Kanäle
Jetzt personalisiertes
Audiomagazin abonnieren
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Reportagen und Interviews

Wie anfällig ist die deutsche Wirtschaft für Betrüger*innen?

Mohamed Amjahid
Buchautor und Journalist

Reporter, Kurator, Autor für deutsche und internationale Medien. Studium der Politikwissenschaft/Anthropologie. Themen: Weiße Mehrheitsgesellschaft, MENA, Autokratien, Kapitalismuskritik, Feminismus und kritische Theorie.

Zum piqer-Profil
Mohamed AmjahidMontag, 06.09.2021

Ich musste am Wochenende randomly an den Wirecard-Skandal denken und habe mich gefragt, wie viele ähnliche Fälle es in der deutschen Wirtschaftsgeschichte wohl gibt. Klar ist mir direkt der Dieselgate mit verschiedenen deutschen Autofirmen eingefallen, die vielen Bankenskandale, in denen auch viele deutsche Institute involviert waren kamen mir auch in den Sinn. Zufällig habe ich aber einen Fall entdeckt, den ich vorher gar nicht kannte und der die Frage aufwirft: Wie anfällig ist die deutsche Wirtschaft für Betrüger*innen? 

"Big Manni", so wurde und wird der süddeutsche ex-Unternehmer Manfred Schmider genannt, dessen Geschichte in diesem aktuellen Podcast von Business Insider erzählt wird. Big Manni hat nämlich Big Money mit einem riesigen Betrug in den neunziger Jahren gemacht. Unter dem Firmennamen "Flowtex" täuschte er Banken und Investoren und sammelte mehrere Milliarden Euro mithilfe einer auf den ersten Blick genialen Geschäftsidee: Leitungen und Rohre unterirdisch in Städten verlegen, ohne groß den Boden aufzureißen. Nur: Das Prinzip funktionierte aus technischen Gründen nicht, Rohre und Leitungen im Boden, die Beschaffenheit der Erde lässt so eine Methode oft nicht zu. Das kümmerte Big Manni aber nicht: 

Mit Flowtex verkaufte der badische Unternehmer Schmider zwischen 1994 und 2000 sogenannte Horizontalbohrmaschinen – das vermittelte er jedenfalls Banken, Kreditgebern, Leasinggesellschaften, Politikern, Geschäftspartnern und nicht zuletzt der Öffentlichkeit. Statt aber über 3000 Maschinen, die auf dem Papier angegeben waren, gab es letztendlich nur 270 Exemplare. Dahinter steckte ein ausgeklügeltes Schneeballsystem, das Schmider kurzzeitig zum erfolgreichsten Vorzeige-Unternehmer Baden-Württembergs machte – bis das Kartenhaus zusammenfiel.

Er blendete Politik, Wirtschaft und die High Society mit einem extravaganten Leben, Partys, mehreren Privatflugzeugen und einem eigenen Flughafen. Jahrelang schöpfte niemand Verdacht und ich glaube, dass dieses Beispiel schon gut beantwortet, wie anfällig die deutsche Wirtschaft, das Finanzsystem und auch die Wirtschaftspolitik für solche Betrüger*innen ist. 

Wie anfällig ist die deutsche Wirtschaft für Betrüger*innen?

Möchtest du kommentieren? Dann werde jetzt Mitglied!

Kommentare 1
  1. Maximilian Rosch
    Maximilian Rosch · vor 7 Tagen

    Sehr spannende Reihe, die Business Insider da aufgelegt hat. Da sind viele weitere hochinteressante Fälle dabei. Bei BetrügerInnen muss ich an einen anderen Podcast denken, in dem es um einen Fall aus Norddeutschland geht, dem "Fall Holt". Recherchiert und produziert von der NOZ https://www.noz.de/aud...

Bleib immer informiert! Hier gibt's den Kanal Reportagen und Interviews als Newsletter.

Abonnieren

Deine Hörempfehlungen
direkt aufs Handy!

Einfach die Hörempfehlungen unserer KuratorInnen als Feed in deinem Podcatcher abonnieren. Fertig ist das Ohrenglück!

Öffne deinen Podcast Feed in AntennaPod:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Apple Podcasts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Downcast:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Instacast:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Apple Podcasts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Podgrasp:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Bitte kopiere die URL und füge sie in deine
Podcast- oder RSS-APP ein.

Wenn du fertig bist,
kannst du das Fenster schließen.

Link wurde in die Zwischenablage kopiert.

Öffne deinen Podcast Feed in gpodder.net:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Pocket Casts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.