Kanäle
Jetzt personalisiertes
Audiomagazin abonnieren
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Kopf und Körper

Sterbehilfe: Warum sich ein belgischer Orden gegen den Vatikan stellt

Barbara Kaufmann
Autorin und Filmemacherin in Wien

Drehbuchstudium an der Wiener Filmakademie, freie Filmemacherin;
langjährige Radiojournalistin bei Ö1, danach Leitende Redakteurin bei NZZ.at, Bloggerin beim Standard.at und Kolumnistin bei der Tageszeitung Kurier.

Zum User-Profil
Barbara KaufmannFreitag, 19.04.2019

Wenn es um Sterbehilfe geht, haben die katholische Kirche und ihr Oberhaupt Papst Franziskus eine klare Position. Er nannte die Praxis in den Benelux-Staaten wortwörtlich: „ideologische Bestätigung des Machtwillens des Menschen über das Leben." Doch nicht alle Glaubensbrüder scheinen diese Meinung zu teilen, sehr zum Ärger des Vatikans. Der Orden "Brüder der Nächstenliebe" in Belgien erfüllt seit zwei Jahren schwer kranken Menschen ihren Todeswunsch. 

Axel Liegeois, Professor für Ethik und praktische Theologie an der Universität Leuven und Mitarbeiter des Ordens, erklärt die Beweggründe. Diese lägen vor allem in einer genaueren Evaluation des Wunsches. Das belgische Gesetz schreibt vor, dass zwischen dem ersten Gespräch des Sterbewilligen und der Erfüllung seines Wunsches ein Monat Zeit zu liegen hat. Im Orden würde dieser Zeitraum hingegen sechs Monate betragen. Diese längere Zeitspanne würde für Gespräche genutzt und Liegeois hätte erlebt, dass der Wunsch in dieser Zeit bei den Patienten wieder nachlassen und schließlich ganz verschwinden würde. Es gehe den Todkranken sehr oft darum, dass ihr Zustand ernst genommen werden würde. Dass sie in ihrem Leiden gesehen werden würden und viele könnten in dem Moment, in dem sie gehört werden würden, plötzlich neuen Mut schöpfen, um mit ihrem Leiden zurechtzukommen. Es sei eine paradoxe Situation. In dem Augenblick, in dem man ihren Wunsch, ihr Leben zu beenden, ernst nehmen würde, würden viele wieder Kraft finden, weiterzuleben. 

Außerdem würde auch der Staat Druck auf den Orden ausüben. Würde man sich mit Hinweis auf den Vatikan der gesetzlich geregelten Sterbehilfe entziehen, würde man auch jegliche finanzielle staatliche Unterstützung verlieren. In der Zwischenzeit geht das Ringen zwischen dem Orden und dem Vatikan weiter, Ausgang ungewiss. 

Sterbehilfe: Warum sich ein belgischer Orden gegen den Vatikan stellt

Möchtest du kommentieren? Dann werde jetzt Mitglied!

Kommentare 2
  1. David Simeth
    David Simeth · vor fast 2 Jahre

    Schwieriges Thema... eine "Karenzzeit" von sechs Monaten klingt jedenfalls so, als würden impulsive Entscheidungen einigermaßen nachhaltig ausgeschlossen. Und immerhin scheint es dem Orden bislang gelungen zu sein, die hilfesuchenden Menschen im Leben zu halten, wenn bislang noch kein einziger seiner Patienten letztlich die Sterbehilfe in Anspruch genommen hat...

    1. Barbara Kaufmann
      Barbara Kaufmann · vor fast 2 Jahre

      Das hat mich auch verblüfft wie mich überhaupt die ganze Geschichte sehr nachdenklich gemacht hat. Denn was bedeutet es, wenn die längere Bedenkzeit dazu führt, dass man es dann doch nicht will? Und was bedeutet es für jene, die nur 1 Monat in Anspruch nehmen und nun nicht mehr leben? Hat mich noch lange beschäftigt, diese Frage..

Bleib immer informiert! Hier gibt's den Kanal Kopf und Körper als Newsletter.

Abonnieren

Deine Hörempfehlungen
direkt aufs Handy!

Einfach die Hörempfehlungen unserer KuratorInnen als Feed in deinem Podcatcher abonnieren. Fertig ist das Ohrenglück!

Öffne deinen Podcast Feed in AntennaPod:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Apple Podcasts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Downcast:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Instacast:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Apple Podcasts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Podgrasp:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Bitte kopiere die URL und füge sie in deine
Podcast- oder RSS-APP ein.

Wenn du fertig bist,
kannst du das Fenster schließen.

Link wurde in die Zwischenablage kopiert.

Öffne deinen Podcast Feed in gpodder.net:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Pocket Casts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.