Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kuratoren aus Journalismus, Wissenschaft und Politik empfehlen
und kommentieren die besten Inhalte im Netz.

Du befindest dich im Kanal:

Technologie und Gesellschaft

Magdalena Taube
Redakteurin
Zum piqer-Profil
piqer: Magdalena Taube
Montag, 07.08.2017

"Ich schlafe mit dem Handy unterm Kopfkissen" – haben Smartphones eine ganze Generation zerstört?

Ein sonntäglicher Besuch bei einer befreundeten Familie: Die beiden Mädchen, 13 und 15 Jahre alt, legen ihr Smartphone kurz aus der Hand, um Kekse und Saft zu servieren, der jüngere Bruder (9 Jahre) zeigt mir ein Spiel, das er seit Tagen ununterbrochen zockt und der Kleine (6 Jahre) guckt beglückt Cartoons auf einem der vielen Digitalgeräte des Haushalts. "Durchatmen", denke ich, "das ist heute nun mal so." Spaß macht es nicht gerade und auch die Versuche, wenigsten über die Inhalte ins Gespräch zu kommen, "mit wem chattest du denn so, was schaust du denn da, was spielst du...", versanden recht schnell.

Können Technologien tatsächlich ganze Generationen prägen? Mit den Millennials – die erste Generation, die eine Welt ohne Internet nicht mehr kennt – , gab es die erste Kohorte, bei der das der Fall zu sein schien. Nun gibt es die iGen, geboren zwischen 1995 und 2012, die eine Welt ohne Smartphone nicht mehr kennen. Die Generationenforscherin Jean Twenge stellt ihre umfangreichen Analysen und ihr Konzept der iGen in dem Beitrag für The Atlantic vor. Ein ziemlicher Long Read mit vielen Zahlen. Doch es lohnt sich. Keine Spur von Kulturpessimismus und kein "Früher-war-alles-besser", zum Glück. Twenge, selbst Mutter von drei Mädchen, ist ehrlich interessiert an der neuen Teenager-Generation, die viel weniger ausgehen als ihre VorgängerInnen, den Führerschein später machen, später mit Sex anfangen und natürlich sehr viel online sind.

Eine erschütternde Beobachtung Twenges ist, dass Teenager heute unglücklicher sind und Depressionen verbreiteter. Obwohl sie ständig online sind, quält sie das Gefühl "left out" zu sein. Also nicht wirklich dabei: "Today’s teens may go to fewer parties and spend less time together in person, but when they do congregate, they document their hangouts relentlessly—on Snapchat, Instagram, Facebook. Those not invited to come along are keenly aware of it."

"Ich schlafe mit dem Handy unterm Kopfkissen" – haben Smartphones eine ganze Generation zerstört?
9,2
10 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Werde piqd Mitglied für unter 4€ pro Monat!

Kommentare 4
  1. Jannis Brühl
    Jannis Brühl · vor 4 Monaten

    Ich habe die Antwort eines Psychiaters auf den Twenge-Text gepiqt: www.piqd.de/technolog...

  2. Christian Fahrenbach
    Christian Fahrenbach · vor 4 Monaten

    Ach, ich freue mich, dass Du das so beschreibst und empfiehlst, denn jetzt lese ich es doch. Als ich den Artikel nur sah, dachte ich nur, dass ich keine Lust auf den drölften Generationenkampf rund um dieses Thema habe. Jetzt versuch' ich's doch mal. Danke.

    1. Magdalena Taube
      Magdalena Taube · vor 4 Monaten

      Ich weiß, es ist echt schwierig, mit der Generationenfrage :) Der Beitrag ist schon sehr zahlenlastig, aber das ist mir auch lieber als der 60-Jährige-Kulturjournalist, der aus der subjektiven Erfahrung heraus schimpft.

    2. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor 4 Monaten

      @Magdalena Taube der Beitrag ist sehr sehr gut sagt der Vater mit den 2 Teenagern zu Hause.