Kanäle
Jetzt personalisiertes
Audiomagazin abonnieren
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Europa

Noch ist die Medienfreiheit in Polen nicht verloren

Ulrich Krökel
Osteuropa-Korrespondent / Piqer für DLF-Europaformate
Zum piqer-Profil
Ulrich KrökelDonnerstag, 29.04.2021

Es ist still geworden um das Thema Medienfreiheit im Osten der EU. Als Reporter ohne Grenzen (ROG) vorige Woche die Rangliste der Pressefreiheit 2021 vorstellte, da machte vor allem die Rückstufung Deutschlands Schlagzeilen. Das war angesichts zunehmend gewalttätiger Angriffe auf Journalisten hierzulande verständlich. Der weltweite Überblick bei ROG beginnt allerdings mit dem Satz:

Die Corona-Pandemie verstärkte und festigte weltweit repressive Tendenzen: In Ungarn wurde die Verbreitung von „Falschmeldungen“ über die Pandemie ebenso unter Strafe gestellt wie in Malaysia.

Ungarn also, mal wieder. Gefühlt hat man das Land, in dem Premier Viktor Orbán seit seinem Amtsantritt vor elf Jahren eine "illiberale Demokratie" errichtet hat, in der EU schon abgeschrieben (ROG-Ranking 92 von 180). Dass die allermeisten Medien in Ungarn inzwischen staatlich kontrolliert sind, ruft in Europa meist nur noch ein Achselzucken hervor. Etwas anders verhält es sich mit Polen, obwohl Platz 64 in der Rangliste ebenfalls alle Alarmglocken schrillen lassen sollte. Schließlich lag das Land bei Amtsantritt der rechtsnationalen PiS-Regierung 2015 noch auf Platz 18!

Aber in Polen ist das Ringen um die Pressefreiheit noch keineswegs entschieden, wie im Februar eine konzertierte Protestaktion von Verlagen, Onlineplattformen, Radio- und Fernsehsendern belegte. Für einen Tag blieben die Bildschirme, Zeitungs- und Internetseiten leer und die Sender stumm. Die Aktion Medien ohne Wahl steht auch im Zentrum einer äußerst hörenswerten "Weltzeit" bei DLF Kultur. Polen-Korrespondent Florian Kellermann erklärt im Gespräch mit Moderatorin Isabella Kolar die Hintergründe. Anschließend liefert Reporterin Renata Nasseri Vor-Ort-Eindrücke aus dem westpolnischen Posen, die nachhallen und Hoffnung machen:

In den Regionen dürfen Journalisten noch relativ frei ihre Meinung äußern – erzählt Artur Boiński, Journalist und Chefredakteur einer Zeitungsbeilage der Posener Tageszeitung „Głos Wielkopolski“. [O-Ton Boiński:] „Als die Machthaber sich [kürzlich] entschieden haben, [Dutzende] regionale Zeitungen zu übernehmen, hatten sie vielleicht darauf gehofft, einen Propagandacoup zu landen, aber hier könnten sie sich verkalkuliert haben. Wenn man im Fernsehen in Warschau ein Dutzend Mitarbeiter rausschmeißt, kann man unter den eigenen Leuten einen Ersatz finden. Aber hier in der lokalen Presse arbeiten Hunderte Journalisten. Es wäre also gar nicht so einfach, sie durch „politisch Korrekte“ zu ersetzen. Ein Leser von „Głos Wielkopolski“ ist an bestimmte Standards gewöhnt. Sollte die Zeitung zur Propagandapresse der PiS-Partei mutieren, kann er sie einfach aufhören zu lesen.“

Wer in Sachen bedrohte Medienfreiheit in Polen auf dem Stand der Dinge sein will, ist mit dieser "Weltzeit" bestens bedient. Wer tiefer einsteigen möchte, dem kann ich zusätzlich noch das das äußerst sehenswerte Polen-Quartett empfehlen, das sich Ende März mit der Frage "Wie ticken die Medien?" beschäftigt hat. Dabei handelt es sich um ein neues Gesprächsformat des Deutschen Polen-Instituts in Darmstadt.

Noch ist die Medienfreiheit in Polen nicht verloren

Möchtest du kommentieren? Dann werde jetzt Mitglied!

Bleib immer informiert! Hier gibt's den Kanal Europa als Newsletter.

Abonnieren

Deine Hörempfehlungen
direkt aufs Handy!

Einfach die Hörempfehlungen unserer KuratorInnen als Feed in deinem Podcatcher abonnieren. Fertig ist das Ohrenglück!

Öffne deinen Podcast Feed in AntennaPod:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Apple Podcasts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Downcast:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Instacast:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Apple Podcasts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Podgrasp:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Bitte kopiere die URL und füge sie in deine
Podcast- oder RSS-APP ein.

Wenn du fertig bist,
kannst du das Fenster schließen.

Link wurde in die Zwischenablage kopiert.

Öffne deinen Podcast Feed in gpodder.net:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Pocket Casts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.