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Uwe Baltner
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Uwe Baltner
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Donnerstag, 29.11.2018

Das Ende der Cebit: Wie eine Computermesse an der Digitalisierung scheiterte

Sascha Lobo sagt, die Cebit habe Geld verdienen wollen und sei daran gescheitert. Thomas Knüwer lässt seine Cebit-Jahre Revue passieren und sagt, die Messe hätte sich zur Konferenz wandeln müssen. Beide haben das Ende lange vorhergesagt, beide sagen, die Digitalmesse sei an der Digitalisierung gescheitert. Gut, Lobo formuliert es eher so, als hätte er die Cebit gerettet, wenn man auf ihn gehört hätte.

Recht hat er trotzdem, was die Digitalisierung angeht. Letztendlich ist eine Messe eine analoge Veranstaltung, die auch ein analoges Geschäftsmodell verfolgt: Standplätze und Services für Aussteller verkaufen. Darum war ein Wandel der Messe zu einem Netzwerk-Event für die Digitalbranche (wie der SXSW oder den Online Marketing Rockstars) wohl kaum möglich bzw. zu finanzieren.

Ich habe die Cebit zwischen 2001 und 2010 besucht als Redakteur für chip.de. Und ich habe sie gehasst. Sie wirkte steril, unpersönlich und unfreundlich. Und mit den IT-lern wurde ich nie richtig warm. Ganz anders dagegen der Mobile World Congress in Cannes und dann in Barcelona. Auch von diesem lebhaften, manchmal chaotischen, aber immer sympathischen Event hätten sich die Cebit-Macher viel abschauen können. Ob das der Messe genügend Drive gegeben hätte, um neu durchzustarten, darf aber getrost bezweifelt werden.

Das Ende der Cebit: Wie eine Computermesse an der Digitalisierung scheiterte
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Kommentare 8
  1. Marcus von Jordan
    Marcus von Jordan · vor 11 Tagen

    ich könnte mir ja andersrum auch vorstellen, dass die Messe gerade in Zeiten der digitalen Vernetzung einen besonders wichtigen analogen, direkt-sozialen Zweck erfüllen könnte. Braucht halt vermutlich eine andere Denke in der Vorbereitung und im Ansatz und wie wir überall sehen, entsteht das Neue eben selten aus dem Alten.

    1. Uwe Baltner
      Uwe Baltner · vor 11 Tagen

      Absolut, es gibt ja jede Menge Messen, die super funktionieren. Das ist sicher auch themenabhängig, die digitale Gemeinde versammelt sich halt lieber anderswo, etwa bei der re:publica. Die Cebit hatte ja keinen Coolness-Faktor, sie war immer nur für ITler und die sind laut Gunter Dueck ja selbst die größten Bremser, wenn es um Veränderungen in Unternehmen geht.

    2. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor 11 Tagen

      @Uwe Baltner ...die republica ist ja wirklich nur ganz am Rande eine Messe und sonst eben Konferenz. Die Frage ist eben, ob etwas mehr Messe auch möglich ist. Denn ich stelle mir vor, dass der Bedarf nicht wegfällt - ich will als Verantwortlicher für einen bestimmten Unternehmensbereich irgendwohin gehen, wo ich mich anbieterübergreifend informieren kann, welche IT Lösungen für mich im Einsatz sind oder geplant sind. Und idealer Weise will ich auch Menschen treffen, die ähnliche Aufgaben haben und mit denen ich mich austauschen kann. Vielleicht braucht es kleinere, spezialisiertere Messen? Oder braucht es bessere inhaltliche Wegeführung und Planbarkeit im Vorfeld?

    3. Uwe Baltner
      Uwe Baltner · vor 11 Tagen

      @Marcus von Jordan Wenn ich mir unsere Messen hier so anschaue, dann sehe ich: Digitalisierung ist auf jeder Messe ein Thema, egal in welcher Branche, von Food bis Metallverarbeitung. Darum muss auch jede Messe einen Ansatz finden, die digitale Transformation abzubilden und Wege aufzuzeigen – sei es mit Konferenzen oder in anderer Form. Und da jede Messe digital wird, braucht es wohl am Ende keine Digitalmesse mehr. ;)

  2. Alwin Gerlach
    Alwin Gerlach · vor 11 Tagen

    Es ist fast nicht möglich, eine derart etablierte Messe zu versenken. Da waren echte Profis am Werk. Und diese sollten gehen.

    1. Uwe Baltner
      Uwe Baltner · vor 11 Tagen

      Ich glaube, dazu hat Sascha Lobo alles gesagt: Wenn man auf kurzfristigen Umsatz setzt, ist es unmöglich, eine Messe neu aufzustellen. Die "echten Profis" hätten schon vor 10 Jahren reagieren müssen... ;)

    2. Alwin Gerlach
      Alwin Gerlach · vor 11 Tagen

      @Uwe Baltner Die Anteilseigner eignen sich nicht für radikale Enwicklungen. Ergo, alles neu, Plattform.....

    3. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor 11 Tagen

      @Alwin Gerlach ich habe früher lange eine Hausmesse für einen Autokonzern gemacht und bin jetzt ums Eck involviert im die Neuaufstellung der Medientage Mitteldeutschland...deshalb interessieren mich mögliche "learnings" konkreter. Die Medientage München haben letztes mal konsequent auf neue, digitale Themen gesetzt und sind damit erstmal sauber an die Wand gefahren...finde es jedenfalls mal gar nicht so einfach konkret zu erfassen, was da jetzt obligate "Dos and Donts" sind...