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Zeit und Geschichte

US-Geschichte: Warum manche schwarze Sklaven Deutsch sprachen

Dirk Liesemer
Autor und Reporter
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Dirk LiesemerSonntag, 18.04.2021

Leider nur ein kurzer, aber doch sehr spannender Radiobeitrag, der gleich zu Beginn an eine Szene aus Quentin Tarantinos "Django Unchained" erinnert: an jene schwarze Skavin namens Brunhilde, die verblüffenderweise die deutsche Sprache versteht. Was man für einen merkwürdigen Witz innerhalb eines fiktionalen Filmes halten konnte, hat jedoch einen historischen Hintergrund.

Auch wenn in diesen Radiobeitag keine Zahlen genannt werden, gab es wohl nicht nur einzelne deutsch sprechende Afroamerikaner. Ich möchte hier an dieser Stelle nicht zu viel verraten, weil der Beitrag ja ohnehin kurz ist, aber ein Zitat will ich herausstreichen. So sagt der amerikanische Geschichtsprofessor Walter Kamphoefner von der Texas A&M University:

"Es stimmt nicht, dass viele Deutsche Sklaven besaßen, die waren eher dagegen abgeneigt. Manche behaupten, das war nur wegen der Armut. Ich habe das in Bezug zu den Besitzverhältnissen untersucht, und bei jeder Besitzklasse waren Deutsche viel weniger geneigt, Sklaven zu besitzen als Angloamerikaner, sondern auch als die aus den Nordstaaten, selbst irische Einwanderer, also Deutsche waren hintendran."

Grund sei gewesen, dass Deutsche selbst erst vor Ausbeutung aus ihrer Heimat geflohen seien. Und sie beanspruchten das Gut der Freiheit daher nicht nur für sich selbst. Sprich: Es gab also auch Unterschiede zwischen den Europäern und dabei spielten Herkunft und jeweilige Lebenserfahrungen eine Rolle.

US-Geschichte: Warum manche schwarze Sklaven Deutsch sprachen

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Kommentare 4
  1. Achim Engelberg
    Achim Engelberg · vor 18 Tagen

    Danke, guter Beitrag.

    Etliche Deutsche kämpften bei den amerikanischen Freiheitsbestrebungen mit. Nach Steuben, der im Unabhängigkeitskrieg agierte, ist die Demonstration der deutschstämmigen in New York genannt. (Als ich sie mal eher zufällig sah, war sie sehr kitschig.)

    Auf diesen Traditionen fußt auch der Brief von Karl Marx an Abraham Lincoln, in dem es um den "beispiellosen Kampf für die Erlösung einer geknechteten Race und für die Umgestaltung der sozialen Welt".
    http://www.mlwerke.de/...

    1. Dirk Liesemer
      Dirk Liesemer · vor 18 Tagen

      Lustig, Marx schrieb tatsächlich "Race". Wie man das Wort damals wohl ausgesprochen hat?

    2. Achim Engelberg
      Achim Engelberg · vor 17 Tagen

      @Dirk Liesemer Wahrscheinlich wie heute.

      Marx schrieb den Brief nach 15 Jahren im Londoner Exil in Englisch und übersetzte ihn für die deutschen Mitstreiter.

      Vielleicht kannte er gar keinen anderen Begriff. Denn in der klassischen Philosophie, die er aufheben und überwinden wollte, gibt es auch "race".

      Kant: "Die Menschheit ist in ihrer größten Vollkommenheit in der ‚race‘ der Weißen."

      Kant übernahm hier Überlegungen der französischen Aufklärung, die "race" mit dem Klima verband.

      Das ist falsch, aber was unsere "selbstgerechten Lifestyle-Linken" da hineinlesen, ist oooch falsch.

    3. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor 16 Tagen

      @Dirk Liesemer Marx konnte sehr übel wüten, etwa über den ‚jüdische(n) Nigger‘ Lassalle usw. usw.
      https://duepublico2.un...

      Würde mich nicht wundern, wenn einige "Linke" auch ihren Ahnherren entsorgen. So komplexes Denken ist eh nicht mehr gefragt.

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