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Technologie und Gesellschaft

Leonhard Dobusch
Hard blogging researcher
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piqer: Leonhard Dobusch
Sonntag, 12.11.2017

Zehn Jahre nach dem Hype: Rückkehr nach »Second Life«

Obwohl ich selbst nie einen Second-Life-Account hatte, fand ich die Idee einer virtuellen, nutzergenerierten Alternativwelt immer interessant. Ein wenig war Second Life eine Fortsetzung digitaler Freiheitsideen, wie sie Barlow in seiner "Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace" skizziert hatte. Andererseits stellten sich sofort Fragen rund um virtuelles Eigentum und Wirtschaften, Online-Kriminalität und Plattformkontrolle.

Vor ziemlich genau zehn Jahren erlebte Second Life einen Hype. Leslie Jamison nennt die Zahl von 500 Artikeln, die 2007 täglich über Second Life erschienen. Ich selbst kann mich erinnern, dass 2008 OrganisationsforscherInnen aus München einen Preis für den besten Konferenzbeitrag für eine Studie über Second Life erhielten. Firmen beeilten sich, eine eigene Präsenz in Second Life zu errichten. Doch wenig später war der Hype vorbei. Die allermeisten Accounts verwaisten kurz nachdem sie eingerichtet worden waren.

Heute zählt Second Life rund 800.000 aktive Mitglieder. Lesenswert ist die Reportage von Leslie Jamison alleine schon wegen ihren Porträts von Second-Life-Bewohnerinnen und -Bewohnern, wie z.B. der Community "Virtual Ability" aus Menschen mit verschiedensten Behinderungen. Interessant sind aber auch die reflektierten (Selbst-)Beobachtungen der Autorin. Jedenfalls aber beweist Jamison mit ihrer Reportage, dass es lohnend sein kann, lange nach dem Hype einen zweiten Blick auf ein Phänomen zu werfen.

Zehn Jahre nach dem Hype: Rückkehr nach »Second Life«
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