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Feminismen

Autorin Esther Vilar: "Bin Feministin, aber auch Maskulinistin"

Dirk Liesemer
Autor und Reporter
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Dirk LiesemerDienstag, 11.01.2022

Manchmal lege ich Stücke in meinem Entwurfsordner ab, um ihnen dabei zuzuschauen, wie sie altern. Viele haben sich nach ein paar Wochen von alleine erledigt. Andere setzen nach Monaten eine Patina an. Bei diesem Interview von Michael Angele im Freitag ist das etwas anders. Auch ein Jahr nach seiner Veröffentlichung kann man es noch immer gut lesen: Es ist ein Gespräch mit der Ärztin und Schriftstellerin Esther Vilar, der es Mitte der 1970er-Jahre gelungen ist, mit einem Erstlingswerk in Deutschland und Europa berühmt zu werden. Oder berüchtigt, je nach Perspektive.

Der Name des Buches: Der dressierte Mann. Dessen Kernaussage: Nicht Männer sind die Unterdrücker, sondern die Frauen. Einzelne Passagen kann man hier nachlesen; sie sind, wohlwollend und neutral ausgedrückt, unterhaltsam. Im Interview berichtet sie von der Wut feministischer Gruppen, von Polizeischutz bei Lesungen und davon, wie sie einmal von vier Frauen in der Bayrischen Staatsbibliothek verprügelt wurde. Gut, kann man denken, ist doch alles lange her. Allerdings wird ihr Buch bis heute nachgedruckt und – wie Angele beobachtete – sogar von jungen Leuten gelesen.

Und ist sie nun eine eindeutige Anti-Feministin? Lassen wir sie hier selbst mit zwei aktuellen Forderungen zu Wort kommen:

Es fehlen noch zwei Dinge. Erstens: Interessierte Frauen bekommen erleichterten Zugang zu Karrieren im Erwerbsleben, die bisher den Männern vorbehalten sind. Und zweitens: Die allgemeine Arbeitszeit wird für beide Geschlechter erheblich gekürzt. Fünf oder sechs Stunden für jeden, da würden wir mit uns reden lassen. Das würden wir dann zwar weiterhin den Sieg des Feminismus nennen, doch eigentlich wäre es ein Sieg der Männer, die so endlich ein wenig Zeit zum Leben hätten, nicht mehr allein das Geld verdienen müssten und ihre Kinder kennenlernen dürften. Kurz, der „dressierte Mann“ wäre verschwunden. Vielleicht werden die Frauen ihre Männer dann sogar wirklich zu lieben beginnen!

Über sich selbst sagt sie:

Ich denke schon, dass ich eine Feministin bin. Aber auch eine Maskulinistin. Beides. Und das habe ich erst nach und nach entdeckt. Und ich bin so was von stolz, wenn eine Frau etwas Tolles macht!

Manches, was sie sagte und auch was sie heute sagt, ist irritierend bis verstörend, aber eine große Reaktionärin ist sie ebenfalls nicht, sonst wäre sie nicht im Beirat der Giodano Bruno Stiftung. So ganz leicht zu fassen, ist diese Frau nicht. Und übersehen sollte man auch nicht, dass einst so manche feministische Kampagne überzogen oder gar offen militant war wie man sich das heute nicht mehr vorstellen kann: Man denke etwa an den Anschlag auf die Bundesärztekammer am 28. April 1977. Vielleicht sollte man Esther Vilar vor allem als eine historische Figur betrachten, die einst eine Position formulierte, mit der sie die Frauenbewegung noch mehr aus der Deckung brachte.

Autorin Esther Vilar: "Bin Feministin, aber auch Maskulinistin"

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Kommentare 1
  1. Cornelia Gliem
    Cornelia Gliem · vor 2 Tagen

    historisch, okay :- ) . problematisch sehe ich eher dass heutzutage (!) solch eine Buch solche Aussagen von den nun wirklich militanten 'Männerrechtlern' - Incels etc. - ausgenutzt würde...

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