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Migrationsforscherin Sandra Kostner plädiert für Identitätsfreiheit

Dirk Liesemer
Autor und Reporter
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Dirk LiesemerSonntag, 14.03.2021

Derzeit erscheinen unzählige Beiträge zur Identitätspolitik. Einige sind auch etwas schräg. Jüngst erklärte ein Autor sogar die Debatte um Einfamilienhäuser zur Identitätspolitik. Sicher kann eine Wohnung identitätsstiftend sein, aber solche Beiträge führen arg weit vom Thema weg. Etwas verwunderlich finde ich, wie sehr meiner Wahrnehmung nach vor allem Journalistinnen und Journalisten identitätspolitische Forderungen unterstützen. Aus diesem Grund piqe ich hier drei kritische Beiträge.

Schon ein paar Tage alt, aber immer noch lesenswert ist ein sehr langer Gastbeitrag des Linken-Politikers Ralf Krämer im Freitag. Er schreibt unter anderem:

Überhaupt wird im jüngeren (und mittelalten akademischen, vom „cultural turn“ der Geistes- und Sozialwissenschaften, Poststrukturalismus und Postmoderne beeinflussten) linken Milieu die Bedeutung von Diskursen und Symbolpolitik gegenüber materiellen sozialen Verhältnissen und unmittelbaren Erfahrungen notorisch überschätzt.

Eine andere Kritik äußern Konservative und Liberale, jüngst sprach die FDP-Politikerin Linda Teutenberg mit dem Historiker Andreas Rödder, der Mitglied der CDU ist. Rödder kritisiert nicht nur die Cancel Culture, für die er konkrete Beispiele nennt, er lehnt auch den Vorrang von Gleichstellung gegenüber Gleichberechtigung ab sowie von Diversität gegenüber Pluralität. Gleichwohl sagt er: Einzelne identitätspolitische Forderungen können berechtigt sein.

Noch ein Wort zur Cancel Culture, deren Existenz zuweilen bezweifelt wird: Ich denke, es handelt sich dabei um eine sehr alte Kulturtechnik, die es in sehr vielen Formen gibt. Man muss nur mal an Galileo Galilei denken, der von der Kirche gezwungen wurde, seine ketzerischen Theorien zu widerrufen. Oder an die Klage vor allem linker Wissenschaftler über Zitationskartelle.

Gepiqd habe ich einen Beitrag der Migrationsforscherin Sandra Kostner, in dem die Debatte noch einmal von einer ganz anderen Seite aus betrachtet wird. Darin geht es um die Frage, wie sich soziale Integration und kulturelle Identitätsbedürfnisse in Einklang bringen lassen. Sie macht sich für Identitätsfreiheit stark. Ihre Argumentation läuft darauf hinaus, dass staatliche Integrationspolitik keine politisierten Kollektividentitäten fördern sollte, weil dies vorhandene Konflikte vertiefe. Vielmehr brauche es eine Kultur, in der Menschen ihre Identität frei wählen können. 

Migrationsforscherin Sandra Kostner plädiert für Identitätsfreiheit

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Kommentare 2
  1. Theresa Bäuerlein
    Theresa Bäuerlein · vor 15 Tagen

    Fantastisch einfach klarer Absatz: „Dieser Teil der Linken (nachfolgend Identitätslinke genannt) hat sich zum Ziel gesetzt, Gerechtigkeit für die von den Rechten abgewerteten Identitätsgruppen, allen voran ethnische, kulturelle und religiöse Minderheiten, herzustellen. Das Problem daran ist, dass sie starr auf die Merkmale fixiert sind, die auch Rechte heranziehen, um die Bevorzugung oder Benachteiligung von Menschen zu rechtfertigen. Identitätslinke entlassen Menschen deshalb nicht aus den von den Rechten erbauten Identitätsgefängnissen, sondern richten – um im Bild zu bleiben – lediglich die Zellen neu ein.“

  2. Cornelia Gliem
    Cornelia Gliem · vor einem Monat

    schwieriges Thema. Aber ehrlich: unter Gallileo-Märtyrer-Vergleiche ging es wohl nicht?
    ja: "junge Linke" betonen symbolische Diskriminierung und vernachlässigen zt die materiellen Benachteiligungen. Aber so formuliert als "notorisch überschätzt" - hier wird die enorme Bedeutung von Symbolen und Sprache stark unterschätzt...
    und Pluralität gibt es erst wenn gleichberechtigt diverse Identitäten wahrgenommen und erkannt wird. ..

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