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Technologie und Gesellschaft

Internetunternehmen

Google und Facebook sind jedem bekannt und Internet Start-Ups schießen in den Städten aus dem Boden. Artikel über neue Projekte von Google und co., Erfolgsgeschichten von Uber bis Pirate Bay und ihre Probleme und Herausforderungen.

Weitere Informationen zum Thema Internetunternehmen

Internetunternehmen sind in der Online-Wirtschaft tätige Unternehmen, wobei man sie prinzipiell in die Diensteanbieter und die online tätigen Vermarkter unterscheiden kann. Eine dritte Gruppe wären diejenigen Produktions- und Dienstleistungsunternehmen, die das Internet als zusätzlichen Kommunikations- und Verkaufskanal nutzen. Da praktisch jedes Unternehmen heute wenigstens per E-Mail Informationen austauscht, wäre jede Firma auf irgendeine Weise auch ein Internetunternehmen. So ist die Klassifizierung aber nicht gemeint.

Die Diensteanbieter unter den Internetunternehmen sind die Provider und Hoster, die Webdesigner und Online-Vermarkter sowie diejenigen großen Internetunternehmen, die essenzielle Dienste bereitstellen wie Browser-, Domain-, Verschlüsselungs- und E-Mail-Programme. Die Internetunternehmen, deren Geschäftsmodell auf dem Vorhandensein des World Wide Web basiert, betreiben Verkaufsplattformen, Nachrichten- und Datenportale. Viele Dienstleistungen funktionieren heute ausschließlich oder nur wirklich gut über das Internet. Darunter fallen die meisten Vermittlungsleistungen etwa im Bereich von Immobilien, Finanzanlagen, Krediten, Partnervermittlung, Recruiting und vieles mehr. Diese Dienstleistungen gab es früher schon, es gibt sie auch heute noch im “Offline”-Bereich, doch Internetunternehmen können sie deutlich effizienter und preiswerter anbieten. Die Preise einiger Dienstleistungen sind im Internet auf 15 bis 30 Prozent der Offline-Preise gefallen.

Internetunternehmen tragen inzwischen in erheblichem Maße zur Bruttowertschöpfung bei, allerdings ist der reale wirtschaftliche Zuwachs durch die Online-Wirtschaft nur schwer zu beziffern. Das liegt daran, dass Teile der Offline-Wirtschaft durch die Aktivität der Internetunternehmen schrumpfen, ohne dass es deswegen weniger Dienstleistungen gäbe. Sie verlagern sich nur hin zu den Internetunternehmen. Unumstritten ist jedoch, dass beispielsweise in Deutschland und Westeuropa die Internetunternehmen mehr zur Bruttowertschöpfung beitragen als etwa Branchen wie die Gastronomie oder der Bergbau. Wie bedeutsam das Internet generell geworden ist, zeigt eine Umfrage der Boston Consulting Group aus dem Jahr 2015 auf. Demnach würden Verbraucher zwar auf ihren Internetzugang verzichten, wenn sie dafür einen finanziellen Ausgleich erhielten. Dieser müsste aber in Deutschland durchschnittlich 2.622 Euro jährlich betragen. Immerhin gaben 55 Prozent aller Befragten an, dass sie eher auf Kaffee verzichten würden, als nicht mehr online zu surfen.

Einige global tätige Internetunternehmen sind milliardenschwere Konzerne, die viele neue Arbeitsplätze im Hochtechnologiesektor schaffen, hohe Umsätze generieren und teilweise durch ihre Quasi-Monopolstellung erheblichen Einfluss auf das wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Leben nehmen. Google, Amazon und Facebook sind die bekanntesten Beispiele. Die Position dieser Internetunternehmen ruft Institutionen wie die EU-Kommission auf den Plan, die eine stärkere Regulierung durchsetzen möchten. Das gelingt nur sukzessive und häufig zu langsam, weil sich noch nie eine Industrie so schnell wie heutzutage die Online-Wirtschaft entwickelt hat. Eine Studie von BITKOM und Köln Consult hat Anfang 2016 ermittelt, dass rund 90 Prozent aller deutschen Unternehmen ohne Internet praktisch nicht mehr gewinnbringend operieren könnten. Sie sind auf die Dienste der Internetunternehmen - angefangen beim E-Mail-Provider - dringend angewiesen. Monopole entstehen in der Online-Wirtschaft aber schnell, was die Machtposition großer Internetunternehmen erheblich stärkt.

Fachkräfte können sich über gestiegene Jobchancen in der Online-Wirtschaft freuen. Internetunternehmen beschäftigen überdurchschnittlich viele MitarbeiterInnen mit Hochschulabschluss, weil das erforderliche Fachwissen in diesem Bereich sehr komplex ist. Damit fördern im Internet tätige Unternehmen erheblich den Qualifizierungsstand der Berufstätigen, doch auch private und gewerbliche Nutzer gewinnen durch ihre Online-Aktivitäten erheblich an Know-how.