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Technologie und Gesellschaft

Warum kaufen wir was wir nicht brauchen?

Moritz Orendt

Gründer von Blogbox, Content Captain und Atlas der Selbstständigkeit. Freelancer. Online Marketing, digitale Produktentwicklung.

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Moritz OrendtSamstag, 28.11.2020

Diese Frage versucht der Trendforscher und Textilunternehmer Carl Tillesen in seinem Buch "Konsum" auf 222 Seiten zu beantworten. Es geht ihm nicht um eine Moralpredigt, sondern um die Suche nach den Gründen für den Shoppingwahn:

Wenn ich in diesem Buch darüber schreibe, wie wir konsumieren, dann meine ich wir und dann meine ich auch mich selbst. Ich kann nicht behaupten, dass mir irgendeiner der hier beschriebenen Auswüchse unseres Konsums fremd wäre. Vielmehr gibt es in diesem gesamten Buch keinen einzigen Auswuchs, bei dem ich mich nicht schon selbst ertappt hätte. Ich bin Teil des Systems. Ich bin privat Teil des Systems. Und ich bin beruflich Teil des Systems.

Seine Argumente sind vielschichtig und viel hängt damit zusammen, dass Shopping wohl Glücksgefühle auslöst und so auch zu suchtähnlichem Verhalten führen kann.

Zwei wesentliche Entwicklungen haben in den letzten 20 Jahren dazu geführt, dass unser Shopping-Verhalten immer weiter eskaliert ist:

  • Globalisierung: Durch die Verlagerung der Produktion in den globalen Süden ist der Anteil der Lohnkosten an den Produkten dramatisch gesunken und hat zu einem Preisverfall geführt. Dadurch können wir uns einfach jeden Sch*** sofort leisten.
  • Digitalisierung: Das Internet ist eine riesige Shoppingmall. Dadurch ist Einkaufen nicht mehr anstrengend. Alles, was wir haben wollen, können wir sofort bestellen. Die mühevolle Fahrt in den nächsten Fachladen entfällt - der eh nur eine begrenzte Auswahl und vielleicht unseren Wunsch gar nicht vorrätig hatte. Außerdem bietet die allgegenwärtige und immer zielgenauere Werbung natürlich auch nonstop Kaufanreize. Dazu kommt noch, dass Social Media mit Instagram als Posterchild Kaufinspiration bietet. Jeder Produktkatalog schaut dagegen so old school aus wie er ist.

Ich fand es interessant und doch auch leicht zu lesen.


Warum kaufen wir was wir nicht brauchen?

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Kommentare 7
  1. Nutzer gelöscht
    Nutzer gelöscht · vor einem Jahr

    ....tja, und jetzt haben die Supermärkte unser Einkaufsverhalten noch weiter verändert. Psychisch sind sie ein Ort der Stabilität geworden. Stationär. Auch, wenn alle Geschäfte schliessen sollten, neue T-shirts und alles was ich haben will gibt es dort. Immer. Sofort.

    P.S.: mir gefällt das erste Wort des Buchtitels und dann noch mal der gesamte Titel, nicht so ganz, als Ostliebender, schlaue Wahl, Respekt. :-)

    1. Moritz Orendt
      Moritz Orendt · vor einem Jahr

      Ja, stimmt, und alles sonst hat zu. Manche gehen jetzt auch einfach für ein wenig Abwechslung in den Supermarkt.

  2. Gabriele Feile
    Gabriele Feile · vor einem Jahr

    Ich glaube, dass dahinter auch tief liegend Psychologisches steckt. Das Kaufen ist so eine Art Ersatzreligion, Menschen fühlen sich zu etwas zugehörig, wenn sie z.B. Amazon Prime - Kunde sind. Auch die eigene Auf-Wert-Ung ist Teil davon: mit teuren Marken oder Geräten fühlen sich Menschen selbst auch "teurer" - also vermeintlich wertvoller. Und dann gibt's natürlich typische Suchtanzeichen, es macht "high", wenn man kauft, kurzfristig.
    Unser Wirtschaftssystem bedient diese (und andere) Themen ideal. Die meisten Menschen sehen wahrscheinlich gar keinen Grund, mit dem Konsumieren aufzuhören. Sie stellen das mit Verzicht gleich.
    Mich macht das sehr nachdenklich und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass weniger Konsum mein Leben sehr viel besser macht.

    1. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor einem Jahr

      meine Hoffnung lehnt sich in die Richtung. Die Menschen mögen Zugehörigkeit und Bewegungen. Und wenn sie mal gemerkt haben, auf wieviel sie verzichten können, ohne auf etwas zu verzichten und was ihnen das auf der anderen Seiten an Freiheit gibt, dann sind sie glaube ich schwer wieder einzugliedern in die Konsumherde. Jedenfalls ist das das Licht, was man raustragen muss in die Welt :)

      Ich glaube fest daran, dass wenn die Menschen auf alles verzichten würden, was ihnen sowieso egal ist, also nur der "Verzicht ohne Schmerz", dann wäre die Ökobilanz direkt um 40% oder so besser.
      Und gemeingefährlich sind eben die, die schon diesen "Nicht-Verzicht" als Ökodiktatur, Sozialismus und Freiheitsberaubung diffamieren wollen.

  3. Yvonne Franke
    Yvonne Franke · vor einem Jahr

    Gestern hab ich auf den Weg an die Isar leichtsinnigerweise die Münchner Innenstadt durchquert. Mir war der Black Friday entfallen. (Vielleicht beim heftigen Kopfschütteln über diesen Wahnsinn.) Da hab ich mich auch gefragt: Was haben die da geiles bei Zara, dass man JETZT dort Schlange stehen muss?

    1. Moritz Orendt
      Moritz Orendt · vor einem Jahr

      Das ist mir auch schon zu normalen Zeiten unverständlich.

    2. Yvonne Franke
      Yvonne Franke · vor einem Jahr

      @Moritz Orendt In der Kälte stehen und halb erfrieren, um einen schönen warmen Wollpulli zu kaufen. 3 Euro günstiger. Irgendwas daran ist auch poetisch. Muss ich mir nochmal überlegen.

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