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Kopf und Körper

Keine Schäume: Warum Träume wichtiger sind, als vermutet

Barbara Kaufmann
Autorin und Filmemacherin in Wien

Drehbuchstudium an der Wiener Filmakademie, freie Filmemacherin;
langjährige Radiojournalistin bei Ö1, danach Leitende Redakteurin bei NZZ.at, Bloggerin beim Standard.at und Kolumnistin bei der Tageszeitung Kurier.

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Barbara KaufmannSonntag, 12.05.2019

Lange Zeit galt die Traumdeutung für viele Forscher als unwissenschaftlich. Traumdeuterei wurde nicht sehr ernst genommen. Doch kürzlich entstandene Studien haben der Traumdeutung in der Psychologie einen neuen Stellenwert gegeben. 

Der Psychologe Mark Blagrove von der britischen Swansea University konnte etwa einen Zusammenhang zwischen besonders emotionalen Träumen und der Intensität der elektrischen Hirnwellen während der REM-Phase, in der Menschen am meisten träumen, feststellen. So wurden die Thetawellen intensiver, wenn die Probanden von emotionalen Alltagserlebnissen träumten. Die zweite Erkenntnis seiner Studie: Je emotionaler ein reales Ereignis für die Studienteilnehmer war, umso stärker träumten sie davon, während belanglose Alltagsgeschichten keinen Eingang in die Traumwelt fanden. Ein Hinweis darauf, dass Träume dabei helfen könnten, aufwühlende Erlebnisse zu verarbeiten. Eine wichtige Funktion von ihnen würde auch darin bestehen, soziale Situationen zu üben. 

Der Schlafforscher Michael Schredl schreibt seine Träume seit 35 Jahren auf und gibt sie in eine Datenbank ein. Nicht, um sie im Sinne der klassischen Psychoanalyse zu deuten, sondern um Zusammenhänge zwischen einzelnen Elementen in seinen Träumen und seinem Alltag herzustellen. Träume würden kreativ mit unseren Eindrücken und unseren Emotionen spielen, sie in einen größeren Kontext einbetten und dabei aktuelle Erfahrungen oft mit früheren aus unserer Vergangenheit verbinden können, hat er dabei festgestellt. 

Träumen ist gesund, ist sich der Psychologe Rubin Naiman sicher. Es gehöre zur mentalen Grundausstattung des Menschen. Doch immer weniger Menschen würden eine ungestörte REM-Phase erleben können, in der die intensivsten Träume stattfänden. Schuld daran wäre Schlafmangel und z. B. auch Alkoholkonsum, der das Schlafen stört. Er und seine Mitstreiter machen sich dafür stark, die Erforschung des REM-Schlafs in Zukunft mit der psychologischen Traumforschung zu verbinden. 

Keine Schäume: Warum Träume wichtiger sind, als vermutet

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