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Klima und Wandel

Staudamm-Projekt in Lesotho: Fluch oder Segen?

Daniela Becker
Umweltwissenschaftlerin und Journalistin

"Wie kann die Klimakrise gelöst werden?" ist die Frage, die mich beruflich am meisten beschäftigt. Ich bin Mitglied von RiffReporter, einem Autorenkollektiv und einer Genossenschaft für freien Journalismus.

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Daniela BeckerSamstag, 28.08.2021

Das Königreich Lesotho, ein Land mit nur zwei Millionen Einwohnern, das zu den „am wenigsten entwickelten Ländern“ gehört, exportiert Wasser nach Südafrika. Der Bau eines Staudamms hat das Leben der Einheimischen massiv verändert.

Früher seien sie Subsistenzbauern gewesen, erzählt Molapo. „Wir haben genug angebaut, um unsere Familien zu ernähren.“ Sie dreht sich um und deutet in Richtung Staudamm: „Dort waren früher die Weidegründe für unser Vieh und unsere Maisfelder. Dort wuchsen wilde Gemüsesorten sowie Arznei-Pflanzen für unsere traditionelle Medizin.“ Doch diese alten Zeiten sind buchstäblich untergegangen.

Das Tal mit dem von Bäumen gesäumten Malibamat’so Fluss wurde geflutet. Er speist einen der wichtigsten Flüsse der Region, der als Senqu River in Lesotho entspringt, als Orange River durch Südafrika, Teile Botswanas und Namibias fließt und nach rund 2200 Kilometern an der Grenze zu Namibia in den Atlantik mündet.

Südafrika zahlt Wassergebühren, sogenannte Water Royalties. Lesotho hat dadurch allein im vergangenen Jahr rund 58 Millionen Euro eingenommen. Durch das Projekt wurde der Zwergstaat außerdem in die Lage versetzt, Strom aus Wasserkraft zu generieren und die Straßen-Infrastruktur auszubauen.

Allerdings leiden nun die Bewohner*innen Lesothos unter Trinkwasser-Mangel. Der Zustand von Lesothos Feuchtgebieten ist beunruhigend.

Nach einer Kurve taucht ein riesiges Rechteck aus nebeneinanderliegenden Steinen auf. Es wirkt wie ein Mahnmal. „Das war früher mal ein Feuchtgebiet“, sagt Mothusi Seqhee während er vorbeifährt. Es musste dem Straßenbau weichen. Und das obwohl auch die Lesotho Highlands Development Authority betont, Umweltprogramme seien ein integraler Teil der zweiten Projektphase, dazu gehöre auch der Schutz der Feuchtgebiete.

Die Klimakrise kann das Problem weiter verschärfen.

Der lesenswerte und fantastisch bebilderte Text zeigt die schwierige Lage eines Landes im Triangel zwischen Entwicklungspolitik, Korruption und fortschreitender Klimakrise – und stellt dabei die Menschen in den Mittelpunkt, die von den Auswirkungen betroffen sind. 

Transparenzhinweis: Ich bin wie die Autorin Mitglied von Riffreporter.de

Staudamm-Projekt in Lesotho: Fluch oder Segen?

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Kommentare 1
  1. Silvio Andrae
    Silvio Andrae · vor 20 Tagen

    Danke für den Hinweis auf den Text. Ergänzend möchte ich auf den Maloti-Drakensberg in der Region Lesotho hinweisen. Es ist ein grenzüberschreitender Gebirgszug, der sowohl für lokale als auch für weit entfernte Gemeinschaften Ökosystemdienstleistungen erbringt. Die Berge fungieren als "Wasserturm", der Wasser auffängt, speichert und filtert, mehr als 12 Millionen Menschen mit Wasser und Südafrikas industrielles Kernland in der Provinz Gauteng mit Energie versorgt. Weideland und Ackerland bieten vielen Landbewohnern eine Lebensgrundlage, doch die Bodenerosion, die größtenteils auf Überweidung zurückzuführen ist, bedroht diese Lebensgrundlagen ebenso wie die Wasserversorgung flussabwärts. Unterschiedliche Wertvorstellungen über die Landnutzung zwischen Naturschützern, lokalen Landwirten und privaten Tourismusunternehmen führen zu Konflikten, insbesondere in einem Gebiet mit großer Armut und Ungleichheit. Die Wechselbeziehung zwischen den verschiedenen Interessengruppen und ihrer Bergwelt stellt ein komplexes System dar, denn sie hängen in unterschiedlichem Maße von den Ökosystemdienstleistungen ab. Gleichzeitig bildet ein Trend zur Verschlechterung der Ökosysteme negative Rückkopplungsschleifen, bei denen immer weniger produktives Land intensiver genutzt wird, ohne dass die Produktion steigt. Darüber hinaus reagiert die Bergwelt besonders empfindlich auf die Auswirkungen des globalen Klimawandels.
    Was in dieser "Gemengelage" entwicklungspolitisch unbedingt gefragt ist: die Überwachung und Kartierung des Zustands der Ökosysteme und der Bereitstellung von Ökosystemdienstleistungen in Verbindung mit der Überwachung von Veränderungen des soziokulturellen Wohlbefindens; die Untersuchung der Faktoren, die zu einer Überweidung führen; die Bewertung der Tragfähigkeit der Ökosysteme in Bezug auf die Zahl der Tiere, aber auch der Touristen oder eine quantitative Analyse der Ökosystemdienstleistungen, einschließlich der Erforschung der Kausalität und der Interaktion zwischen der Degradation mehrerer Ökosystemdienstleistungen.

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