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Technologie und Gesellschaft

Anke Domscheit-Berg
Publizistin, Unternehmerin, Aktivistin
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piqer: Anke Domscheit-Berg
Sonntag, 27.03.2016

Die Welt der Microroboter: 6 Ameisen-Roboter (Gesamtgewicht ca. 100gr) ziehen ein Auto. Wow.

Roboter können alles mögliche: Cocktails mixen, Amazonpakete aus dem Regal räumen, Autoteile zusammenschrauben oder als selbstfahrendes Auto in der Gegend herumfahren. Immer breiter wird die Palette dessen, was Technologie längst besser kann als wir selbst und immer häufiger dient die Natur als Vorbild bei der Entwicklung von Innovationen. Ein großartiges Beispiel dafür sind die beeindruckenden Microroboter, deren Superkräfte denen von Insekten ähneln, die wie etwa Ameisen, ein Vielfaches ihres eigenen Gewichts mühelos hin- und hertragen können (man stelle sich vor, man versuche das mal selbst). An einer englischen Universität sind so winzige Roboter entstanden, die das Zweitausendfache (!) ihres eigenen Gewichts ziehen können - u.a. weil man die Hafteigenschaften von Geckofußsohlen nachbilden konnte. Als Steigerung dazu haben die Forscher*innen herausgefunden, wie sich Ameisen im Team verhalten, um gemeinsam noch größere Lasten zu bewegen. Und so entstanden die kleinen HighTech-Biester, die, auch wenn sie zusammen weniger wiegen als ein halbes Butterstück, zu sechst ein ganzes Auto von 1.800kg ziehen können. Das ist so viel, als zögen sechs Menschen den Eifelturm und dazu noch ein paar Freiheitsstatuen herum. In einem Video kann man diese Höchstleistung sehen. Noch sind sie dabei langsam, aber dennoch könnte man sich schon vorstellen im Pannenfall, statt einer ADAC Karte, künftig eine Schachtel mit Microrobots zu zücken und sich anstatt von den gelben Engeln einfach von Ameisenrobotern zur nächsten Werkstatt schleppen zu lassen.

Die Welt der Microroboter: 6 Ameisen-Roboter (Gesamtgewicht ca. 100gr) ziehen ein Auto. Wow.
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Kommentare 5
  1. Christoph Weigel
    Christoph Weigel · vor mehr als einem Jahr

    wirklich cool! als ich das erste mal von dieser schicken geschichte gehört habe, fiel mir die frage ein, wie wohl die zusammenarbeit dieser mini-robots implementiert ist. für alle technik nerds: bakterien koordinieren ihre zusammenarbeit mit 'quorum sensing', und bei pseudomonaden (nähere verwandte unserer eigenen coli-bakterien) ist auch bereits bekannt, wie sie damit umgehen, wenn sich einige kollegen nicht an der gemeinschaftlichen zusammenarbeit beteiligen: eine dosis cyanid (schaechter.asmblog.org/schaechte...)

    1. Anke Domscheit-Berg
      Anke Domscheit-Berg · vor mehr als einem Jahr

      Zyanid? Das klingt ja nach Bakteriendiktatur!

    2. Christoph Weigel
      Christoph Weigel · vor mehr als einem Jahr

      @Anke Domscheit-Berg oberflächlich gesehen: ja.
      aber es ist eine fein ausgewogene balance, die verhindert, daß sich einzelne bakterien, die sich unter bestimmten bedingungen der produktion gemeinschaftlich nutzbarer "güter" entziehen aber von ihnen profitieren, breitmachen. ich will gar nicht erst damit anfangen, daß auf unsere menschliche gesellschft zu übertragen, weil solche querschlüsse zumeist als querschläger landen. ich stelle nur fest, daß bakterien die kommunikation untereinander recht differenziert beherrschen, ohne miteinander hard-wired verbunden zu sein. daher mein interesse, besser verstehen zu lernen, wie die mini-robots miteinander so kommunizieren, daß sie gemeinschaftlich große lasten bewegen können.

    3. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor mehr als einem Jahr

      @Christoph Weigel Sehr spannend. Danke für die Ergänzungen!

  2. Marcus von Jordan
    Marcus von Jordan · vor mehr als einem Jahr

    Schachtel mit Microrobots? Für mich auch zwei!