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Klima und Wandel

Alexandra Endres
Journalistin und Volkswirtin
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piqer: Alexandra Endres
Sonntag, 26.05.2019

Was Politiker*innen und Journalist*innen aus Rezos Video lernen können (und sollten)

Viel ist über Rezos Video "Die Zerstörung der CDU" geschrieben worden, vor allem mit Blick auf die Klimakrise (hier ein lesenswerter Faktencheck des Klimaforschers Stefan Rahmstorf).

Rezo trifft einen Nerv, und das liegt nicht nur am Inhalt des Videos und seinem Fokus auf das Klima. Es liegt vor allem daran, dass es die Heuchelei der Regierenden anprangert, die seit Jahren wissen, dass sie handeln müssen, seit Jahren viel zu wenig tun, und selbst jetzt angesichts wachsender Proteste immer noch nicht in der Lage sind, die Dringlichkeit des Problems zuzugeben.

Anders gesagt: Viele Politiker*innen finden keine Sprache mehr, die bei den Bürger*innen ankommt (und das gilt nicht nur für die Klimapolitik). Sie lavieren und taktieren, sie sprechen in Phrasen und nichtssagenden Worthülsen. Und viele Journalist*innen, die genauso im Politikbetrieb drinstecken, haben sich daran gewöhnt und berichten, als sei das normal. Viele Wähler*innen aber, vor allem die Jungen, haben genug davon.

Davon handelt die hier gepiqte SPIEGEL-ONLINE-Kolumne von Christian Stöcker, Professor für Digitale Kommunikation an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Stöcker schreibt (gekürzt):

Der Unsinn und die Beschwichtigungen, die vom Personal der sogenannten Volksparteien routinemäßig verbreitet werden, sind für die Demokratie mindestens ebenso gefährlich (wie Fake News). Der Politikbetrieb und seine Beobachter haben sich (daran) gewöhnt.

Es hat sich aber etwas geändert: Leute wie Rezo können jetzt an den klassischen Gatekeepern vorbei mit ihrem Publikum kommunizieren. Sie müssen sich nicht an die Regeln eines Politikbetriebes halten, in dem das Wort "wahrhaftig" längst routinemäßig durch das Wort "naiv" ersetzt wird.

Als junger Mensch kann man ... sich angeekelt von der Politik abwenden, man kann sich daran gewöhnen und anpassen – oder wütend werden und sich einmischen. Hoffen wir auf Letzteres.

Schön wäre ja, wenn Politikbetrieb und Berichterstattung aus der Wut lernen würden.

Was Politiker*innen und Journalist*innen aus Rezos Video lernen können (und sollten)
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Kommentare 4
  1. Frederik Fischer
    Frederik Fischer · Erstellt vor 4 Monaten ·

    Sehr guter Beitrag. Auch in der Zeit war etwas Selbstreflexion zu lesen. Insgesamt befürchte ich aber, dass der Medienbetrieb ähnlich veränderungsresistent ist, wie die großen Parteien. Rezo hat für mir aufgezeigt, dass an dem Vorwurf der "Systempresse" durchaus etwas dran ist. Natürlich nicht im Sinne, abgestimmter Berichterstattung und Merkels Intervention bei Redaktionssitzungen, wohl aber im Sinne Luhmanns:
    1. Medien sind ein System, dass sich in erster Linie selbst erhält. Das trifft natürlich auf alle Systeme zu, gerade an Politik und und Medien haben wir aber berechtigterweise höhere Ansprüche hinsichtlich Reformbereitschaft und Zielsetzung.
    2. Medien und Politik sind nicht nur getrennte Systeme (das auch), sondern bilden zusammen ein gemeinsames System.

    1. Alexandra Endres
      Alexandra Endres · Erstellt vor 4 Monaten ·

      Nur ein paar Gedanken dazu: "Die Medien" gibt es natürlich nicht (ist ne Binse, ich weiß), sie unterscheiden sich in der Art ihrer Berichterstattung, und natürlich bestehen Redaktionen aus einzelnen Kolleg*innen mit unterschiedlichen Schwerpunkten, Haltungen, Werten. Nicht immer setzt sich in der internen Diskussion darüber, welche Themen wichtig sind und wie man sie gut transportiert, der sachlich am besten begründete Standpunkt durch (der ist ja vielleicht auch gar nicht klar zu bestimmen). - Wenn man sagt, das Interesse der Medien liegt in ihrer Selbsterhaltung, muss man das Publikum zwingend mitdenken. Und in den vergangenen Jahren war meine Erfahrung leider viel zu lange: Keiner will was übers Klima lesen. Also wird wenig darüber berichtet. Hat sich erst vor Kurzem geändert. - Auslandskorrespondent*innen wechseln regelmäßig ihren Standort, in der Regel. Vielleicht täte es auch den innenpolitischen Journalist*innen gut, von Zeit zu Zeit den Betrieb zu verlassen? Der Gedanke stammt nicht von mir, aber er gefällt mir.

    2. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · Erstellt vor 4 Monaten ·

      @Alexandra Endres Ich zucke innerlich auch immer zusammen wenn ich "die Medien" lese. Im Kontext der Systemtheorie halte ich das aber ausnahmsweise für gerechtfertigt. Der Fokus liegt dann weniger auf den Journalisten, sondern auf den systemimmanenten Dynamiken und die sind doch recht ähnlich - alle Verlage und Sender unterliegen den Regeln der Aufmerksamkeitsökonomie und dem Selbsterhalt. Entsprechend homogen ist dann auch das "Produkt".
      Dass Klimaberichterstattung über so viele Jahre kaum jemanden interessierte ist schon sehr interessant. Kannst du dir den Umschwung erklären? Lag das alles "nur" an dem Sommer im letzten Jahr oder haben die vielen Jahre unermüdlicher Berichterstattung mit einem Mal Früchte getragen? In meinem Bekanntenkreis beschäftigen sich viele schon lange mit dem Klimawandel - als Aktivisten, Lobbyisten oder Journalisten. Alle sind sie überrascht von dem plötzlichen und gewaltigen Anstieg der Anteilnahme.

    3. Alexandra Endres
      Alexandra Endres · Erstellt vor 4 Monaten ·

      @Frederik Fischer Ich war vergangenen Sommer nicht im Land und kann deshalb wenig dazu sagen, wie die Stimmung zu diesem Zeitpunkt war... mein Eindruck ist schon, dass sich durch den Sommer was verändert hat. Greta Thunberg spielt bestimmt auch eine Rolle. Interessant finde ich, dass zugleich der Backlash stärker geworden ist. Einmal durch die / in der Präsidentschaft von Donald Trump... aber die Rede von der "Klimahysterie" oder "-religion" ist ja bis in konservative Kreise salonfähig geworden. Vielleicht hat das der Aufmerksamkeit erst recht einen Schub verschafft?

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