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Technologie und Gesellschaft

René Walter
Ins-Internet-Schreiber seit 2005, Mit-Sachen-Auskenner seit 1974

Irgendwas mit Medien seit 1974|1996 (amateurish|professionell), Typograph, Grafiker, Blogger. Ask me anything.

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piqer: René Walter
Montag, 26.08.2019

Editierfähige Muster

Vera Linß und Marcus Richter im Gespräch mit Armin Nassehi über dessen neues Buch „Muster“ über die digitale Gesellschaft. Laut Nassehi ist das Digitale die Lösung für das Problem ungenutzter und durch Komplexitätssteigerung angefallene Datenmuster, die durch die systematische Datenerfassung in Bürokratie oder Kommerz entstehen. Wir hinterlassen seit circa 150 Jahren, grob seit der Erfindung des modernen Staatswesens, Datenspuren. Die Digitaltechnik ist eine Möglichkeit, um die Muster dieser Datenströme effizient sichtbar zu machen und zu verarbeiten. So weit, so schlüssig.

Ich behaupte, dass die Verarbeitung und Sichtbarmachung dieser Datenmuster nun der Manipulation und Verzerrung durch mannigfaltige Akteure unterliegt, ermöglicht durch deren Edit-Skills (Coding, Hacking, Viral-Produktion, Distribution, Fakes, und so weiter), und dass diese Sichtbarmachung und Bearbeitung durch alle eine Manipulation der kollektiven Psyche in nie gekanntem Ausmaß möglich macht.

Wenn das Digitale eine Lösung des Problems herumliegender Datenmuster ist, dann hat diese Problemlösung die manipulierbare Psychologie des Menschen und die Demokratisierung der digitalen Editierungs-Werkzeuge unterschätzt, was nun dank eben jener Digitaltechnik ebenso sichtbar wird, wie die von allen Usern aus sich gegenseitig verstärkenden und verändernden emotionalen Motiven verarbeiteten, manipulierten, verzerrten, interpretierten, gefilterten, geteilten und kuratierten Datenströme, anhand derer sich diese neue Gesellschaft synchronisiert.

Es ist diese Manipulationsfähigkeit und Editierung der Datenströme und damit die Manipulationsfähigkeit der gesellschaftlichen Synchronisation, die als massive Störungen wahrgenommen werden.Ich habe Nassehis „Muster“ noch nicht gelesen, bin aber sehr gespannt, ob er die Manipulation der Datenströme in seine Theorie der digitalen Gesellschaft mit aufnimmt und, falls ja, wie er diese beschreibt.

Editierfähige Muster
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Kommentare 2
  1. Thomas Wahl
    Thomas Wahl · Erstellt vor 28 Tagen ·

    Das scheint ein sehr interessantes und komplexes Buch zu sein, eben weil es nicht nur „das Schlimme“ in dieser Technologie sieht. Sie ist offensichtlich nicht ambivalenter als alle menschlichen Erfindungen - wohl aber viel komplexer (wie moderne Gesellschaften selbst auch):

    „So neu ist vieles nicht, sagt Nassehi also. Dann aber ist die Digitalisierung doch wieder der einzige Schlüssel, um sowohl die Gesellschaft zu verstehen wie die musikalischen Präferenzen des Soziologen. Der Autor wechselt zwischen Bewunderung, Erschrecken, Skepsis und Freude über die digitalen Maschinen. Das ist gut nachvollziehbar und unterscheidet sich wohltuend von all denen, die sich sicher sind, dass es sich bei der Digitalisierung um etwas bedenkenlos Gutes oder unerhört Schlimmes handelt.

    Nassehi möchte anhand der Digitalisierung die Gesellschaft neu entdecken, weil die digitalen Techniken für ihn selbst Techniken der Gesellschaftsentdeckung sind; ....“

    https://www.faz.net/ak...

  2. Achim Engelberg
    Achim Engelberg · Erstellt vor 28 Tagen ·

    Das könnte ein Buch sein, das auf den Schultern von Luhmann bzw. dessen Systemtheorie, unsere Epoche interpretiert.

    Mehr Originalton als im Radio gibt es in diesem Originaltext von Armin Nassehi:
    https://www.welt.de/de...

    Das Fazit:
    Man könnte fast sagen: Die Digitalisierung ist ein soziologisches Projekt, denn kaum etwas anderes tut (gute) empirische Sozialforschung: Sie rekonstruiert die Muster gesellschaftlicher Routinen, die diesen selbst nicht transparent sind.

    Wer am Ende die Anwender, die Nutznießer, die Gewinner und Verlierer der Digitalisierung sind, ist dann eine Frage, die sich daran erst anschließt. Das Problem ist die Gesellschaft selbst, nicht die Digitaltechnik. Zunächst muss man also erkennen, welches Problem die Digitalisierung löst: Das Problem ist die Unerreichbarkeit und Unsichtbarkeit der Gesellschaft für sich selbst.

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