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Technologie und Gesellschaft

Zeit für gute Dystopien

1E9 Magazin
Denkfabrik für die Zukunft: Magazin, Community und Events rund um neue Technologien.
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1E9 MagazinMontag, 11.01.2021

Das Jahr 2020 war voller Katastrophen – und auch selbst eine ziemliche Katastrophe. Waldbrände, Terroranschläge, eine weltweite Pandemie. Dazu kommen Debatten um Fake News, Verschwörungstheorien und vieles mehr. Da ist es nur natürlich, sich Fluchtmöglichkeiten in andere und vor allem bessere Welten zu wünschen. Also optimistische Geschichten, die eine bessere und weniger deprimierende Alternativrealität oder Zukunft erleben und denken lassen.

Aber es ist das Gegenteil, das wir eigentlich brauchen, schreibt Michael Förtsch in seinem Artikel für 1E9. Nämlich Dystopien. Romane, Filme und Serien, die eigentlich bedrückende und finstere Szenarien zeichnen. Denn sie können uns die Kraft und die Orientierung geben, düstere Zeiten zu überstehen und Denkanstöße mitgeben, die Zukunft wirklich zu einem besseren Ort zu machen.

Der Zauber der Dystopie ist, dass sie uns den Raum und die Möglichkeit gibt, unsere Ängste, Gefühle und Entscheidungen zu konfrontieren und zu trainieren – ohne uns in akute Gefahr zu begeben oder uns darin zu befinden. Wir können gedanklich durchspielen, was kommt, wie wir wohl reagieren werden, wenn die Katastrophe eintritt und wir in eine Extremsituation geraten. Dabei haben wir stets die Macht darüber, wie stark wir uns dem aussetzen. Wir können auf Pause drücken, das Buch zuklappen, vor- oder zurückspulen, weiter- oder zurückblättern. Oder nach dem Ende nochmal von vorne anfangen. Das hilft uns auch, uns zumindest etwas gegen die Wirklichkeit zu impfen.

Dabei sein hilft.

Aber es ist nicht nur das gedankliche Wappnen gegen hypothetische Katastrophen, das Dystopien bieten können. Sie können in Zeiten von Lockdowns und Isolation auch Gemeinschaft und Kontrolle schaffen. Das sind Erkenntnisse, wie sie das Media Psychology Research Center gewonnen hat. Die Helden in einem Film zu beobachten, macht einen zum Mitstreiter. Eine Pandemie durch einen Roman zu erleben, kann eine reale Pandemie, die „weit weg“ und „wenig greifbar“ wirkt, gedanklich nahbarer und realer erscheinen lassen.

„Mir wäre es viel lieber, wenn die Leute den ganzen Tag Contagion und Netflix schauen würden, als die Nachrichten“, sagt Pamela Rutledge vom Media Psychology Research Center daher. „Sich Dinge [wie fiktive Katastrophen] anzuschauen, schafft das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Du kannst dich mit den Charakteren identifizieren.“

Dystopien können auch konkret helfen, Probleme zu identifizieren und diese zu Fokuspunkten zu machen. Sie können Debatten entfachen und Aktivismus befeuern, haben Studien ergeben. Daher ist es auch wichtig, welche Dystopien wir lesen und schreiben. Und so manche Autoren nehmen das durchaus ernst.

Zeit für gute Dystopien

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Kommentare 2
  1. Sebastian Gallehr
    Sebastian Gallehr · vor 11 Monaten

    Den Ansatz kann ich nachvollziehen. Ich bin aber auch der Meinung, dass Dystopien misstrauisch machen und die eigene Wahrnehmung für die Schönheit des Lebens abstumpfen lassen. Sie halten uns in ständiger "Alarmbereitschaft" und latenter Angst vor dem Lebendigen.
    Da wir Menschen meiner Meinung nach dazu tendieren, unseren Horizont zu verengen, wenn wir Angst haben, besteht die Gefahr, dass wir weniger Aufmerksamkeit für die zufälligen und unscheinbaren Erlebnisse und Begegnungen haben, wenn wir uns zu viel mit Dystopien beschäftigen. Aber genau diese Erlebnisse und Begegnungen machen für mich das Leben aus.

    1. 1E9 Magazin
      1E9 Magazin · vor 11 Monaten

      Dystopien allein wären wohl wirklich auf Dauer nicht förderlich. Daher braucht es auch optimistische, hoffnungsvolle Geschichten. Damit haben wir uns auch schon beschäftigt:

      https://1e9.community/...
      https://1e9.community/...

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