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Dienstag, 19.02.2019

Geleaked! ARD-Neusprech oder moralisches Framing oder ARD-Propaganda

Es ist ein spannendes Dokument. Das Gutachten von Elisabeth Wehling (Autorin von dem Buch: Auf leisen Sohlen ins Gehirn). Darin werden Vorschläge dargestellt, wie die ARD sich nach außen besser darstellen kann. Manche nennen es Propaganda. Doch dieses Wort ist seit den Nationalsozialisten negativ belegt.

Dieses Dokument wirbelt sehr viel Wind auf und wird bereits heftig diskutiert. Die Autorin hat selbst eine Darstellung zu dem Dokument ins Netz gestellt (siehe hier). 

Sie rechtfertigt sich zum Auftrag:

»Inhalt des Auftrages des MDR während seines ARD-Vorsitzes war es, die Kommunikation der öffentlich-rechtlichen ARD als Institution zu analysieren und auf Basis der wissenschaftlichen Erfahrung aufzuzeigen, welche Alternativen zu welchen Worten mit welchen Bedeutungsinhalten besetzt sind.«

Es lohnt sich, das Dokument zu lesen. 70 Seiten klingen zwar viel, doch es liest sich spannend wie ein Krimi und gibt einen Einblick, welche Gedanken sich die ARD-Oberen gerade machen.

Wir (die GEZ-Bezahler) bezahlen (Kosten inkl. Workshops 120.000 Euro, siehe hier) also dafür, dass die, die wir bezahlen, uns sprachlich so "framen", dass wir sie gut finden und ihnen zukünftig noch mehr Geld bezahlen. Dazu auf Netzpolitik.org (hier wurde es geleaked):

»Für eine öffentliche Debatte ist es aber wichtig, dass sich alle Interessierten aus der Diskussionsgrundlage informieren können. Das Gutachten wurde aus öffentlichen Geldern finanziert und sollte selbstverständlich auch nach dem Grundsatz „Öffentliches Geld, öffentliches Gut“ („Public money, public good“) allen Beitragszahlenden verfügbar sein.«

Spannendes Thema! Klare Lese-Empfehlung für alle, die in den jetzt aufkommenden Diskussionen die Originalquelle kennen wollen.

Geleaked! ARD-Neusprech oder moralisches Framing oder ARD-Propaganda
8,6
12 Stimmen
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Kommentare 20
  1. Stephan Beuting
    Stephan Beuting · vor mehr als ein Jahr

    Hallo Thomas Rehehäuser,
    ich mag piqd und bin dankbar für die Links. Bis jetzt war ich auch ausnahmslos zufrieden mit den Einordnungen durch die piqer. Hier aber ist meiner Meinung nach etwas schief gegangen. Mir wird hier ein Skandal angekündigt, der meiner Meinung nach keiner ist. Zum einen, ist das Dokument ist zwei Jahre alt. Zum Anderen erwarte ich von der ARD, dass sie ihre Außendarstellung professionell gestaltet. In Zeiten, in denen dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk die Legitimation abgesprochen wird, erwarte ich, dass dieser sich damit und mit einer adäquaten Außendarstellung auseinandersetzt.

    Entweder die Kritik daran noch einmal konkretisieren oder darüber nachdenken, wie man so etwas offen und weniger tendenziös zur Diskussion stellen kann.

    Stephan Beuting. Freier Journalist für überwiegend öffentlich-rechtliche Sender.

  2. Cornelia Gliem
    Cornelia Gliem · vor mehr als ein Jahr

    ist nur schon verdächtig dass ein 2 Jahre altes Dokument plötzlich geleakt wird - und gleich zum Öffentlich-Rechtlichen-Bashing genutzt...

  3. Hans-Jürgen Bucher
    Hans-Jürgen Bucher · vor mehr als ein Jahr

    "..das Dokument (...) gibt einen Einblick, welche Gedanken sich die ARD-Oberen gerade machen". Das Dokument gibt zunächst einen Eindruck, was eine überholte linguistische Theorie anrichten kann. Dass es Wörter sind, die unser Denken beeinflussen, ist in der Frame-Semantik seit den 70er Jahren überholt. Es ist nicht die Sprache sondern das Sprechen, auf das es ankommt. Nur durch diesen Kurzschluss kann Wehling ihre semantischen Taschenspielertricks verkaufen. Erstaunlich an der Geschichte ist aber auch die Karriere, zu der ein unbedarfter Journalismus ihr verholfen hat. Offensichtlich passt die kausale Wortakrobatik von Wehling perfekt in das journalistische Framing, demzufolge die AfD eine Kommunikationsphänomen ist. Folgt man dem Link im obigen Beitrag auf die Publikationsseite von Wehling, so fällt auf, dass sie nicht auf wissenschaftliche Beiträge - z.B. in relevanten Fachzeitschriften, verweist, sondern ausschließlich auf populärwissenschaftliche Bücher. Hat da kein Journalist mal genauer die wissenschaftliche Reputation überprüft. Der Fall Wehling ist auch ein Fall eines unkritischen Wissenschaftsjournalismus.

  4. Hans-Jürgen Bucher
    Hans-Jürgen Bucher · vor mehr als ein Jahr

    "..das Dokument (...) gibt einen Einblick, welche Gedanken sich die ARD-Oberen gerade machen". Das Dokument gibt zumächst einen Einblick, was eine überholte linguistische Theorie anrichten kann. Dass es Wörter sind, die unser Denken beeinflussen, ist in der Frame-Semantik seit den 70er Jahren überholt. Es ist nicht die Sprache sondern das Sprechen, auf das es ankommt. Nur durch diesen Kurzschluss kann Wehling ihre semantischen Taschenspielertricks verkaufen. Erstaunlich an der Geschichte ist aber auch die Karriere, zu der ein unbedarfter Journalismus ihr verholfen hat. Offensichtlich passt die kausale Wortakrobatik von Wehling perfekt in das journalistische Framing, demzufolge z.B. die AfD eine Kommunikationsphänomen ist. Folgt man dem Link im obigen Beitrag auf die Publikationsseite von Wehling, so fällt auf, dass sie nicht auf wissenschaftliche Beiträge - z.B. in relevanten Fachzeitschriften, verweist, sondern ausschließlich auf populärwissenschaftliche Bücher. Hat da kein journalist mal genauer die wissenschaftliche Reputation überprüft? Der Fall Wehling ist auch ein Fall eines unkritischen Wissenschaftsjournalismus.

  5. Jörn Klare
    Jörn Klare · vor mehr als ein Jahr

    Heute dazu eine, wie ich finde, guter Kommentar in der SZ:

    https://www.sueddeutsc...

    „Wer redliche Debatten fördern will, sollte sich dringend mit den Erkenntnissen und Werkzeugen der Linguistik vertraut machen.“

    Allerdings "ist" Elisabeth Wehling nicht, wie es dort heißt, „von der kalifornischen Universität Berkeley“. Sie war am entsprechenden Institut bis 2015 Postdoktorand und gründete später das von der University of California unabhängige Berkeley International Framing Institute in Berlin und Wien, was ja vielleicht auch als ein Framing der eigenen Art zu verstehen ist.

  6. Fabian Goldmann
    Fabian Goldmann · vor mehr als ein Jahr

    Die ARD oder Frau Wehling hätten einfach wie bei den unzähligen anderen Papieren dieser Art "Kommunikationsstrategie" oder so etwas anstatt den Hysterie-Trigger "Framing" drauf schreiben sollen.

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