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Medien und Gesellschaft

Das Archiv der Unterdrückung

Mohamed Amjahid
Buchautor und Journalist

Reporter, Kurator, Autor für deutsche und internationale Medien. Studium der Politikwissenschaft/Anthropologie. Themen: Weiße Mehrheitsgesellschaft, MENA, Autokratien, Kapitalismuskritik, Feminismus und kritische Theorie.

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Mohamed AmjahidMontag, 11.10.2021

Mir hat dieser Beitrag im politischen Feuilleton des Deutschlandfunk Kultur sehr gut gefallen, weil er auf relativ kurzer Strecke eine gute Einführung in die Nutzung alter, rassistischer Bilder in der europäischen Kultur und Geschichtsschreibung gibt: 

Besonders bedrückend wirkt auf mich, dass an die hässliche Fratze, wie es der polnischsprachige Schriftsteller Witold Gombrowicz sagen würde, nicht nur die Macher selbst, sondern auch diejenigen glauben sollen, denen man sie aufsetzt. Nicht nur wir, sondern auch sie selbst sollen daran glauben, dass sie dumme Wilde sind.

Der Autor Stanislaw Strasburger spricht auch ein "Archiv der Unterdrückung" an, das bis heute wirkmächtig Menschen als Fremde markiert und eben die Fremden selbst in eine gesellschaftliche Ecke drängt, in der sie anders gemacht werden. Als Beispiel nennt Strasburger die Erzählung zur vermeintlichen Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus

Solange wir mit solchen Archiven hantieren, hindern wir als Gesellschaft und als Land uns massiv selbst daran, den Herausforderungen der globalen, mobilen Welt gerecht zu werden. Mit der Erwartung, wir müssten doch die Schlaubis sein, werden wir zahlreiche Menschen mitten unter uns als Fremde erleben. Mehr noch, wir werden uns selbst fremd bleiben.

Mittlerweile passiert es jede Woche, dass einzelne von Rassismus Betroffene Menschen von Internet-Trollen, vom rechten Feuilleton oder Boulevard-Kampagnen herausgepickt werden, um ihnen grundsätzlich die Legitimität abzusprechen, überhaupt zu reden oder zu agieren. Es scheint so, dass in einigen Redaktionen regelrecht ein Jahresplan aufgestellt wurde, um emanzipatorische Diskurse zu verunmöglichen, indem progressive Stimmen stummgeschaltet werden sollen. Mal orientieren sich diese Kampagnen an Fehlern, die die Betroffenen begangen und für die sie sich längst entschuldigt haben, manchmal reicht es aber auch, die vermeintlich falsche Herkunft zu besitzen oder Haltung zu vertreten. Rechtskonservative bis rechtsextreme Akteure bedienen sich gerne an diesem "Archiv der Unterdrückung", das ich als Begriff in mein Vokabular für meine eigene antirassistische Arbeit aufnehmen möchte. 

Das Archiv der Unterdrückung

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