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Zeit und Geschichte

Dirk Liesemer
Autor und Reporter
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piqer: Dirk Liesemer
Sonntag, 27.12.2020

Wie Erdoğan die alte Größe der Türkei beschwört

Je schlechter es der türkischen Wirtschaft geht, desto nationalistischer tritt Recep Tayyip Erdoğan auf. Schon seit Jahren verlangt er eine Revision der Grenzen und würde sich am liebsten einige griechische Inseln sowie Gebiete in Syrien, dem Irak und in Georgien einverleiben – zu sehen etwa auf einer Karte, die der Türkei-Experte der Washington Post im Jahr 2016 getwittert hat.

Erst dieser Tage rechtfertigte Erdoğan seine territorialen Gelüste mit dem Verweis auf den Vertrag, den hierzulande nur historisch Interessierte kennen: den Friedensvertrag von Sèvres im Jahr 1919. Damals wurde das Osmanische Reich von den Siegermächten des Ersten Weltkrieges zerschlagen.

Der deutsch-türkische Historiker Rasim Marz erklärt in diesem Text, warum nach dem Abschluss des Vertrages von Sèvres ein Opfermythos entstand, der bis heute immer wieder von hohen türkischen Politikern bedient wird – und das, obwohl die in Sèvres diktierten Friedensbedingungen bereits 1924 aufgehoben wurden.

Für meinen Geschmack ist der Text etwas nah an den Ereignissen entlang erzählt. Unklar bleibt, warum Erdoğan den Opfermythos schürt und was er genau will. Und nicht erwähnt wird, wie sehr sich die Türkei bis heute weigert, den Völkermord an den Armeniern anzuerkennen. Trotzdem ist es ein lesenswertes Stück.

Wer lieber was hören will: Gerd Brendel hat sich für den Deutschlandfunk bereits vor einigen Monaten mit dem Thema befasst.

Wie Erdoğan die alte Größe der Türkei beschwört

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Kommentare 1
  1. Achim Engelberg
    Achim Engelberg · vor einem Monat

    Ein erhellender Piq. Mir gefällt besonders der Beitrag im Deutschlandfunk.

    Allerdings weiß ich nicht, ob Erdogan einen Plan verfolgt oder einfach der Hybris erlegen ist. Wer alle drei strategischen Optionen der Türkei zieht, der muss das Land überdehnen.

    Zur weiteren Lektüre empfehle ich:
    https://www.berenberg-...

    Darin schreibt Perry Anderson:
    "Die unerbittliche Weigerung des türkischen Staates, die Tatsache des Massenmordes an den Armeniern auf seinem Territorium anzuerkennen ist weder anachronistisch noch irrational, sie ist vielmehr eine aktuelle Verteidigung der eigenen Legitimität. Denn der ersten
    großen ethnischen Säuberung, die Anatolien homogen muslimisch werden ließ, wenn auch noch nicht homogen türkisch, folgten kleinere Reinigungen des Staatskörpers, im Namen desselben integralen Nationalismus, und die dauern bis auf den heutigen Tag fort."

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