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Technologie und Gesellschaft

Wie das Netz unsere Realität in ein Spiel verwandelt hat

René Walter
Grafik-Designer, Blogger, Memetiker | goodinternet.space

Irgendwas mit Medien seit 1996, Typograph, Grafiker, Blogger. Ask me anything.

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René WalterDienstag, 26.07.2022

Jon Askonas beschreibt im konservativen Magazin The New Atlantis, wie die Strukturen sozialer Medien die Wahrnehmung der Welt in ein Spiel verwandelten. Dazu zieht er Parallelen zur Erfindung des Romans im 17. und 18. Jahrhundert sowie zu Rollenspielen und Alternative Reality Games, deren Spielmechanismen Parallelen zu Online-Verschwörungstheorien wie Q-Anon ziehen lassen.

Das Medium ist die Message und das Netz lässt uns die Welt auf eine ganz neue Weise erfahren. Erlaubte uns die Erfindung des Romans vor dreihundert Jahren zum ersten Mal die Gedanken anderer Menschen nachzuvollziehen und die Welt sprichwörtlich durch ihre Augen zu sehen, erlaubt uns das Internet nun die Neuerfindung der Realität in einem kollektiven Spiel. Die Wahrnehmung der Realität in einer vernetzten Welt hat mehr mit dem kollektiven Reddit-Kunst/Pixel-Spielchen r/place gemeinsam als mit Noam Chomskys "Manufacturing Consent".

Das Gerangel konservativer und progressiver Medien um die Meinungshoheit wird zu einem Spiel des Kollektivs um die sichtbare Wahrhaftigkeit in einer sozialen virtuellen Realität. Nicht jeder nimmt dieses Spiel in allen Konsequenzen ernst und die meisten, inklusive mancher Journalisten, benutzen die Spielmechanismen dieser neuen editierfähigen Weltwahrnehmung, um Macht und Einfluss zu gewinnen, oder einfach nur für the klicks.

Manche aber greifen zur Waffe und fahren zu einer Pizzeria in Washington, weil sie tatsächlich davon überzeugt sind, im Keller dieser Pizzeria würden Freunde von Hillary Clinton Kinder gefangenhalten.

Dazu passend, und um im Bild zu bleiben, ein kleines Spiel ganz im Sinne des Autors: Neigen eher konservative oder progressiv eingestellte Menschen zu Verschwörungstheorien? Und hat der Glaube an Verschwörungstheorien in den letzten Jahren zu- oder abgenommen? Studien hatten in der Vergangenheit bereits Verschwörungsmythen vor allem mit den politisch extremen Rändern assoziiert und eine neue Studie, die über 50.000 Menschen auf 6 Kontinenten befragte, findet keine politische Asymmetrie im Glauben an Verschwörungstheorien. Eine weitere im Juli veröffentlichte Studie untersuchte die Anzahl von Verschwörungsgläubigen über einen Zeitraum von 50 Jahren und kommt zu dem Schluss, dass die Zahl der Menschen, die zu konspirativem Denken neigen, nicht signifikant zugenommen hat.

Tatsächlich bestätigen die Ergebnisse dieser Studien die Metapher der neuen Weltwahrnehmung als gigantisches kollektives Spiel: Verschwörungstheorien und alternative Realitäten sind für die meisten genau das, ein Spiel, das man nicht zwingend als faktenbasierte Realität wahrnimmt. Der Mensch verfällt nur dann der illusorischen Weltwahrnehmung dieses Spiels, wenn er entsprechend psychologisch konditioniert ist und bereits zu konspirativem Denken neigt. Und es ist anscheinend keineswegs so, dass vor allem konservative Menschen verstärkt zu konspirativem Denken neigen, nur sind ihre Verschwörungstheorien in den Medien präsenter und ihre Neigung zum Kontrarianismus etwas ausgeprägter.

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