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Klima und Wandel

Von Rumänien klimapolitisch lernen

charly kowalczyk
journalist

Im badischen Singen am Hohentwiel geboren und in Potsdam lebend. Schreibe Radiofeature für den Deutschlandfunk bzw. für DLF Kultur und für die Sender der ARD. Mitgründer des Bremer Hörkinos. Seit 17 Jahren stellen wir in Bremen ein Radiofeature der Öffentlichkeit vor.
www.bremer-hoerkino.de

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charly kowalczykDonnerstag, 05.08.2021

In Griechenland, in der Türkei, in Italien brennen Wälder und auch in Deutschland steigt ganz allgemein die Waldbrandgefahr. Wer in Brandenburg wohnt, muss in der Regel mindestens zwei Monate im Jahr damit leben, dass nach den Nachrichten auf die Waldbrandgefahr hingewiesen wird. 

Im Augenblick gibt es ja in Deutschland erbitterten Streit um die künftige Forstpolitik. 500 Millionen € verteilt das Bundeslandwirtschaftsministerium, um Waldbesitzern nach drei Dürrejahren zu helfen. Den größten Batzen des Geldes sollen große Waldbesitzer bekommen, die vermutlich wenig Interesse am naturnahen Wald haben. Aber genau den brauchen wir, um besser mit dem Klimawandel zurechtzukommen.

Zum Zustand des Waldes gab es ein gutes und faktenreiches Interview im Deutschlandfunk. Peter Wohlleben ist Förster, Waldliebhaber und Buchautor. In diesem Jahr ist unübersehbar, dass es vor allem den Nadelbäumen, Fichten und Kiefern an den Kragen gehen. Statt grün sind sie braun. Gründe dafür sind nach Wohlleben der Plantagenwald:

„Eine Plantage, wie der Name sagt, ist gepflanzt und, wie man das klassisch sich auch vorstellt, häufig als Monokultur, nämlich reine Fichte, reine Kiefer, vielleicht noch eine andere Baumart mit beteiligt, das Ganze gleichalt. Sprich: Es sind landwirtschaftliche Methoden. (…) Was wir aktuell sehen, das ist ein Plantagensterben (...) Wir sehen überall Fichten, die absterben. Wir sehen Kiefern, die absterben. Das sind nordische Baumarten, die hier schon seit 200 Jahren Probleme machen. Die ersten großen Borkenkäfer-Katastrophen hatten wir um 1840. Durch den Klimawandel wird das Ganze jetzt beschleunigt.“

Was ich in dem Gespräch besonders interessant und vor allem auch bedenkenswert fand, dass er nach Rumänien gereist ist, um sich dort rumänische Wälder anzusehen. Die Erkenntnisse vom rumänischen Wald sind spannend und in gewisser Weise auch hoffnungsvoll:

„Ich war vor ein paar Wochen in den rumänischen Wäldern, die so aussehen wie unsere Wälder mal ausgesehen haben, und es ist Wahnsinn! Die haben das Vierfache an Biomasse, an lebenden Bäumen, an Totholz. Solche Wälder können sich irre runterkühlen, im Schnitt um zehn Grad in einem heißen Sommer im Vergleich zu umliegenden Landschaften. Über solchen Wäldern regnet es mehr. Das heißt, die Hitze und die Trockenheit, die wir ja fürchten im Rahmen des Klimawandels, die können solche Wälder wahnsinnig gut abmildern. Warum? Weil Bäume das auch nicht mögen und weil Bäume nicht weglaufen können, machen sie sich einfach ihr Lokalklima selber. Plantagen können das nicht. Plantagen sind sehr anfällig.“

Wir brauchen robuste Wälder, die besser mit dem Klimawandel zurechtkommen. Doch im Landwirtschaftsministerium kommt der Klimawandel immer noch nicht oder wenn überhaupt sehr zögerlich an. Dort verteilt man auch Geld dafür, dass man den Wald aufräumt. Um tote Stämme mit Borkenkäferbefall herauszuholen. Doch nicht nur aus Sicht von Peter Wohlleben wäre es für den Wald viel besser, alles einfach liegen zu lassen. Verschiedene Studien beweisen es, dass sich die Natur besser und robuster erholt. So wie im Naturpark „Bayerischen Wald“. Dort ließ man im Wald nach Stürmen, Schneebruch und Borkenkäferbefall alles liegen. Es ist eine abwechslungsreiche und klimabeständigere Waldwildnis entstanden.

Von Rumänien klimapolitisch lernen

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Kommentare 1
  1. Renate Baumgart
    Renate Baumgart · vor 4 Monaten

    Danke für den Tipp!

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