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Marcus von Jordan
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Donnerstag, 20.12.2018

...und noch ein paar "big data-Abgründe"

Eine Frau schreibt eine Rezension bei Amazon. Die wird abgelehnt mit der Begründung...

“account activity indicates you know the author personally.”

Aber die Frau und die Autorin des Buches kennen sich nicht. Einzige schlüssige Erklärung bleibt nach Recherche: Amazon hat Zugriff auf Facebook Daten. Und andersherum. Denn Facebook wiederum kann die Amazon Daten sehr schön gebrauchen, um dir und mir noch zielgenauer neue Kontakte vorzuschlagen. Z.B. Menschen, die den selben Psychologen besuchen wie du. Oder die Tante, mit der du dich vor 15 Jahren zerstritten hast.

The Times reviewed more than 270 pages of reports generated by the system (...). Among the revelations was that Facebook obtained data from multiple partners for a controversial friend-suggestion tool called “People You May Know.”The feature, introduced in 2008, continues even though some Facebook users have objected to it, unsettled by its knowledge of their real-world relationships. Gizmodo and other news outlets have reported cases of the tool’s recommending friend connections between patients of the same psychiatrist, estranged family members, and a harasser and his victim.Facebook, in turn, used contact lists from the partners, including Amazon, Yahoo and the Chinese company Huawei — which has been flagged as a security threat by American intelligence officials — to gain deeper insight into people’s relationships and suggest more connections, the records show.

Es ist völlig wahnsinnig, wie ungeniert Facebook Userdaten missbraucht. Hier ist noch ein Bericht darüber, wie eine Userin in einer Tour "location based ads" bekommt, obwohl sie Facebook längst verboten hat, sie zu lokalisieren. Ich frage mich, ob das in Deutschland auch so läuft und wer so etwas recherchiert und ob die DSGVO da irgendwas ändert. Weiß da jemand was dazu von euch?

Wann verlassen wir Facebook und Amazon. Ich habe beides erfolgreich auf eine absolute Minimalnutzung reduziert, aber kann mich noch nicht zum finalen Abschied entschließen.

...und noch ein paar "big data-Abgründe"
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Kommentare 7
  1. Du Egal
    Du Egal · vor 2 Monaten

    Schon erstaunlich, da gibt es seit Jahren Infos wie sich Amazon & Co. entgegen jeglicher Moral (Ausbeutung, Datenmissbrauch, Steuervermeidung an der Grenze des Legalen, Drohung mit Firmenabwanderung bei unliebsamen Gestzen, etc.) verhalten und selbst Autoren solcher Artikel unterstützen weiterhin diese dunkelsten Seiten des Kapitalismus! Traurig...

  2. Frederik Fischer
    Frederik Fischer · vor 2 Monaten

    Weil es so unfassbar ist, muss ich hier mal die Jahreszusammenfassung der Facebook-Skandale aus dem Social Media Watchblog reinkopieren.

    "Mark Zuckerberg hatte sich für 2018 vorgenommen, Facebook zu reparieren. Bei allem Respekt: das hat mal überhaupt nicht funktioniert. Im Gegenteil: Facebook hat eine atemberaubende Menge an Skandalen erlebt dieses Jahr. Man mag sich kaum vorstellen, dass das 2019 noch zu toppen sein wird. Mit Blick auf das Tempo, das Zuckerberg und Sandberg vorgeben, werden weitere (durchaus auch bewusst in Kauf genommene) Fehler aber wohl kaum zu vermeiden sein. Ich habe dieses Jahr meinen persönlichen Facebook-Account gelöscht und kann aufgrund der Vielzahl an Skandalen gut verstehen, warum derzeit viele andere KollegInnen und Freunde auch darüber nachdenken.

    Der Facebook-Cambridge-Analytica-Skandal (441)
    Der Facebook-Hack (491)
    Der Messenger-Bug (467)
    Die Schattenprofile bei Facebook (490)
    Die New York Times Recherche zu Soros und Sandberg (504)
    Der Facebook-Foto-Skandal (WIRED)
    Update: Facebook teilt Nutzerdaten mit Tech-Unternehmen (NYT)"

    Für die Links in Klammern: https://socialmediawat...

    1. Silke Jäger
      Silke Jäger · vor 2 Monaten

      Was Fb betrifft, glaube ich inzwischen, dass wir es mit mafiösen Strukturen zu tun haben. Ich fürchte, da wird noch sehr viel mehr an ganz schlechten Nachrichten kommen.

