaft haben einen Scheiß gelernt. Einen räudigen naziverharmlosenden Scheiß. Aber sowohl Richter als auch Temiz-Unvar beschreiben in diesem Gespräch durchaus Progress. Und äußern sogar Hoffnung.


Von allein zum Rassisten? Betroffene über Rostock und Hanau

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Kommentare 1
  1. Cornelia Gliem
    Cornelia Gliem · vor einem Monat

    "bechreiben Progress" - was heißt das bitte?

    unabhängig davon: ja. wir haben anscheinend nichts gelernt.
    Allerdings war Rostock-Lichtenhagen schon extremer weil totales Polizei- und Politikversagen plus Politik-Polizei-Verweigerung und -Beihilfe dazukam. und eine ganze Stadt plus 'Gewalttouristen' Täter war.
    (ja extremer obwohl vor 30 Jahren gottseidank niemand starb im Gegensatz zu Hanau Halle etc.).

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