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Ideen und Lösungen

Daniela Becker
Umweltwissenschaftlerin und Journalistin
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piqer: Daniela Becker
Dienstag, 10.12.2019

Kostenlos Elektro-Autos im Dorf leihen

Im ländlichen Raum leben ohne eigenes Auto? Unmöglich, heißt es oft.

Einige Gemeinden in Rheinland-Pfalz testen nun, ob das vielleicht doch funktionieren kann, wenn man alternative, kostengünstige Angebote schafft.

Seit einigen Tagen können Bürger*innen in acht Hunsrück-Kommunen ohne großen Aufwand und kostenfrei Elektro-Autos ausleihen. Das Car-Sharingangebot soll den Busverkehr im Hunsrück ergänzen, und es soll eine Möglichkeit sein für Menschen ohne eigenes Auto unterwegs zu sein - etwa für Einkaufsfahrten in den nächsten Supermarkt, den Transport von sperrigen Gegenständen oder einen Ausflug mit Freunden.

Die E-Dorfautos stehen jeweils zwölf Monate lang in einer Gemeinde an einer Ladesäule, dann kommen sie ins nächste Dorf. Geladen wird mit Ökostrom, der aus den Photovoltaik-Anlagen auf den Gemeindedächern stammt. Vor Ort gibt es "Kümmerer", die etwa für Sauberkeit zuständig sind und die notwendigen Schlüsselkarten an die Bürger herausgeben. Über den Projektverlauf sollen Bürger*innen in 24 Gemeinden die E-Autos ausprobiert haben dürfen. Das Pilotprojekt soll drei Jahre lang laufen, dann wird es ausgewertet.

Nach Angaben des Landrats übernimmt der Kreis die jährliche Leasingrate von 7.000 Euro pro Fahrzeug. Die Hoffnung sei, dass schon nach dem ersten Jahr die ersten Hunsrück-Dörfer sich selbst so ein E-Auto zur gemeinsamen Nutzung anschaffen. Das Projekt ist ein Baustein in Sachen Energiewende und Klimaschutz im Hunsrück.

Kostenlos Elektro-Autos im Dorf leihen
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Kommentare 21
  1. Andreas P.
    Andreas P. · vor 8 Monaten

    Die interessanteste Information ist: "übernimmt der Kreis die jährliche Leasingrate von 7.000 Euro pro Fahrzeug".

    Wenn man bei Renault auf der Homepage nachsieht (https://renault-retail...), kostet ein entsprechendes konventionelles Fahrzeug EUR 2124 pro Jahr und man bekommt noch einen großen Weber Grill dazu. Das Elektroauto ist also schlappe 230% teurer als ein normales Auto!

    Aber ist ja nur Geld der Steuerzahler. Die Geschichte ist ein perfektes Beispiel, warum man den Staat eigentlich gar nichts machen lassen darf. Und ja, es handelt sich um einen perfekten Baustein für die Energiewende: Man gebe drei mal soviel Geld als notwendig.

    1. Daniela Becker
      Daniela Becker · vor 8 Monaten · bearbeitet vor 8 Monaten

      E-Autos sind klimafreundlicher, stoßen deutlich weniger gefährlich Schadstoffe aus, sind leiser und deutlich wartungsärmer als Benziner und Diesel. Bürger*innen, die sonst vielleicht kein Auto zur Verfügung haben, dürfen kostenlos damit fahren, es wird versucht, sinnlosen Verkehr durch gemeinschaftliche Nutzung zu reduzieren, der günstige Strom kommt von den gemeindeeigenen PV-Anlagen (ansonsten müsste man Diesel oder Benzin tanken). Das zählt alles nichts?

    2. Andreas P.
      Andreas P. · vor 8 Monaten

      @Daniela Becker Der Strom aus der gemeindeeigenen PV ist zu Vollkosten gerechnet sicher nicht günstiger als Benzin oder Diesel, sondern, für die Allgemeinheit nach Kosten und Subventionen um ein Vielfaches teurer. Das macht den Vergleich wohl nicht besser, sondern schärft den Unsinn nach.

