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Freitag, 18.09.2020

Wir gruseln uns vor Robotern, in Japan werden sie gefeiert

Warum ist die Furcht vor Robotern und ähnlichen Konstruktionen so tief in der Kultur westlicher Länder verankert? 

Die australische Wissenschaftlerin Angela Ndalianis, Direktorin des Zentrums für Transformative Medientechnologien an der Swinburne University in Melbourne, führt das schon auf die griechischen Mythen und die Bibel zurück. Die Furcht vor dem verbotenen Wissen, die Warnung vor allzu viel menschlicher Hybris werden schon durch die Geschichten von Prometheus oder Ödipus gesät.

Für den Durchbruch des unheimlichen, vom Menschen geschaffenen Wesens sorgte dann Mary Shelleys Frankenstein im 19. Jahrhundert. Dem Klassiker folgten Tausende von ähnlichen Handlungssträngen in Literatur und Kino. Von den schurkischen Replikanten in Blade Runner bis hin zu den Hausangestellten in I, Robot, die schließlich die Welt übernehmen sollen.

Terminator vs Astro Boy

Doch während im Westen Terminator & Co. für popkulturelle Roboter-Angst sorgen, werden die Maschinen in Japan in einem ganz anderen Licht gesehen. Positiv, als Sympathieträger oder sogar Helden. Auch das führt Ndalianis auf historische Entwicklungen zurück.

Sie begründet das mit Japans langer Tradition von Karakuri, also mechanischen Marionetten und Uhrwerkautomaten, die im 17. Jahrhundert populär wurden – obwohl ihre Vorläufer sogar bis in die 1420er Jahre zurückreichen. Schon damals wurden Karakuri, was wörtlich so viel wie „Mechanismus“ oder „Trick“ bedeutet, in den Wagen von Festumzügen verwendet. Sie tanzten darauf oder läuteten mit Glocken. Ab den 1820er Jahren waren sie dann sogar bei religiösen Feierlichkeiten weit verbreitet. Mit Karakuri wurden traditionelle Mythen nachgestellt und Legenden aufgeführt, was wiederum das japanische Theater stark beeinflusste.

Ihren endgültigen Durchbruch schafften Roboter dann durch zwei Kult-Mangas aus den 1950er Jahren, in denen der Humanoide Astro Boy und der Riesenroboter Iron Man 28 die Helden der Geschichte sind. Diese gänzlich andere kulturelle Beziehung hat durchaus wirtschaftliche Konsequenzen: Japan ist bei Robotertechnik weltweit führend.

Heute gibt es in Japan eine Fülle von Robotern: humanoide Unterhaltungsroboter wie Hondas ASIMO und Sonys QRIO, tierähnliche Haustierroboter wie Sonys AIBO, Hanako-Androiden für die Ausbildung von Zahnärzten, Wachroboter wie Sanyos Banryu oder automatisierte Rollstühle wie Toyotas dreirädriger i-REAL-Roboter, der auch Menschen mit Einschränkungen persönliche Mobilität ermöglicht.Da ist es wenig überraschend, dass mehr als die Hälfte aller Industrieroboter der Welt in Japan hergestellt werden. Japan exportiert mehr Roboter als die fünf nächstgrößten Roboter-Nationen zusammen – Deutschland, Frankreich, Italien, die Vereinigten Staaten und Südkorea.

Die nächste Generation der Roboter soll - auch im Westen - die Käfige in den Industriehallen verlassen. Soziale Roboter, die mit Menschen zusammenarbeiten oder gerade älteren Menschen helfen, sind wohl der nächste Schritt. Und bei deren Entwicklung könnten wir alle von den Erfahrungen aus Japan lernen.

„Soziale Roboter bringen neue Herausforderungen mit sich, die tiefgreifende Auswirkungen auf den Menschen haben werden, manche beabsichtigt und manche unbeabsichtigt. Es gibt also viel, was wir aus den japanischen Erfahrungen lernen können“, sagt Angela Ndalianis. „Sie können uns zeigen, welche Beziehung Menschen in Zukunft zu Robotern haben werden.“
Wir gruseln uns vor Robotern, in Japan werden sie gefeiert

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