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Reportagen und Interviews

Auch wenn die Russen kommen, muss die Katze gefüttert werden

Christian Gesellmann
Autor und Reporter

Geboren 1984 in Zwickau, Studium der Politikwissenschaft, Geschichte und Germanistik in Jena und Perugia. Volontariat bei der Tageszeitung Freie Presse, anschließend zweieinhalb Jahre als Redakteur in Zwickau. Lebt als freier Autor in Leipzig und Bukarest. Quoten-Ossi bei Krautreporter.

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Christian GesellmannMittwoch, 25.01.2023

Diese Folge des NPR-Podcasts "Rough Translation" wabert seit Tagen warm und traurig in mir nach wie die letzten Sonnenstrahlen eines Herbsttages. Erzählt wird die Geschichte von Pavel Kuljuk, der in einem Dorf in der Nähe von Kramatorsk in der Ukraine ein zurückgezogenes Leben mit seiner Frau, drei Katzen und einem Garten führt. Kuljuk erlebte in seiner Kindheit ein schweres Trauma und hält sich deshalb aus den Geschäften der Menschen lieber raus. Ausgerechnet er bewirbt sich nun auf eine Stellenanzeige als Reporter bei The Daily Catch, einem hyperlokalen Onlinemagazin in Red Hook, USA, das für die Leser*innen eines Einzugsbereichs gestaltet ist, in dem gerade einmal 1000 Menschen wohnen. 

Pavel war noch nie in Red Hook oder gar in den Vereinigten Staaten, ist das Gegenteil von dem, was Chefredakteurin Emily Sachar sucht, und trotzdem wird daraus so viel mehr als beide je erwartet hätten. Zunächst einmal ist Emily beeindruckt von Pavels Fähigkeit, in digitalen Datenbanken zu recherchieren und zu entdecken, "was die Einheimischen übersehen". Er kriegt den Job. 

Als das russische Militär immer mehr Gebiete in der Ostukraine erobert, bittet Emily Pavel, etwas Neues auszuprobieren und von vor Ort zu berichten. Dadurch ist Pavel gezwungen, seine Menschenscheu zu überwinden. Und obwohl in Red Hook zunächst niemand den Sinn darin erkennen kann, einen eigenen Auslandkorrespondenten im Lokalblatt zu beschäftigen, bringt Pavel den Krieg auf eine Weise in die Gemeinde, die sie nicht nur interessiert, sondern auch inspiriert. Am Ende der Geschichte steht eine ganz neue Definition dessen, was "Lokaljournalismus" in einer vernetzten Welt bedeuten kann. 

Denn ohne zu viel zu spoilern: Pavel weigert sich letztlich, über irgendetwas zu schreiben, was mit dem Krieg oder auch nur der Ukraine zu tun hat. Er möchte sich ablenken von diesem Krieg, sich vor ihm verstecken. Und es sind diese seine Gedanken, die – neben der ganzen Poetik nebenbei – am meisten berühren. Der Krieg macht aus Menschen Kämpfer und Opfer und Täter und Überlebende und Flüchtende. Aber man kann im Krieg kein Mensch sein. Und auch wenn die Russen kommen, sagt Pavel, muss die Katze gefüttert werden. 

Auch wenn die Russen kommen, muss die Katze gefüttert werden

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Kommentare 1
  1. Fabian Peltsch
    Fabian Peltsch · vor 6 Tagen

    Wunderbar.

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