Kanäle
Jetzt personalisiertes
Audiomagazin abonnieren
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Flucht und Einwanderung

Die Deportation der Russlanddeutschen ist weltgeschichtlich

Achim Engelberg
Dr. phil.
Zum piqer-Profil
Achim EngelbergSamstag, 28.08.2021

Bevor ich meine These erkläre, wenige Fakten.

Vor 80 Jahren, am 28. August 1941, erging ein Erlass zur Deportation der Russlanddeutschen, der diese kollektiv wegen der vermeintlichen Kollaboration mit der vorrückenden Wehrmacht verurteilte.

Dieses Staatsverbrechen führte zu einer Million Vertriebenen bzw. Zwangsumgesiedelten, etliche kamen in den Archipel Gulag, andere in die Trudarmee (Trud: russisch für Arbeit). Manche erlitten beide Zwangsarbeitssysteme. Ein Zeitzeuge, den ich nach den Unterschieden befragte, meinte: Der Hunger, die Arbeitsunfälle waren ähnlich. In der Trudarmee gab es anders als im Gulag keine Herrschaft der Berufsverbrecher.

Viele Einzelheiten und Geschichten sind im Steppenkinder-Podcast zu hören.

Viele der Nachfahren der damals Gedemütigten leben heute unter uns. Mit rund 3 Millionen ist diese Gruppe gar nicht so klein. Allerdings sind ihre Familiengeschichten wenig bekannt.

Anders als andere Flüchtlinge und Migranten erhielten die meisten Russlanddeutschen relativ leicht die deutsche Staatsbürgerschaft. Deshalb ist der heutige Gedenktag an die Deportationen ein immer noch unterschätztes nationales Geschichtsdatum.

Da aber unter der Stalinschen Diktatur nicht nur die Russlanddeutschen entwurzelt worden sind, sondern auch andere Minderheiten wie die Krimtataren, ist der heutige Gedenktag an die Deportationen innerhalb der Sowjetunion weltgeschichtlich.

Diese Historie prägt immer noch die Nachfolgestaaten auf diesem riesigen Landrücken.

Keine Stadt zeigt das deutlicher als das kasachische Karaganda, was diese Reportage von Viktoria Morasch veranschaulicht. Der Nobelpreisträger Alexander Solschenizyn nannte sie

die größte Provinzhauptstadt des Archipel Gulag.

In der Reportage heißt es dazu:

Karaganda ist eine Stadt der Deportierten. So gut wie niemand kam freiwillig hierher. Josef Stalin ließ alle, denen er misstraute, in Viehwaggons stecken und in die Steppe bringen: Geistliche, sogenannte Volksfeinde, Wohlhabende, Wissenschaftler, Künstler, Kriegsgefangene und solche, die einfach der falschen ethnischen Minderheit angehörten: Tschetschenen, Tataren, Deutsche, Griechen, Spanier, Ukrainer, Balten, Koreaner, Japaner, Finnen und jede Menge mehr. Zusammen erschufen sie die Stadt. Als vor einigen Jahren die Wege im Park neu verlegt wurden, fand man Knochen. Ein Massengrab, ein weiteres.

Deshalb verbindet sich in der Historie, in den Geschichten der Russlanddeutschen deutsche National- und Weltgeschichte.

Dazu kommen noch die Migration und die Flucht vieler Deutschsprachiger aus dem Zarenreich nach Nordamerika. Deshalb gibt es etliche "Russlanddeutsche", die heute Angehörige von globalen Familien sind. Aber das sind dann weitere, oftmals ungehörte Geschichten.

Die Deportation der Russlanddeutschen ist weltgeschichtlich

Möchtest du kommentieren? Dann werde jetzt Mitglied!

Bleib immer informiert! Hier gibt's den Kanal Flucht und Einwanderung als Newsletter.

Abonnieren

Deine Hörempfehlungen
direkt aufs Handy!

Einfach die Hörempfehlungen unserer KuratorInnen als Feed in deinem Podcatcher abonnieren. Fertig ist das Ohrenglück!

Öffne deinen Podcast Feed in AntennaPod:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Apple Podcasts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Downcast:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Instacast:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Apple Podcasts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Podgrasp:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Bitte kopiere die URL und füge sie in deine
Podcast- oder RSS-APP ein.

Wenn du fertig bist,
kannst du das Fenster schließen.

Link wurde in die Zwischenablage kopiert.

Öffne deinen Podcast Feed in gpodder.net:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Pocket Casts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.