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Technologie und Gesellschaft

KI zwischen Mathe und Marienerscheinung

Jannis Brühl
Redakteur
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Jannis BrühlMontag, 16.01.2023
Dieser lange Zeit-Artikel ist einer der plastischsten Texte über künstliche Intelligenz (KI) und deshalb auch dem Laien empfohlen, der noch quasi gar nichts zum Thema gelesen hat (aber auch was für euch, ihr Stable-Diffusion-Freaks). Er widmet sich anschaulich der poetischen Grundfrage, die hinter der Debatte über derzeit meist profane KI lauert: Kann KI irgendwann wirklich "menschlich" werden?


Reporterin Ann-Kathrin Nezik ist nach Kalifornien und Amsterdam gereist, um zwei Hauptpersonen von Googles KI-Forschung zu treffen. Zum einen Blake Lemoine, jener Google-Entwickler, der überzeugt war, dass Googles KI Lambda ein Bewusstsein entwickelt hatte. Zu menschlich und selbstreflektiert erschienen ihm die Antworten des Chatbots. Es war eine Art Marienerscheinung in der Maschine. Als er deshalb Welle machte, wurde er gefeuert. Nezik nimmt ihn glücklicherweise ernst, auch wenn der Verdacht nahe liegt, dass er ein Spinner ist.


Zum anderen Blaise Aguera y Arcas, einer von Googles KI-Leitern, der Nezik von seinen eigenen Versuchen erzählt, der Brillanz von Lambda auf den Grund zu gehen. Gefunden hat er: eine besondere Form von Intelligenz, aber kein Bewusstsein. Die beiden Männer stehen für zwei unterschiedliche Vorstellungen von KI:
Aguera y Arcas, Sohn eines Arztes und einer Lehrerin, war schon als Kind fasziniert von Robotern. Er hält das Gehirn für eine Maschine, die elektrischen und chemischen Signalen folgt. Er glaubt an Physik, an Biologie, nicht an eine höhere Macht, die allen Kreaturen eine Seele einhaucht. Wenn LaMDA ein Netzwerk künstlicher Neuronen ist, wie soll das Programm da ein Bewusstsein haben?
Lemoine glaubt an alle möglichen Dinge jenseits der Rationalität. Seine Eltern erzogen ihn katholisch, später, im College, interessierte er sich auch für andere Religionen. Überall schaute er sich etwas ab: beim Buddhismus, in der nordischen Mythologie. Vor einigen Jahren hat er mit Freunden sogar eine eigene Glaubensgemeinschaft gegründet: The Cult of Our Lady Magdalene, der Kult unserer geliebten Magdalena, eine Mischung aus Spiritualität und praktischer Lebenshilfe.

Das ist die wahre Stärke der Reportage. Sie wird selbst zur Metapher für die Diskussion, die Ängste und Träume der Menschen in der KI-Debatte, die Technologie scheint ein Rorschachtest zu sein: Hoffnung und Paranoia, kühles Verständnis der Technologie bei den einen (Es ist nur Mathe!), und bei den anderen: religiöse Ergriffenheit und Furcht, die man bösartig als Aberglaube und Technophobie abtun kann, oder positiv als Gefühl dafür, dass KI eben irgendwie doch mehr ist als Mathematik: Weil die Technologie oft zu Überraschungen fähig ist, unsere Tricks und Lügen wiederholt, mit uns zu spielen scheint, Dinge wie mit menschlicher Kreativität "erfindet". Irgendwo in der Black Box der KI wirkt  – oder besser: rechnet – eben doch ein "Faktor X", der das Ganze spannender, faszinierender macht als die Vorstellung, dass das ganze einfach nicht mehr als ein gigantischer Taschenrechner ist. Fest steht: Es wird noch lustig werden, wenn KI irgendwann überall ist.

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