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Technologie und Gesellschaft

1E9 Magazin
Denkfabrik für die Zukunft: Magazin, Community und Events rund um neue Technologien.
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piqer: 1E9 Magazin
Freitag, 13.12.2019

Für die Stadt der Zukunft könnten wir erstaunlich viel von den Städten der Urzeit-Bakterien lernen

Es ist zunächst ein Konzept für eine unwirtliche Zukunft, in der wir den Klimawandel nicht gestoppt haben. Der Experimentalphilosoph und Künstler Jonathon Keats untersuchte zusammen mit dem Fraunhofer-Institut, wie Städte an der Küste trotz des stark gestiegenen Meeresspiegels im Jahr 2100 oder gar 2300 bewohnbar bleiben könnten.

Inspirieren ließ sich Keats dabei von den ersten Städten des Planeten. Zumindest nennt er die Stromatolithen so. Das sind blumenkohlförmige Gesteinsformationen, die vor Milliarden von Jahren von frühen Mikroorganismen gebildet wurden: Schicht für Schicht, im Kollektiv und direkt an der Küste, wo es wegen des kühlenden Effekts des Wassers weniger extreme Temperaturen gab.

Die Gezeiten liefern Energie

Zusammen mit den Wissenschaftlern des Fraunhofer Instituts für Bauphysik IBP fand der Künstler zwei besonders vielversprechende Wohnformen für überflutete Städte: immer weiter wachsende Holzhäuser und Betongebäude an Masten. Im ersten Fall werden auf dem Dach Bäume gepflanzt, mit denen neue, höhere Etagen errichtet werden können, wenn tiefere Stockwerke wegen des steigenden Wassers unbewohnbar werden. Im zweiten Fall hängt das Haus an einem Mast und senkt und hebt sich mit den Gezeiten. Die Konzepte führen dazu, dass die Menschen nicht irgendwann aus den Städten fliehen müssen, sondern dort bleiben können.

Die Kraft der Gezeiten wird in beiden Fällen in Strom umgewandelt. Die Hochhäuser könnten außerdem zu kleinen Pumpspeicherkraftwerken, also: zu Batterien, verwandelt werden. Die Verdunstungskühlung des Wassers senkt trotz steigender Temperaturen den Energiebedarf für Klimaanlagen. Photovoltaikanlagen an den Fassaden sammeln auch vom Meer reflektiertes Sonnenlicht ein.

Das Konzept ist eine Warnung

So rund die Sache klingt, Jonathon Keats hofft, dass es nie nötig sein wird, solche Städte zu bauen. Er will mit seinem Projekt eher zu langfristigem Denken, zum Denken in Systemen und zur Verwendung eigentlich schon vorhandener, klimaschonender Technologien anregen. Damit wir die Ursachen des Klimawandels bekämpfen und uns nicht mit ihm arrangieren.

Für die Stadt der Zukunft könnten wir erstaunlich viel von den Städten der Urzeit-Bakterien lernen
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Kommentare 3
  1. Christoph Weigel
    Christoph Weigel · Erstellt vor etwa einem Monat · Bearbeitet vor etwa einem Monat

    "...untersuchte zusammen mit dem Fraunhofer-Institut, ..."
    die fraunhofer gesellschaft betreibt eine ganze reihe von themen-bezogenen instituten, die dann "fraunhofer institut für ..." heißen, und jeweils meist mehr als 50 mitarbeiter haben. aus dem teaser text geht nicht hervor, um *welches* fraunhofer institut es sich handelt, das mit jonathon keats zusammengearbeitet hat.

    spoiler: es handelt sich bei der arbeit von jonathon keats um eine auftragsarbeit für eine ausstellungs-serie der fraunhofer gesellschaft. link: https://www.fraunhofer...

    1. 1E9 Magazin
      1E9 Magazin · Erstellt vor etwa einem Monat ·

      Im Artikel steht's dann drin: Es ist das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP, mit dem Jonathon Keats zusammenarbeitet.

      Und die Arbeit ist, genau genommen, nicht als Auftrag für die Berliner Ausstellung entstanden, sondern ist Teil eines längeren Projekts, zu dem es auch weltweit Ausstellungen gibt. Jonathon Keats hat eine Förderung des Artist in Lab Programm der Fraunhofer Gesellschaft bekommen. Der Link war auch im Artikel: https://www.art-design...

    2. 1E9 Magazin
      1E9 Magazin · Erstellt vor etwa einem Monat ·

      Zur Klarstellung haben wir das IBP im Piq oben ergänzt, damit keine Missverständnisse aufkommen. Danke für den Hinweis :)

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