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Technologie und Gesellschaft

Anke Domscheit-Berg
piqer: Anke Domscheit-Berg
Freitag, 13.05.2016

Wie Facebook sich in Indien die Finger verbrannte - mit Fake Free Internet statt Netzneutralität

Trotz der Länge ein sehr lesenswerter Text! Er beschreibt, wie Facebook seine Wachstumsziele mit hunderten von Millionen Neukund*innen in Indien erreichen wollte, die mangels Internet aber noch ganz offline waren. Die Lösung: ein kostenfreies Winz-Internet, mit Zugang zu Facebook und sehr wenigen weiteren, handverlesenen Links wie Wetter oder Bing Suche, das Ganze kostenfrei bzw. ohne Datenvertrag. Die Zusatzleistungen sollten die Mobilfunkbetreiber einfach inklusive erbringen, im Glauben, viele der so zum Testen mit dem Internet bekannt gemachten Inder*innen zum Wechsel in einen richtigen Datenvertrag zu bewegen. Facebook nannte diesen Dienst "Internet.org" - aber weil das ja doch eine sehr seltsame Bezeichnung für den Zugang zu lächerlichen ca. 10 Links ist, wurde er umbenannt in "Free Basic". Der Artikel beschreibt die merkwürdigen Geschäftsgebahren von Facebook in Indien und wie Millionen Dollar investiert wurden in Lobbyarbeit und Marketing, um dieses Facebook-Pseudo-Internet an den Millionenmarkt Indien zu vertickern. Er beschreibt auch schön (und beim Lesen kann man sich eines Schmunzelns kaum erwehren), wie die Zivilgesellschaft sich zur Verteidigung gegen den Monopolisten rüstet und am Ende das Unerwartete eintritt: ein Gerichtsurteil, dass "Free Basic" für illegal erklärt, weil es die Netzneutralität verletzt. Man kann also doch nicht alles kaufen, nicht mal in einem als besonders korrupt bekannten Staat. Das ist doch mal eine gute Nachricht.

Wie Facebook sich in Indien die Finger verbrannte - mit Fake Free Internet statt Netzneutralität
8,3
4 Stimmen
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Kommentare 1
  1. Gurdi (Krauti)
    Gurdi (Krauti) · Erstellt vor mehr als 3 Jahren ·

    Gute Entscheidung der Inder wie ich finde. Man sollten die armen nicht auch noch an manipuliertes Internet verkaufen. Sinn und Zweck des Internet ist eben die Freiheit zu nutzen was man für richtig hält und dass ist auch gut so.

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