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Reportagen und Interviews

Der Kampf der Seda Başay-Yıldız gegen den NSU 2.0

Dmitrij Kapitelman
Lesen, Schreiben, Mirsachenmerken. Journalismus darf auch Spaß machen.
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Dmitrij KapitelmanSamstag, 27.03.2021

In diesem Stück über eine Anwältin aus Marburg, Seda Başay-Yıldız, steckt so unglaublich viel. Über diesen deutschen Staat, seinen Unwillen, die gesellschaftlichen Leistungen und die Treue seiner Minderheiten anzuerkennen, seinen Unwillen, alle Leben gleichermaßen zu beschützen und  Rechtsterrorismus zu bekämpfen.

Yildiz vertrat Hinterbliebene der NSU-Opfer. Fünf Jahre lang, nur unterbrochen von der Geburt ihrer Tochter. Letztlich hat sie mit Abdulkerim Şimşek, dem Sohn des getöteten Blumenhändlers, das Schlusswort verfasst. Drei Wochen nach Prozessende erhielt sie Briefe, in denen ihrer Tochter der Tod angedroht wird, sie schließen mit "Heil Hitler" und sind gezeichnet mit NSU 2.0.

Und Yildiz erhält sie immer noch. Jahre später. Trotz aller angeblichen Hochdruckermittlungen. Was sie hingegen nicht erhielt, war polizeilicher Schutz. Die Adresse für den Drohbrief wurde aus einem Frankfurter Polizeicomputer abgerufen! Sie solle sich halt vielleicht eine Pistole besorgen, sagte der Staatsschutz. So gefährdet sei sie auch wieder nicht. Oder 110 wählen, wenn was ist. 110, die Nummer, zu der in Hanau niemand durchkam. Eine der bitteren Ironien dieses bitteren Textes, wie Autorin Annette Ramelsberger mit einem Zitat der Hanau-Hinterbliebenen herausstellt:

"Wenn Walter Lübcke die 110 gerufen hätte und nicht durchgekommen wäre, dann wäre der Innenminister zurückgetreten. Aber uns antwortet der Minister nicht mal auf unsere Fragen."

Ramelsberger spürt nach, wie Yildiz mit dieser unfassbaren psychischen Belastung umgeht. Begleitet sie, befragt sie immer wieder danach, was ihr die Kraft gibt, weiterzukämpfen. 

"Wie rechtfertige ich das, wenn jemandem aus der Familie etwas passiert? Soll ich dann sagen, dass der Rechtsstaat das wert ist?" 

Zeichnet ein wenig Sozialisation und Kindheit von Yildiz nach, die mit 13 Jahren erfolgreiche Beschwerdebriefe schrieb, weil ihr türkische Mutter keine Autoversicherung bekam. Und natürlich inspiziert Ramelsberger auch die dürftigen Ermittlungserfolge. 

Ein ganz wichtiger, ein wütend machender Text.

Der Kampf der Seda Başay-Yıldız gegen den NSU 2.0
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