      Mein Punkt ist: Wenn Sie der Meinung sind, sie wollen ökonomisch vollständig sinnlos, aus Liebhaberei ein Elektroauto leasen, machen Sie das gerne als Privatvergnügen. Nicht aber der Staat mit meinem Geld.

    3. Daniela Becker
      Daniela Becker · vor 8 Monaten

      @Andreas P. Wir werden dann ja sehen, was die Kommunen und Bürger*innen nach den drei Jahren Projektlaufzeit dazu meinen.

    4. Andreas P.
      Andreas P. · vor 8 Monaten

      @Daniela Becker Wahrscheinlich nicht. Ein Scheitern würde der SWR nicht berichten und wenn es irgendwo stünde, würden Sie es nicht piqn.

      PS: Es handelt sich ökonomisch zu diesen Preisen um einen rechnungshofwürdigen Schildbürgerstreich. Schade das Journalisten nicht rechnen können, sonst wäre das keine "gute Nachricht fürs Klima", sondern ein Skandal.

    5. Daniela Becker
      Daniela Becker · vor 8 Monaten

      @Andreas P. Schade, dass Sie da so ein negatives Bild haben. Zum einen ist mein persönlicher Eindruck, dass sich Journalist*innen allzuoft sehr gern auf "Gescheitertes" stürzen. Und zum anderen gibt es aus dem Projekt sicher so oder so interessantes zu berichten. Kann ja durchaus sein, dass das Angebot nicht angenommen wird, es tatsächlich zu teuer ist etc. Aber dazu muss man es halt erstmal ausprobieren. Ich finde das gut, ich fände es schön, wenn es so ein Angebot auch bei mir gäbe.

    6. Andreas P.
      Andreas P. · vor 8 Monaten

      @Daniela Becker Kaufen Sie sich doch einen Tesla probieren es im finanziellen Selbstversuch aus.

    7. Daniela Becker
      Daniela Becker · vor 8 Monaten

      @Andreas P. Ich bin Car-Sharer. (Und Tesla bin ich auch schon gefahren.) Darum geht es doch nicht. Es geht darum, auf dem Land mehr individuelle Mobilität anzubieten ohne mehr PKW im Privatbesitz zu haben. Wie sieht da ihr Lösungsvorschlag aus?

    8. Andreas P.
      Andreas P. · vor 8 Monaten

      @Daniela Becker Ich bin Anti-Car Sharer und habe derzeit sieben Autos. Diesen Zustand kann ich sehr empfehlen.

    9. Daniela Becker
      Daniela Becker · vor 8 Monaten

      @Andreas P. Und bei rund 60 Millionen erwachsenen Einwohnern mal sieben Autos sehen Sie vielleicht nicht doch ein klitzekleines Problem auf Deutschland zurollen?

    10. Andreas P.
      Andreas P. · vor 8 Monaten

      @Daniela Becker Meine sieben sind für zwei erwachsene und es wird meistens nur eins bewegt, ganz selten mal zwei gleichzeitig. Keines davon parkt auf der Straße.
      Viel relevanter wäre der Gedanke welcher Verkehrsträger wirklich effizient Menschen befördert. Dazu hat Herr Metzger geschrieben. Wenn ich mich richtig erinnere führt der dieselbus mit Innenstadt Auslassung vor einem Kleinwagen mit mindestens zwei Leuten. Auf dem Land ist es wohl das Auto. Wenn man sich dieser Frage nicht mit berechenbaren Konzepten, sondern mit narrativen und Gefühlen nähert, kommt meistens leider strahlender Unsinn heraus, wie bei den kostenlosen e-autos.

