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piqer: 1E9 Magazin
Dienstag, 28.07.2020

Science-Fiction als "kritischer Gegenwartskommentar" und "politische Bildung"

Science-Fiction kann mehr sein als Unterhaltung, da sind sich die 1E9-Kolumnistin Aleksandra Sowa und ihre Interviewpartnerin Isabella Hermann einig. Letztere ist nicht nur promovierte Politikwissenschaftlerin, sondern auch Direktorin des Berliner SciFi-Filmfestivals. 

Sie sagt zwar nicht, dass uns Science-Fiction per se zu besseren Menschen macht. Aber als "politische Bildung" würde sie einige Vertreter des Genres, seien es Bücher, Filme oder Games, dennoch bezeichnen. 

Isabella Hermann: Science-Fiction hat das Potenzial, die aktuelle technische Entwicklung zu hinterfragen sowie Herrschafts- und Gesellschaftsmodelle kritisch zu kommentieren. Oft genug geht es in den Romanen, Filmen, Serien, Comics und Games gar nicht um das technisch Machbare. Stattdessen sind die wissenschaftlichen und technischen Errungenschaften Metaphern, um unsere menschlichen Urängste und Ursehnsüchte immer wieder aufs Neue zu verarbeiten. So sind Roboter in Menschengestalt immer auch eine Projektionsfläche für andere Menschen – seien sie Feinde, Entrechtete, Sexobjekte oder Sklaven. Wie wir mit Data aus Star Trek: Das nächste Jahrhundert, dem 200-Jahre-Mann, David aus A.I., den Hosts aus Westworld, den Zylonen aus Battlestar Galactica und vielen anderen menschlichen Robotern umgehen, zeigt, welchem Wertekanon wir als Menschen folgen und wie wir uns gegenüber den Schwachen und Ausgegrenzten der Gesellschaft verhalten.

Wo es enden könne, wenn "profitgeile Unternehmen" in Zukunft die Macht haben, das zeigen aus Isabella Hermanns Sicht Klassiker wie Blade Runner oder Alien. Und natürlich haben in den dort dargestellten Megakonzernen vornehmlich weiße, männliche Tycoons das Sagen.

Gedankenexperimente: ja, realistische Lösungen: nein

Konkrete Lösungen für heutige Probleme – die Klimakrise oder die politischen Krisen – sieht Isabella Hermann in Science-Fiction eher nicht, wohl aber Gedankenexperimente, die uns durchaus weiterhelfen können.

Science-Fiction zeigt uns unsere aktuellen Herausforderungen wie unter einem Vergrößerungsglas als eine Diagnose, nicht als Therapie. In Star Trek wird der Rassismus auf der Erde überwunden – und doch nur ins Weltall ausgelagert, wo es nun eine Hierarchie von positiven und negativen zivilisatorischen Merkmalen von Außerirdischen gibt: die kriegerischen Klingonen, die ruchlosen Ferengi, die kollektivistischen Borg. Das zu reflektieren und zu diskutieren, kann uns zu neuen Modellen führen.

Ein grundsätzliches Dilemma der Menschheit, nämlich ihre Abhängigkeit von Technik, scheint auch in Science-Fiction-Werken nicht aufgelöst zu werden. Denn im noch recht jungen Subgenre des Solarpunks ist es den Menschen zwar gelungen, das Klima zu retten und die Welt nicht weiter zu zerstören. Dafür bleiben sie abhängig von Technik.

Die Lösung für komplexe Probleme wird immer irgendwo dazwischen liegen, und sie wird immer neu ausgehandelt werden müssen. Auf das iPhone gleichzeitig nicht und doch zu verzichten, das ist die wahre Science-Fiction.
Science-Fiction als "kritischer Gegenwartskommentar" und "politische Bildung"
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