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Samstag, 10.10.2020

Ethische Fragen zu einem Schwein mit Gehirn-Computer-Schnittstelle

Vor ein paar Wochen präsentierte Elon Musk den Prototypen einer Gehirn-Computer-Schnittstelle seiner Firma Neuralink. Implantiert wurde das Gerät dafür einem Schwein namens Gertrude, dessen Rüsselaktivitäten der Computer registrieren und in Töne umsetzen kann. 

Für den Auftritt gab es im Nachhinein einige Kritik. Unter anderem, weil die vollmundigen Ankündigungen von Elon Musk – zum Beispiel, dass sich das menschliche Gehirn irgendwann mit Künstlichen Intelligenzen verschmelzen lässt – wenig mit der tatsächlich gezeigten Technologie zu tun haben. Doch auch ethische Fragen stellen sich angesichts der Entwicklung von Gehirn-Computer-Schnittstellen bzw. Brain-Computer-Interfaces. Und genau um die dreht sich das Gespräch der IT-Sicherheitsexpertin Aleksandra Sowa mit dem Medienethiker Tobias Keber von der Hochschule der Medien in Stuttgart.

Aleksandra Sowa: Dr. Dr. Orsolya Friedrich vom Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin der Ludwig-Maximilians-Universität München forscht zusammen mit spanischen und kanadischen Experten am vom BMBF geförderten Forschungsprojekt „Interfaces“. Dabei werden u. a. Menschen dazu befragt, wie sie sich künftige BCI-Technologien vorstellen und welche Haltung sie dazu haben. „In ethischer Hinsicht ist es für mich auch wichtig, in der Bevölkerung nicht zu schnell zu hohe Erwartungen an die Technologie zu wecken – etwa im Hinblick darauf, verlorene Körperfunktionen ganz leicht durch BCI-Nutzung ersetzen zu können“, sagte sie der Zeitschrift medizin & technik. Was darf man realistischerweise kurz- und mittelfristig von der Technik erwarten? Sind die ethischen Diskussionen – gemessen an den realistischen Erwartungen – übertrieben?

Tobias Keber: Ja und Nein. Das Schüren zu hoher Erwartungen mit Versprechen, die man auf absehbare Zeit nicht halten kann, finde ich ebenfalls schwierig. Das ist auch ein Grund für berechtigte Kritik an der Science-Show von Elon Musk. Übertrieben finde ich eine ethische Diskussion dabei grundsätzlich nie. Wichtig ist nur immer, welche Fragen wie prominent debattiert werden. So ist beispielsweise beim autonomen Fahren jedenfalls in der öffentlichen Wahrnehmung (und abseits der eigens eingesetzten Ethik-Kommission „Autonomes Fahren“) fast ausschließlich das Trolley Problem debattiert worden, dessen Praxisrelevanz (jedenfalls im Moment) überschaubar ist. Näherliegende Fragen, etwa ob die Technik für alle und in jedem Kontext oder nur in bestimmten Bereichen zur Anwendung kommen soll, wurden vernachlässigt.

Auch die Frage, ob Technologien wie Gehirn-Computer-Schnittstellen vielleicht sogar grundsätzlich verboten werden sollten, da sie schließlich potenziell in Zukunft zur Manipulation von Menschen oder gar zu deren Tötung verwendet werden könnten. Doch Tobias Keber spricht sich gegen absolute Verbote von Technologie aus, die auch Chancen bietet, echte Probleme zu lösen, zum Beispiel Menschen mit Lähmung wieder gehen zu lassen.
Tobias Keber: Ich glaube, wir brauchen viel mehr von einer Haltung, wie sie Joseph Weizenbaum an den Tag gelegt hat. Im Ausgangspunkt grundsätzliche Begeisterung für Technik, aber stets kritisch und immer verbunden mit der am Anfang jeder Entwicklung stehenden Frage: Brauchen wir das? Zeit, über diese Frage nachzudenken, glauben wir angesichts des hohen Innovationsdrucks nicht mehr zu haben. Dabei nehmen wir den Zwang, technisch fortschreiten zu müssen als unumstößliche Naturgewalt wahr. Dieses Narrativ der Alternativlosigkeit ist meines Erachtens ein fataler Irrtum.
Ethische Fragen zu einem Schwein mit Gehirn-Computer-Schnittstelle

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