    11. Gabriele Feile
      Gabriele Feile · vor 8 Monaten · bearbeitet vor 8 Monaten

      @Andreas P. Das finde ich sehr interessant. Schon lange will ich wissen, wie sich 7 Autos effektiv rentieren, also wenn man die tatsächliche Nutzungsdauer und -intensität (unter Berücksichtigung aller nicht besetzter Sitzplätze und nicht genutzem Stauraum) ins Verhältnis zur Anschaffung, allen laufenden Kosten, dem Wertverlust, zum Platzbedarf, den Emissionen, dem Ressourcenverbrauch samt Arbeitskraft für Herstellung, Wartung, Reparatur etc. setzt? Haben Sie diese Berechnung parat und könnten sie mir zur Verfügung stellen, gerne als Excel-Datei? Oder gibt's 'ne App dafür? Vielen Dank im Voraus.

    12. Andreas P.
      Andreas P. · vor 8 Monaten

      @Gabriele Feile Die Grundregeln sind sehr einfach:
      1. Genug Geld verdienen, damit die Kosten einem völlig egal sind.
      2. Teure, spritfressende, seltene Autos in deren 5-Besitzer Zuhälter Phase kaufen. Dann wenige tausend Kilometer oder auch nur einige hundert im Jahr fahren bis sich Sammler interessieren. Wertverlust gibt es dann nicht mehr.
      3. Krisen beim Einkauf nutzen: aus USA in der Finanzkrise, aus Thessaloniki in der Griechenlandkrise, aus Italien wenn eine linke Regierung anfängt Steuerzahlungen mit den Ausgaben zu verproben.
      4. Selbst schrauben oder zumindest verstehen, was eine Werkstatt tut.
      5. Genug Geld verdienen, damit die Kosten einem völlig egal sind.

      PS: Der Wert meiner Autos ist in den letzten 5 Jahren NACH allen Kosten für Wartung, Garagen, Versicherung, Sprit um ca. 8% pro Jahr gestiegen. Das ist einschließlich der Familienkutsche gerechnet, dem einzigen meiner Autos, das noch Wert verliert im Verhältnis zu meinem Einkaufspreis.

      Fazit: 15 Autos hätten sich noch mehr rentiert als 7, wären mir aber zu stressig, schon bei 7 muss man mit ca. 2 pro Jahr also gefühlt ständig zum TÜV.

    13. Gabriele Feile
      Gabriele Feile · vor 8 Monaten

      @Andreas P. Schade, wir haben uns missverstanden.

    14. Andreas P.
      Andreas P. · vor 8 Monaten · bearbeitet vor 8 Monaten

      @Gabriele Feile Hätte Ich jetzt über den Platz und die Ressourcen rumjammern sollen? Sorry, das ware nicht ehrlich gewesen. Und falsch. Mein ältester ist bj 1978 und wird auch in 40 jahren noch fahren, wenn der kangoo aus dem dorfprojekt mit auslaufender batterie irgendwo vor sich hinrostet

    15. Maximilian Rosch
      Maximilian Rosch · vor 8 Monaten

      @Andreas P. Hallo Andreas,
      ich finde kritisches Hinterfragen super, negatives Spekulieren weckt in mir hingegen immer den Wunsch mit konkreten Fakten und Zahlen zu argumentieren.
      Ich habe mich also mit dem Projektverantwortlichen in Verbindung gesetzt und konnte Folgendes in Erfahrung bringen:

      In den 7000 € sind "auch die Vollkasko und Teilkaskoversicherung für Selbstfahrer-Mietfahrzeuge (Carsharing), das Vollservice-Paket, das Carsharing-System (Hard- und Software inkl. ganzjährige Betriebsführung), die Fahrzeugbeklebung und die KFZ-Steuer enthalten". Außerdem kann ich dir diese beiden Informationspakete weiterleiten, einmal konkret zum Konzept des Elektro-Dorfautos: https://www.tsb-energi...
      Und hier zum Pendeln mit E-Fahrzeugen: https://www.energieage...

      Ich hatte noch keine Gelegenheit mir alles im Detail anzuschauen, aber finde es durchaus interessant, vielleicht geht es dir ja genauso. Ich hoffe so können ein paar offene Fragen geklärt werden.

