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Klima und Wandel

Unerwartet freigesetztes Methan beunruhigt Klimawissenschaftler

Daniela Becker
Umweltwissenschaftlerin und Journalistin

"Wie kann die Klimakrise gelöst werden?" ist die Frage, die mich beruflich am meisten beschäftigt. Ich bin Mitglied von RiffReporter, einem Autorenkollektiv und einer Genossenschaft für freien Journalismus.

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Daniela BeckerDienstag, 03.08.2021

Ich würde in dieser Rubrik wirklich gerne mal positive Nachrichten einstellen, aber es gibt halt keine. Im Gegenteil: Die Lage entwickelt sich von schlimm zu schlimmer.

Satellitendaten zeigten nach der Hitzewelle im vergangenen Jahr einen ungewöhnlichen Anstieg des Klimagases Methan in Sibirien. Methan ist ein sehr starkes Treibhausgas, dessen Erhitzungspotenzial um ein Vielfaches höher ist als das von Kohlendioxid.

Ein Forschungsteam um Nikolaus Froitzheim von der Universität Bonn ist nun zu dem Ergebnis gekommen, dass die abnormal lange Hitzewelle in Sibirien offenbar dazu geführt hat, dass aus Permafrostböden größere Mengen Methan freigesetzt wurden. 

Die entsprechende Studie wurde am Montag im Fachjournal „PNAS“ publiziert. Die Studie betrachtet so genanntes „thermogenes Methan“, das in tiefen Gesteinsschichten durch chemische Umwandlung von Biomasse bei hohem Druck und Temperaturen über dem Gefrierpunkt entsteht. Bislang lag das Hauptaugenmerk der Forschung auf Methan, dass beim Auftauen der Böden durch Zersetzung von pflanzlichen und tierischen Überresten in den Permafrostböden selbst entsteht, Methan-Quellen aus Gesteinsschichten wurde kaum beachtet.

Es gibt bei der Studie noch zahlreiche offene Fragen.

Um den Effekt der Hitzewelle 2020 zu belegen, müsste es unabhängige Kontrollzeiträume geben, zum Beispiel vor 2020, sagte Grosse dem Science Media Center (SMC). Diese würden allerdings fehlen. Zudem sei keine Modellierung der Auswirkungen der Hitzewelle auf den Permafrost beziehungsweise das Gestein vorgenommen worden.

Ob die Hitzewelle in wenigen Wochen so tief in den Untergrund eingedrungen ist, um Hydrate zu destabilisieren, könne durch Modelle geklärt werden. „In der Studie aber wird spekuliert“, bemängelt Grosse. So stelle sich auch die Frage, warum die höchsten Emissionen erst im April 2021 gemessen wurden. „Dies sind nicht erklärte Messdaten, wie die Autoren auch selbst sagen.“

Sollten sich die Ergebnisse der Studie allerdings bestätigen, wäre dies dramatisch. Denn dieses Methan, dass potenziell in die Atmosphäre entlassen werden könnte, käme noch auf die ohnehin prognostizierten, bei fortwährendem Klimawandel zu erwartenden langfristigen, über Jahrhunderte währenden Freisetzung von Kohlendoxid und Methan aus den auftauenden Permafrostböden.

Während dessen schmilzt das Grönländischer Eisschild nach Angaben dänischer Wissenschaftler derzeit bereits "massiv" ab: Seit Ende Juli schmölzen täglich rund acht Milliarden Tonnen Eis, hieß es  auf der Webseite "Polar Portal", auf der mehrere dänische Forschungseinrichtungen über ihre Arbeit berichten. Das sei das Doppelte des üblichen Wertes im Sommer.

Der Eisschild, das als eines der Kipppunkte im Klimasystem bewertet wird, gilt stellenweise bereits als gefährlich instabil, ein Abschmelzen womöglich bald nicht mehr aufzuhalten, warnen Forscher

Die Lage ist also besorgniserregend und die Emissionen steigen weiter. Deswegen haben mehr als zehntausend Wissenschaftler aus rund 150 Ländern gemeinsam erneut einen weltweiten "Klima-Notfall" erklärt und sofortige Maßnahmen gefordert.  Diese Veränderungen seien dringlicher denn je, um das Leben auf der Erde zu schützen, heißt es in einem im Fachjournal "BioScience" veröffentlichten Artikel. Ein ähnlicher Aufruf wurde bereits vor zwei Jahren veröffentlich.

Aber besorgte Klimawissenschaftler sind offenbar nur ein Schulterzucken wert.



Unerwartet freigesetztes Methan beunruhigt Klimawissenschaftler

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