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Technologie und Gesellschaft

Roman Mahr
Roman Mahr
Community piq
Dienstag, 05.02.2019

Der digitale Schatten aus der Vergangenheit - Reputation, eine soziale Zuschreibung

In einem Interview aus der aktuellen 'brand eins Thema: Reputation 2019' sprechen der Journalist Peter Laudenbach und Steffen Mau, Professor für Makrosoziologie, über 'Die Welt in Zahlen'.

Also darüber, was Reputation aus soziologischer Sicht ist, wie man sie beobachten, beurteilen und bewerten kann. Und natürlich auch darüber wie aus Algorithmen Scores werden.

Sesame Credit, Mylife.com und Compas in den USA, das chinesische Social-Credit-System, die deutsche Schufa, und auch ganze allgemeine Scores wie ein Gesundheits-Score oder Credit-Score werden erwähnt. Erwartbar komplex, dennoch klar zusammengefasst - Danke dafür; aber eben auch sehr irritierend und alarmierend.

Technisch ist nicht nur in China viel machbar, 'The Big Five' stehen China bestimmt nicht nach. Verbinden wir ganz grob unsere Social-Media-Daten mit unserem Bewegungsprofil, Gesichtserkennung, Gesundheits- und Kreditdaten mit den vielen anderen Metadaten des IoT, lassen daraus durch einen nicht öffentlichen Algorithmus einen sogn. Score erstellen, so erhalten wie vermutlich ein Ergebnis, dass uns eigentlich fürchten machen müsste, ob der Möglichkeiten zu Diskriminierung, Ausgrenzung, Einschränkung und Kontrolle jeglicher Art. Denn ein solches Scoring kann auch ganz unverblümt zur Verhaltenskontrolle eingesetzt werden.

Fraglich ist, ob ein solches Instrumentarium nicht besser unter staatlicher Kontrolle wäre, als es Unternehmen zu überlassen. Und ob dieses Szenario unvermeidbar ist (Was können wir tun?) und Staaten überhaupt aktuell eine Chance darauf hätten.

Wenn man die schöne, neue Datenwelt zu Ende denkt und davon ausgeht, dass Status-Daten eine immer größere Rolle spielen, liegt es im Interesse des Individuums, sich um gute Reputations-Scores zu kümmern. Wenn die zum verwertbaren Reputations-Kapital werden, muss man sich in Bezug auf die eigenen Daten unternehmerisch verhalten und zum Beispiel in bessere Bewertungen investieren.

Dies gepaart mit bspw. gekauften Fake-Bewertungen gruselt mich grad sehr.

Der digitale Schatten aus der Vergangenheit - Reputation, eine soziale Zuschreibung
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Kommentare 2
  1. Clara Westhoff
    Clara Westhoff · Erstellt vor etwa einem Monat · Bearbeitet vor etwa einem Monat

    sehr spannendes Interview! Die Übersetzung von Reputation in Zahlen vereinfacht zwar vieles, reduziert allerdings auch komplexe Sachverhalte. Das sollte man im Hinterkopf behalten

    1. Roman Mahr
      Roman Mahr · Erstellt vor etwa einem Monat · Bearbeitet vor etwa einem Monat

      Das ist völlig richtig! Noch wesentlich mehr werden diese schon vereinfachten, reduzierten Zahlen in Algorithmen (oftmals nicht transparent) weiter zu 'Fakten' transformiert, die dann selbst ggf. Auswirkungen auf die Lebensrealität von Individuen haben können. Gruselig halt und für mich absurd, deswegen in 'bessere Bewertungen investieren' zu sollen.