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Volk und Wirtschaft

Ein Gespräch über Klassismus und demobilisierte Klassen

Christian Huberts
mächtiger™ Kulturwissenschaftler und Kulturjournalist
Zum piqer-Profil
Christian HubertsFreitag, 09.07.2021

Wenn man so richtig viele Klicks und Engagement auf seinem Medium haben möchte, reicht es, komplexe und heterogene emanzipatorische Bewegungen und Theorien auf einen Begriff und einen möglichst absoluten (oft konstruierten) Widerspruch zu reduzieren. Gefühlt Hunderte Texte zu so genannter »Identitätspolitik« – reich an Empörungspotenzial, selten an kritischer Erkenntnis – illustrieren das ganz eindrücklich. Je weniger Differenzierung sowie Auseinandersetzung abseits anekdotischer Evidenz, desto besser, denn auf Twitter wird schon irgendwer wieder was richtig Blödes als Beweisstück A geäußert haben. Und damit das nicht langweilig wird, muss ab und zu eine neue begriffliche Sau durch das Dorf gejagt werden. Zuletzt wurde also Anti-Klassismus zum »Klassenkampf für Softies« und war auf einmal quasi im Alleingang daran schuld, dass Deutschland noch keine klassenlose Gesellschaft ist. Diese Post-Millenials sind aber auch zu nichts zu gebrauchen!

In Ordnung, genug der Polemik. Umso erfrischender ist es, wenn sich ein Gespräch erst gar nicht mit den Clickbait-Debatten aufhält und stattdessen direkt in die konkreten und vielfältigen Aspekte des Themas einsteigt. In der Sendung Sein und Streit im Deutschlandfunk Kultur sprechen der Soziologe Klaus Dörre und die Kulturanthropolog*in Francis Seeck über die demobilisierte Klassengesellschaft, in der Parteien und Gewerkschaften ihrer Rolle trotz wachsender Ungleichheit nicht gerecht werden, und Anti-Klassismus durchaus zu einer Mobilisierung beitragen kann. Es geht um die Meritokratie-Kritik von Michael Sandel, Ungleichheit in der Corona-Pandemie, steuerliche Umverteilung und darum, dass nicht »asozial« genannt werden zu wollen eben nicht nur ein Nice-to-have ist, sondern die begründete Ablehnung menschenverachtender Ideologie. Und ja, ein bisschen geht es dann doch noch um die Frage, ob die verschiedenen modernen emanzipatorischen Bestrebungen sich nicht irgendwie gegenseitig Platz wegnehmen. Die Antwort sucht Konsens statt Klicks.

Nein, sagt Francis Seeck, die emanzipatorischen Bewegungen, die gegen verschiedene Arten von Ausgrenzung eintreten, stünden nicht in Konkurrenz zueinander. Vielmehr sei der Begriff Klassismus selbst entscheidend vom Feminismus der 1970er-Jahre geprägt worden.

PS: Hier ein weiteres, empfehlenswertes Radiofeature zu Klassismus.

Ein Gespräch über Klassismus und demobilisierte Klassen

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Kommentare 2
  1. Uwe Protsch
    Uwe Protsch · vor 5 Monaten

    „Reicher Mann und armer Mann standen da und sahn sich an. Und der Arme sagte bleich: Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.“ (Bertolt Brecht, 1934)

    1. Cornelia Gliem
      Cornelia Gliem · vor 5 Monaten

      Das Gesetz in seiner majestätischen Gleichheit verbietet es Reichen wie Armen, unter Brücken zu schlafen, auf Straßen zu betteln und Brot zu stehlen.
      Anatole France

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