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Zeit und Geschichte

Gestern & Heute: Hunger im Krieg – Hunger als Waffe

Achim Engelberg
Dr. phil.
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Achim EngelbergMontag, 23.05.2022

Wenn im Krieg in der Ukraine von einer möglichen Eskalation die Rede ist, dann wird oft über Massenvernichtungswaffen bis hin zum Einsatz von Atomraketen diskutiert.

Aber vielleicht geschieht die erwartete Verschärfung und Ausweitung ganz anders, indem gezielt und gewollt, Hungerkrisen im Nahen Osten und in Nordafrika hervorgerufen werden, die die mannigfachen Krisen an den Rändern Europas eskalieren lassen.

Durch ihre Blockade verhindert die Schwarzmeerflotte, dass die Ukraine Getreide exportiert, und die russische Luftwaffe bombardiert Getreidesilos.

Mit dieser hybriden Kriegsführung reagiert der Kreml auf den durch die Sanktionen indirekten Wirtschaftskrieg und eskaliert diesen durch eine enorme Ausweitung.

Wenn wieder Massen nach Europa fliehen, dann könnten diese Flüchtlinge Europa spalten und destabilisieren.

Freilich, der Gewaltherrscher im Kreml kann das nur machen, da die Lage schon lange vor dem Krieg in der Ukraine prekär war. Und ich meine mit Kriegsbeginn das Jahr 2014. Man denke nur an die große Hungersnot in Somalia im Jahre 2011.

Nach Angaben der UNO stieg während der Pandemie die Zahl der Menschen mit starker Ernährungsunsicherheit von 135 auf 276 Millionen.

Der hier empfohlene Artikel legt die Mechanismen des Getreidehandels offen, in dem in den letzten Jahren sowohl die Ukraine wie Russland entscheidende Rollen spiel(t)en.

Noch gibt es genügend Weizen, aber die Preise steigen so stark, dass sich arme Länder den Kauf des Getreides immer weniger leisten können.

Die Deutsche Welthungerhilfe und viele internationale Hilfsorganisationen schlagen immer stärker Alarm und das taz-Team sieht nur die Möglichkeit: die reicheren Staaten sollen, müssen eingreifen.

Mit politischem Willen ließen sich so auch die seit Jahren praktizierten Stützungskäufe erleichtern, mit denen Regierungen armer Länder Preisschocks abzufedern versuchen. Nicht zuletzt würden so auch die Spielräume für Hilfsorganisationen größer, die dem wachsenden Bedarf nicht mehr gerecht werden können. Am Donnerstag bezifferten die UN den Finanzbedarf für humanitäre Hilfen weltweit auf 43 Milliarden Dollar. Das ist der höchste Bedarf, den es je gab. Bislang wurden von der internationalen Staatengemeinschaft nur 3,6 Milliarden Dollar zugesagt.

Die Lage wird als so ernst betrachtet, dass sogar eine Welthungerkatastrophe möglich ist und auch Länder auf anderen Kontinenten wie in Mit­tel­ame­ri­ka und Süd­asi­en darunter leiden könnten.

Wie lange aber können die noch reichen Demokratien des Westen eingreifen, ohne die Macht der neofeudalen Superreichen zu beschneiden?

Immer aktueller wirken Aussagen aus der Zeit der Aufklärung vor der Französischen Revolution:

Wenn in einer Demokratie einige wenige sehr viel mehr besitzen als der Durchschnittsbürger, dann geht der Staat entweder zugrunde, oder er hört auf, eine Demokratie zu sein. (J. J. Rousseau)

Freilich, der gegenwärtige Gewaltherrscher im Kreml geht hier in die noch zu großen Fußstapfen seines Vorgängers Stalin. Im Jahre 1932/33 herrschte in der Sowjetunion eine Hungersnot, die in der Ukraine Millionen Opfer forderte, und die im verlinkten Podcast prägnant erklärt wird.

Vieles spricht dafür, dass heute wie gestern der Hunger als politische Waffe eingesetzt wird.

Gestern & Heute: Hunger im Krieg – Hunger als Waffe

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Kommentare 2
  1. Uwe Protsch
    Uwe Protsch · vor 3 Monaten

    Ich hoffe nur, dass man daraus lernt, zukünftig zu diversifizieren und nicht alles auf eine Karte zu setzen, ob es nun um Lebensmittel, Rohstoffe oder Vorprodukte geht.

    1. Achim Engelberg
      Achim Engelberg · vor 3 Monaten

      Ja, das auch, aber wahrscheinlich ist noch mehr notwendig.

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