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Technologie und Gesellschaft

Urheberrecht

Gründer von illegalen Filmportals müssen ins Gefängnis. Nicht in jedem Land sind die gleichen Inhalte im Netz rechtlich einsehbar. Das Internet stellt neue Herausforderungen an das Urheberrecht.

Weitere Informationen zum Thema Urheberrecht

Das deutsche Urheberrecht ist im Urheberrechtsgesetz (Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte) geregelt. Das Gesetz gilt für alle Objekte, welche unter den Begriff Kunst fallen. In jedem Land der Erde gibt es ein eigenes Urheberrecht. Die darin getroffenen Festlegungen können sehr unterschiedlich zu den deutschen Regelungen sein. In Deutschland ist im Urheberrecht eindeutig formuliert, dass es ein „Werk der Kunst“ schützt. Kunstwerke sind nicht nur literarische, musikalische oder bildhafte Objekte, also beispielsweise ein Roman, die Komposition eines Musikstückes oder ein Gemälde. Auch wissenschaftliche Leistungen und Erkenntnisse können in Deutschland unter dem Schutz des Urheberrechtes stehen. Entscheidend ist laut Gesetzestext, dass das Kunstwerk eine Originalität aufweist. In sein Werk muss der Schöpfer einen Teil seiner innersten Persönlichkeit einfließen lassen, damit die nach dem Gesetz geforderte Originalität tatsächlich entstehen kann. Eine Nachahmung eines Kunstwerkes, die allgemeine Verwendung von Sprache oder eine handwerkliche Technik besitzen nicht die Merkmale der geforderten Originalität und stehen deshalb nicht unter dem Schutz des Urheberrechtes. Der Zweck des Urheberrechtes ist es, originales geistiges Eigentum zu schützen und den Schöpfern dessen wirtschaftliche Verwertung sicherzustellen.

Das Urheberrechtsgesetz gewinnt in einem Zeitalter, in dem immer mehr körperliche Arbeit von Maschinen erledigt wird, einen besonders großen Stellenwert. Die Schaffung von geistigem Eigentum wird immer mehr zu einem Motor in der Wirtschaft. Während früher das Urheberrecht hauptsächlich für Künstler und Verlage in Anspruch genommen wurde, spielt geistiges Eigentum bei Geschäftsgründungen und bei der Erschließung neuer Marktbereiche eine immer größere Rolle. Doch damit nicht genug: Jeder, der heute mit dem Handy fotografiert oder ein Video macht, schafft eigenes geistiges Eigentum, das dem Urheberrecht untersteht. Die vielfältigen Möglichkeiten, die heute bestehen, um Texte, Musik und Bilder zu kopieren, kollidieren häufig mit dem Schutz, den das Urheberrecht für das geistige Eigentum gewährleisten sollte. Deshalb steht das geltende Urheberrechtsgesetz immer wieder in der Kritik, weil seine Regelungen den heutigen Anforderungen nicht mehr entsprechen. Für jeden Bürger ist es wichtig, sich mit dem Urheberrechtsgesetz zu beschäftigen, damit er im alltäglichen Umgang mit den Neuen Medien nicht mit den Urheberrechtsinteressen anderer kollidiert.

Ein Bildhauer, Maler, Literat oder auch ein Erfinder eines Computerspiels kann sein Werk vermarkten. Der Käufer eines Kunstwerkes erwirbt das Eigentum daran. Das Urheberrecht ist jedoch nicht verkäuflich. Es ist immer an die Person gebunden, die das Kunstwerk geschaffen hat. Der Urheber kann jedoch die Nutzungsrechte, die im UrhG geschützt sind, an den Käufer übertragen. Stirbt der Urheber, kann er sein Urheberrecht an seinem geistigen Eigentum an eine oder mehrere Personen oder an Institutionen seiner Wahl vererben. Legt er keine testamentarische Verfügung fest, kommt die gesetzliche Erbfolge zur Anwendung.

Die Dauer des Schutzes von geistigem Eigentum ist nicht unbegrenzt. In Deutschland legt das Urheberrecht eine Schutzfrist von 70 Jahren post mortem fest. Das bedeutet in der rechtlichen Praxis, dass ein Werk vom Urheberrechtsgesetz bis zum Tod des Schöpfers geschützt ist. Nach Ablauf des Todesjahres untersteht das geistige Eigentum zusätzlich für 70 Jahre den Festlegungen des geltenden Urheberrechtes. Nach dieser Frist fällt das geistige Eigentum unter die Gemeinfreiheit, das bedeutet, dass das Urheberrechtsgesetz keine Anwendung mehr findet.