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Vergrünkohlt: Ein neues Wort in der NYT – und ein paar Fragen

Daniel Erk
Stv. Redaktionsleiter Tagesspiegel Berliner, freier Journalist und Autor
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Daniel ErkFreitag, 08.03.2019

Einer der interessanteren Twitterbots widmet sich Worten, wenn sie das erste Mal in der New York Times vorkommen. Er heißt @NYT_said_first, wird von dem Künstler und Programmierer Max Bittker betrieben und verfolgt damit einen ähnlichen Ansatz wie der (hier vor fünf Jahren vorgestellte) Fried-Calamari-Index, der anhand von Buzzwords Essenstrends vermisst und dazu die New York Times nutzt.

Jedenfalls, das neue Wort, das @NYT_said_first vor Kurzem twitterte, lautet: Grünkohl. Ja, richtig – das deutsche Wort Grünkohl.

Als Kale hat die US-amerikanische, etwas weichere und mildere Variante ihren Zenit als Trendgemüse schon fast wieder überschritten, was die wackeren Norddeutschen in den grauen, kalten Tagen aber mit dem Zeug anfangen, das war  der Berlin-Korrespondentin der NYT, Melissa Eddy, einen begeisterten Beitrag wert.

In this corner of Germany some 50 miles south of the North Sea, kale is more than the essential ingredient for superfood smoothies or a better-for-you-than-broccoli vitamin bomb. It is a season, an event, a tradition.

Wer auch nur irgendjemanden aus dem Großraum Bremen kennt, dürfte wenig überrascht sein: Es geht da um kleine Wanderungen und Spiele, um Schnaps, seltsame Traditionen in Funktionskleidung und lange Tafeln mit eingekochtem Kohl und grober Wurst. Aus deutscher Sicht: altbekannt.

Was ich an "Where Kale Is King" interessant und unterhaltsam fand, war der Effekt, den solche Beiträge mit ihrem freundlichen Exotismus erzeugen, wenn einem das vorgestellte grundsätzlich eben nicht fremd ist. Es ist ein bisschen, als würde man in den Spiegel schauen – und gleichzeitig vollkommen unvorbereitet ins Rampenlicht gezerrt werden. So sieht das also von außen aus? Sind wir wirklich solche Freaks? Ist das tatsächlich seltsam? Oder ist das ein Problem des Korrspondentenjournalismus, der nur die Highlights, die Besonderheiten und Absurditäten sehen kann und will – nicht aber den Kontext und das, wofür das alles steht?

Vergrünkohlt: Ein neues Wort in der NYT – und ein paar Fragen

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Kommentare 1
  1. Werner Müller
    Werner Müller · vor fast 3 Jahre

    "Korrespondentenjournalismus" hat definitiv ein Problem.
    Seltsam und absurd sind wir aber auch - alle.

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