    2. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor 2 Monaten

      @Silke Jäger "Mafiöse Strukturen" klingen für mich nach planvoller Bösartigkeit. Ich fürchte, die Wahrheit ist viel schlimmer: Radikale Wurstigkeit im Umgang mit Daten. Facebook verfolgt keinen Masterplan außer Geld zu verdienen. Auf mich wirkt das Unternehmen immer wieder völlig überrascht davon, dass sich NutzerInnen/JournalistInnen/PolitikerInnen über die Praktiken aufregen. "Ist doch keiner gestorben (außer in Myanmar, aber außer Jack Dorsey weiß eh niemand wo das liegt). Was soll die Aufregung"? Die leben da auf dem Campus offensichtlich in einer anderen Realität.

    3. Silke Jäger
      Silke Jäger · vor 2 Monaten

      @Frederik Fischer Glaubst du nicht, dass die Daten für sämtliche Geheimdienste/EvilKnievels/machthungrige Politiker mit Privatcorps etc. dieser Welt super interessant sind? Wenn diese Wurstigkeit dazu geführt hat, dass strafrechtlich relevante Dinge passiert sind, wie steuerbar ist Facebooks obere Etage durch Leute, die dazu mehr wissen? Zumal, wenn Geld winkt. Zumal, wenn man als AG seinen Stakeholdern Erfolge liefern muss.
      Ich nehme Fb diese "Upps!"-Nummer nicht mehr ab. Mag aber auch daran liegen, dass ich ziemlich direkt mitkriege, welche Auswirkungen Fbs Verhalten auf demokratische Prozesse in UK hat. Klar, das ist nicht Fb allein. Aber ich finde es höchst auffällig, wenn Fb-Mitarbeiter unter Eid falsche Aussagen vor Parlamentsausschüssen machen, wie Richard Allan am 27. Nov getan hat. Wenn du mal eine Stunde Zeit hast, schau dir mal die Aufzeichnung des letzten Teils dieser Anhörung an. Elizabeth Durham, die Chefin der UK-Datenschutzbehörde, erklärt, was sie über Fb gelernt hat und nach ihr entlarvt Ashkan Soltani (former FTC CTO and Obama Whitehouse Senior Advisor) Allan. https://parliamentlive... Seitdem ich das gesehen habe, glaube ich nicht, dass das alles nur mit Wurstigkeit zu erklären ist.

    4. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor 2 Monaten

      @Silke Jäger Danke für den Hinweis. Stoff für die Feiertage:)
      Gerade Brexit und CA sind aber doch gute Beispiele dafür, dass FB da nicht groß involviert war. Diese Desinformationskampagnen funktionierten völlig ohne Zutun FBs (außer Beratung). FB stellt einfach die perfekte Infrastruktur für diese Form von Propaganda und verdient blendend von entsprechender (bezahlter) Nutzung. Aber vielleicht geht es genau darum in der Anhörung? Dann behaupte ich sofort das Gegenteil. Nicht falsch verstehen: Ich halte Facebook für ein höchst problematisches Unternehmen, dass sehr, sehr gerne auf Zwergengröße gesundreguliert werden darf denn selbst wenn kein "evil genius" hinter diesen Machenschaften steckt, gibt es keine Entschuldigung für diese unfassbare Masse an Skandalen.

    5. Silke Jäger
      Silke Jäger · vor 2 Monaten

      @Frederik Fischer Ich habe den Eindruck, wir alle hängen noch zu sehr an dem Bild, das die Facebook-PR-Abteilung uns über Jahre hinweg eingeflüstert hat. Ich glaube zwar auch nicht, dass es einen evil genius gibt. Aber ich bin überzeugt, dass Menschen verführbar sind. Und Menschen mit viel Geld und Macht ganz besonders.
      Und ich denke, FB hat einen ziemlich großen Wert für Kräfte, deren oberstes Ziel nicht die Mehrung von Gemeinwohl ist. Die werden schon ordentlich baggern. In China kann man auch sehen, dass Fb Vorgaben von Regierungen umsetzt, bei denen es uns mit unserem Wertehintergrund gruselt.

      Trotzdem hoffe ich sehr, dass ich mich irre.

      (Und oben habe ich mich auch schon geirrt: Elizabeth Denham heißt die Datenschützerin übrigens, nicht Durham. Meine Namensschwäche wieder ...;) )