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Technologie und Gesellschaft

TikTok löst Twitter als Urprung von Viralität ab

René Walter
Grafik-Designer, Blogger, Memetiker | goodinternet.substack.com

Irgendwas mit Medien seit 1996, Typograph, Grafiker, Blogger. Ask me anything.

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René WalterDienstag, 13.09.2022

In einer Untersuchung des Ursprungs von Internet-Memes zeigt sich, dass im Jahr 2022 die Video-Plattform TikTok die Quelle der meisten viralen Online-Phänomene war und damit Twitter ablöste. Letztere war bislang die ungekrönte Königsquelle der meisten Internet-Phänomene und stand seit 2014 auf Platz 1. In den Jahren zuvor waren zunächst 4chan, dann Youtube und für eine kurze Zeit Tumblr die Quellen der meisten Memes.

Dies zeigt auch, warum eine Plattform, die zwar niemals die breite Masse von Menschen wie Facebook oder Instagram erreichen konnte, aber eine spitze Konzentration ihrer Userbasis aufweist, die sich auf Twitter vor allem aus Medienmenschen und Journalisten zusammensetzt, einen immensen Einfluss auf den gesellschaftlich-politischen Diskurs der letzten Jahre ausüben konnte. Twitter war grade aufgrund seiner spezialisierten Userbasis ein Hotbed für Viralität und das Plattformdesign hat ganz sicher seinen Beitrag zur fragwürdigen Qualität des diskursiven Verhaltens seiner Nutzer beigetragen, was sich durch deren Einfluss auf die gesamte Gesellschaft auswirkte. 

(Ich frage mich, ob die Ablösung als primäre Viralitätsquelle von Twitter und den konfrontativen Partizipationsmöglichkeiten für seine ohnehin bereits beruflich bedingte, sagen wir mal, machtbewusste Nutzerbasis durch eine Videoplattform wie TikTok, dessen explizit apolitische Natur und ihre Teenage-Nutzerbasis, die zwar ihre eigenen Probleme und Zuspitzungen mit sich bringt, aber eben bei Weitem nicht dieselben Mechanismen für politische Tribalitäten und Gruppendynamiken bereithält, zu einer Entgiftung bzw. Normalisierung des politischen Diskurses beitragen kann. Wir werden sehen.)

Derweil fand eine neue Studie der Universität Toronto wieder einmal einen Zusammenhang zwischen Twitter-Nutzung, geringerem Wohlbefinden, gesteigerter Polarisation und – interessant – einem gesteigerten Gefühl für Zugehörigkeit. Der letzte Punkt ist meines Erachtens der wichtigste.

Ich hatte vor einigen Monaten bereits im Zusammenhang einer Studie über die Zusammenhänge von Viraleffekten und Ausgrenzung hingewiesen: Wut und Empörung über politische Gegner sind die wichtigsten Faktoren für den Erfolg von viralen Phänomenen, also Internet-Memes. So paradox es klingen mag: Dies wird durch das in der neuen Studie festgestellte Gefühl der Zugehörigkeit bestätigt. Denn das "Kuschelhormon" Oxytocin, das maßgeblich für Gefühle der Sozialität und Gruppenzugehörigkeit verantwortlich ist und das auch durch soziale Medien wie Twitter manipuliert und ausgebeutet werden kann, sorgt auch für Ausgrenzung, Nationalismus und koordiniertem Aggressionsverhalten gegen die Outgroup. Was sich für mich sehr nach Twitter anhört.

Sollte das koordinierte Gruppentanzen auf Tiktok nun also die oxytocingetränkte Viralitätsschleuder Twitter als Memequelle Nummer 1 auch langfristig ablösen, sehen wir möglicherweise etwas entspannteren Zeiten entgegen. Wir haben als Gesellschaft weiß Gott wichtigere Dinge zu tun, als Grabenkämpfen zwischen aufgeplusterten Eliten auf Twitter zu viel Gewicht zuzuschreiben.

TikTok löst Twitter als Urprung von Viralität ab

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