    16. Andreas P.
      Andreas P. · vor 8 Monaten

      @Maximilian Rosch Ich finde das Thema nicht wichtig genug, die Kalkulationen nachzurechnen. Nur zwei Hinweise:
      1. Bereits die Tatsache, dass eine Gemeinde etwas least, statt es zu kaufen ist ein ökonomischer Skandal. Die Gemeinde finanziert sich im Zweifel mit EURIBOR flat und muss über die Leasingrate neben AFA und Gewinn des Vermieters und Steuern darauf dessen Refinanzierungskosten von ca. 5% decken.
      2. Zu Vollkosten wäre ein kostenloser Diesel für die Gemeinde deutlich billiger als ein Elektroauto. Da helfen auch die eigen Solarpanels nichts, wenn das Ding nachts lädt. Gemäß § 93 GemO Rheinland Pfalz muss die Gemeinde den "Haushaltsplan [...] nach den Grundsätzen der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit aufzustellen und auszuführen." Das hier ist nichts, was ein Journalist feiern sollte, sondern nahe an einer Veruntreuung von öffentlichen Mitteln.
      Es ist auch nicht kostenlos, wie die Überschrift des piq, sondern kostet Steuerzahler statt Nutzer und das auch noch viel mehr als es müsste.

    17. Felix TheC
      Felix TheC · vor 8 Monaten

      @Andreas P. Ich finde deine Meinung hierzu sehr einseitig. Es geht bei Ausgaben des Staates ja nicht darum die günstigste Lösung zu finden, sondern nach einer Kosten/Nutzung Rechnung eben um eine sinnvolle Lösung. Da die Elektromobilität eben nicht rein kostentechnisch betrachtet wird sondern es hierbei auch um sekundäre Effekte (CO2 Emissionen; Lautstärke; Vorführen von Technologie; etc.) geht, halte ich es persönlich für eine sinnvolle Ausgabe. Als Steuerzahler zahle ich dies sehr gerne und sehe den Sinn dahinter. Aber wenn du damit nicht einverstanden bist, solltest du den Bund der Steuerzahler (oder ähnliche Institute) einschalten. Die freuen sich bestimmt...

    18. Hansi Trab
      Hansi Trab · vor 8 Monaten · bearbeitet vor 8 Monaten

      @Andreas P. "Ich finde das Thema nicht wichtig genug, die Kalkulationen nachzurechnen"

      Ganz großes Kino! Erst Klappe aufreißen und dann Desinteresse heucheln wenn man vor Fakten gestellt wird...

    19. Andreas P.
      Andreas P. · vor 8 Monaten

      @Hansi Trab Klappe aufreißen? Wenn es hier nicht homogen genug ist und und es persönlich beleidigend wird, empfehle ich die blaue Pille zu nehmen und den nächsten extinction rebellion onboarding workshop aufzusuchen, da widerspricht sicher niemand das das eine ganz tolle Idee ist und auch kostenlos, wenn es der staat zahlt und man kein Taschengeld verschwenden muss.

    20. Hansi Trab
      Hansi Trab · vor 8 Monaten · bearbeitet vor 8 Monaten

      @Andreas P. Es geht nicht um Homogenität, sondern um Seriosität. Wer hier ständig andere beleidigt, bist ja wohl Du. Da muss ich dann nicht unbedingt freundlich sein. Aber wenn Deine Mitdiskutanten trotzdem so freundlich sind und mit Daten und Beispielen arbeiten, Du das aber mit dem Verweis abtropfen lässt, dass Informationen, deren Ursprung vermeintlich links Deines ultra-orthodox libertären Weltbilds liegt, Dich schlicht nicht interessierten, fällt das ja wohl eher ein Urteil über Deine Bereitschaft seriös zu diskutieren als über unsere.

      Das wird man doch noch mal sagen dürfen oder?

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