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Technologie und Gesellschaft

Gespräche mit mimetischen AI-Modellen von Verstorbenen

René Walter
Grafik-Designer, Blogger, Memetiker | goodinternet.substack.com

Irgendwas mit Medien seit 1996, Typograph, Grafiker, Blogger. Ask me anything.

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René WalterFreitag, 04.11.2022

Technology hat einen langen Artikel über künstliche Intelligenzen veröffentlicht, die die Persönlichkeitsmerkmale von Toten imitieren und in Erinnerung halten sollen – mimetische AI-Modelle von Verstorbenen.

In den vergangenen Jahren gab es mehrere aufsehenerregende Fälle von Menschen, die jüngst verstorbene Familienangehörige oder Partner mit der Hilfe von Chatbots simulierten, um ihre Trauer zu verarbeiten. Psychologen sind über die Effekte uneins, die ein solcher Chatbot auf Trauerarbeit, in der Verlust akzeptiert und in die eigene Persönlichkeit integriert wird, haben kann, und sprechen neben einer Milderung des Verlustschmerzes auch von der Illusion von Lebendigkeit, die die Trauerarbeit stören und im schlimmsten Fall verhindern. 

Nun, mit der Entwicklung der Technologie von realistischen, digital simulierten Stimmen, in denen ich mit ein paar Minuten an Audiomaterial jede menschliche Stimme imitieren kann, beginnen Start-ups mit der kommerziellen Verwertung dieser Simulation der Toten. So bietet etwa das Start-up HereAfter AI einen Voice-Chat mit Verstorbenen an, und Amazon präsentierte im Juni die Simulation der Vorlesestimme einer toten Großmutter.

Addiert man die Entwicklungen im diesjährigen Sommer der Generative AI, in dem wir von der Vorstellung von Dall-E 2 bis zum Release von Stable Diffusion und der Flut an Imagegeneratoren inklusive Add-ons zur Bild-Synthesis von eigenen Charakteren und Konterfeis sowie den ersten Ausblicken auf Text-2-Video-Modellen konfrontiert sind, ist es nur eine Frage der Zeit, bis HereAfter AI seinen Voice-Chat nicht nur mit einer realistischen Stimme, sondern auch einem realistischen, animierten Abbild der verstorbenen Person anbieten kann. Menschen ist es dann nicht nur möglich, mit den Stimmen von Verstorbenen zu reden, sondern sie dabei auch zu sehen: Die Gedenkbilder der Toten der Zukunft sprechen mit uns und bewegen sich, als wären sie am Leben.

Aus ethischen Gesichtspunkten ergibt sich, wie so oft bei KI-Modellen, die Frage nach dem Einverständnis. Hätte ich Kinder und würde sterben, ich würde nicht wollen, dass sie sich einer Illusion der Lebendigkeit hingeben, sondern dass ihnen das Begreifen des Todes erleichtert wird. Andererseits würde ich ihnen die Möglichkeit auch nicht verweigern wollen, ihren großartigen, einmaligen, lustigen, oft peinlichen und immer unheimlich fantastisch klugen Vater digital zum Leben erwecken zu können – nach einer Zeit der Trauer, die notwendig ist, um den Verlust zu verstehen. Technologien wie die von HereAfter AI sind zwar ein weiterer Weg, um den Tod aus der Gesellschaft zu verbannen, aber auch eine Möglichkeit, verstorbene Personen als Simulationen in das Leben zu integrieren.

Zusätzlich zu Organspendeausweisen tragen wir möglicherweise schon bald auch Opt-In/Outs für mimetische KI-Modelle bei uns. Man kann nie wissen.

Gespräche mit mimetischen AI-Modellen von Verstorbenen

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