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Klima und Wandel

"Warum wir Suppe auf das Van-Gogh-Gemälde geworfen haben"

Daniela Becker
Autorin

"Wie kann die Klimakrise gelöst werden?" ist die Frage, die mich am meisten beschäftigt. Ich bin Mitglied von RiffReporter, einem Autorenkollektiv und einer Genossenschaft für freien Journalismus.

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Daniela BeckerMittwoch, 19.10.2022

Zwei Mitglieder der britischen Klimaschutz-Protestgruppe „Stop Oil“ haben kürzlich Tomatensuppe auf ein Gemälde von van Gogh geworfen. Das Gemälde war durch eine Glasscheibe geschützt, was die Protestierenden nach eigenen Angaben wussten. Der Aufschrei und die Empörung waren dennoch groß: Wie können diese Banausen unwiederbringliche Kunst gefährden, mit solchen Aktionen werden Menschen abgeschreckt, sich selbst für Klimaschutz einzusetzen etc. Ähnliche Reaktionen gab es in den (sozialen) Medien rund um den Globus.

Dazu möchte ich auf zwei Videos aufmerksam machen. Zum einen ein Video, in dem sich eine der beiden Protestierenden erklärt

Sie sagt: Mir ist klar, dass die Aktion lächerlich wirkt. Das ist sie ja auch. Wir versuchen aber nicht zu gefallen oder sagen, alle sollen jetzt Bilder bewerfen. Wir versuchen, die Debatte auf den notwendigen Klimaschutz zu bringen und die wichtigen Fragen zu diskutieren, wie etwa:

„Is it ok, that fossil fuels are 30 times more subsidized than renewables?”

Zum anderen möchte ich dieses Interview des britischen Journalisten Owen Jones empfehlen, der sich die Zeit genommen hat, ein Mitglied von Extinction Rebellion zu den Hintergründen und der Strategie zu befragen.

Die ziemliche wenig subtile Botschaft der Aktivistin lautet: „Wenn euch die mutmaßliche Zerstörung eines einzigen Gemäldes so aufregt, warum nicht die Zerstörung des Planeten und das Massensterben von Tieren und Pflanzen?

Die Gruppe betrachtet die Aktion alleine aufgrund der massiven Reichweite, die sie erzielt hat, als Erfolg. Sie sagt, wenn nur bereits zehn Prozent der Menschen, die sich den Clip ansehen oder davon hören, auch die Info aufnehmen, dass die Regierung um Liz Truss plant, 100 neue Lizenzen zur Exploration von Öl- und Gasfeldern in der Nordsee zu vergeben, hat es sich gelohnt.

Zum anderen bezweifelt sie, dass Menschen, die sich bislang für Klimaschutz eingesetzt haben, sich von einer solchen Aktion nun abschrecken lassen. Weshalb sollten sie? Und die anderen, die sich bislang einfach nur zurücklehnen und kommentieren? Die sind ja das Problem.

An sie gerichtet stellt sie die Frage: Was wären denn bessere Protestformen, die etwas bewirken würden? Von Demos, Plakaten bis hin zur Besetzung von fossiler Infrastruktur haben sie nämlich schon alles ausprobiert. Alles friedlich, übrigens. Aktivist:innen sitzen für derartig friedliche Aktionen im Gefängnis.

Wer also bessere Ideen hat, so ihr Appell: Einfach loslegen. 

Ich rate, das ganze Interview anzusehen. Besonders die Stelle, an der sie emotional wird, lässt mich gut verstehen, was diese Menschen antreibt.

"Warum wir Suppe auf das Van-Gogh-Gemälde geworfen haben"

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Kommentare 1
  1. Cornelia Gliem
    Cornelia Gliem · vor einem Monat

    ich habe mich auch fast schon instinktiv aufgeregt, gerade bei diesem herrlichen Gemälde. und weil es den falschen Leuten leider Argumente liefert von wegen Ökoterroristen.
    Aber ja: wenn mich die potentielle Beschädigung eines - zudem teuren - Gemäldes so aufregt etc... stimmt schon.
    Nur dass hier die Zerstörung konkret und direkt ist und zudem in einem einzigen absichtlichen Akt vorgeht...

    und nein, leider stand bei allen bisherigen Artikeln dazu nichts von den neuen Ölbohrungen in der Nordsee... was aber wohl eher Problem der Medien sein dürfte.

    Ja wahrscheinlich wird niemand abgeschreckt sich selbst aktiv zu beteiligen - aber doch die öffentliche Meinung negativ beeinflusst! Genau die die man doch braucht um was zu verändern.

    Hätte FFF so viel erreicht, (=und das haben sie durchaus) wenn sie Steine auf Autos geschmissen hätten? Wohl kaum.

    Kurz danach gab es eine Aktion auf der Automesse gegen teure Autos gerichtet: das macht mehr Sinn - und triggert nicht den Bildungsbürger und streichelt sogar ein wenig den "Neid"-Bürger, der sich diese teuren Karren sowieso nicht (mehr) leisten kann...

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