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Technologie und Gesellschaft

Cybercrime

Computer und Internet haben auch Verbrechern neue Möglichkeiten eröffnet. Ihre Methoden, Techniken und laufende Gerichtsverfahren sind hier Thema.

Weitere Informationen zum Thema Cybercrime

Der Begriff Cybercrime beziehungsweise Computerkriminalität/Cyberkriminalität beschreibt Straftaten, die unter Ausnutzung der Informations- und Kommunikationstechnik begangen werden. Umgangssprachlich wird er außerdem für Handlungsweisen verwendet, die im Zusammenhang mit Computern stehen und zwar keine Straftaten, aber doch rechtswidrige Handlungen darstellen. Die Zuordnung hängt davon ab, ob am Tatort gewisse, einschlägige Strafvorschriften existieren.

Cybercrime gliedert sich einerseits in Computerkriminalität, für die ein Computer mit oder ohne Internetnutzung eingesetzt wird, andererseits in Internetkriminalität, die auf der Nutzung der Techniken des Internets basiert. Während Internetkriminalität mitunter auch Vergehen und Straftaten meint, die auch ohne Internet möglich wären, so beispielsweise Belästigung oder die Verbreitung von verbotenen Inhalten, bezieht der Begriff Computerkriminalität sich auf den Kontext der elektronischen Daten. Cybercrime im Sinne des Deutschen Bundeskriminalamts meint Phänomene und Ausprägungen, bei denen Elemente der elektronischen Datenverarbeitung (EDV) von nicht zu unterschätzender Bedeutung für die Ausführung der Tat sind. Unter dem Begriff Cybercrime versteht das BKA die Themen Computerbetrug, Datenveränderung, Computersabotage, das Ausspähen oder Abfangen von Daten, die Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung, die Fälschung von Daten sowie den Betrug mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiensten. Außerdem umfasst der Begriff Cybercrime beziehungsweise Computerkriminalität die Delikte, in denen das Tatmittel Internet verwendet wird, so beispielsweise in Form von Digitalerpressung, Phishing im Bereich Onlinebanking, Straftaten mit DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service) oder dem Herstellen, Verbreiten, Überlassen oder Verschaffen von "Hacker-Tools".

2012 wurden in Deutschland 63.959 Fälle von Cybercrime erfasst. Die Fälle von Computerbetrug fielen um 7,13 Prozent, ebenfalls die Fälle des Betrugs mit Zugangsberechtigung zu Kommunikationsdiensten. Zugenommen haben Delikte der Fälschung beweiserheblicher Daten, der Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung sowie Datenveränderung und Computersabotage. An wie viel Bedeutung das Tatmittel Internet gewonnen hat, zeigt sich am Anstieg der Fälle von Internetkriminalität. 2012 verursachten allein Phishingangriffe im Bereich des Onlinebankings einen Gesamtschaden von 13,8 Millionen Euro. Außerdem verloren schon zwei Drittel aller deutschen Unternehmen durch Cybercrime Firmengeheimnisse. Kein Land verliert durch Cybercrime so viel Bruttoinlandsprodukt wie Deutschland. Jeder Zehnte ist Opfer von Cybercrime. Damit steht Deutschland auf Platz 2, hinter den erstplatzierten USA und vor dem drittplatzierten Frankreich.

Die Schäden bei den Straftaten Computerbetrug und Betrug mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiensten steigen kontinuierlich. 2011 entfielen Schäden in Höhe von 50 Millionen Euro auf den Bereich Computerbetrug und 21,2 Millionen Euro auf den Betrug mit Zugangsdaten zu Kommunikationsdiensten. Für Phishing im Bereich Onlinebanking belaufen sich die Schadenssummen auf etwa 4.000 Euro pro Fall. Phishing bildet nach wie vor den Schwerpunkt im Bereich Cybercrime. Laut der Symantec Corporation, einem US-amerikanischen Softwarehaus mit Hauptsitz in Mountain View, Kalifornien, USA, handelt es sich bei Deutschland mit einem Schaden von 24 Milliarden Euro durch bösartige Software (2012) um das betroffenste europäische Land. Inzwischen wurden - nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa - spezielle Polizeieinheiten mit der Bekämpfung von Cybercrime beziehungsweise Computerkriminalität/Cyberkriminalität beauftragt. Seit 2013 hat Europol, das Europäische Polizeiamt mit Sitz in Den Haag, eine eigene, spezielle Abteilung eingerichtet - das Europäische Zentrum zur Bekämpfung der Cyberkriminalität. Zu den Handlungsfeldern der "Digitalen Agenda" gehört die Schaffung einer europaweiten "European Cybercrime Plattform", das die grenzübergreifende Strafverfolgung von Computerkriminalität in der EU koordinieren soll.