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Hauke Friederichs
Journalist
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piqer: Hauke Friederichs
Samstag, 18.07.2020

Saudi-Arabien, Corona und das Erdöl

Die "große Pilgerfahrt" nach Mekka hat die saudi-arabische Regierung bereits im Juni 2020 abgesagt. Vier Monate zuvor hatte Riad bereits die »kleine Pilgerfahrt« ausgesetzt. Die Corona-Krise hat dazu geführt, dass neben den Einkünften aus dem Ölexport auch die zweit­wichtigste Einnahmequelle Saudi-Arabiens hart getroffen ist. Und so dürfte 2020 zum Epochenjahr der Geschichte des wahhabitischen Königreichs werden, denn der Fall des Erdölpreises seit Frühjahr verringerte die Staats­einnahmen so drastisch, dass der Monarch Salman in Riad die Steuern erhöhen musste und zu Sparmaßnah­men griff, um der Krise zu begegnen.

Wenn es um die Folgen der Corona-Pandemie geht, fällt der Blick deutscher Medien und Experten vor allem auf Europa und die Vereinigten Staaten, vielleicht noch auf China. Aber wie sieht es in Saudi-Arabien aus, einer der bedeutendsten Regionalmächte am Golf? Dieser Frage geht ein Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), einem ThinkTank aus Berlin, in einer neuen Studie nach.

Kronprinz Muhammad Bin Salman setzt dennoch sein teures wirtschaftliches Reformprogramm »Vision 2030« fort­ und verfolgt seine aggressive Außenpolitik gegen den Iran weiter. Auch den Krieg im Jemen setzt er fort. Das könnte aber das Königreich an die Grenzen seiner finanziellen Belastbarkeit bringen und die Regierung dazu zwingen, Prioritäten zu setzen.

"Parallel zum Auftreten der ersten Fälle verhängte die Regierung in den meisten Städten eine vollständige Ausgangssperre", schreibt Guido Steinberg von der SWP. Er hat die Umgang Saudi-Arabiens mit der Corona-Pandemie untersucht. "Reisen zwischen den Provinzen wurden untersagt. Schulen, Universitäten, Einkaufs­zentren, Restaurants, Moscheen und weite­re öffentliche Gebäude wurden ge­schlossen. Der internationale und nationale Flugverkehr wurde fast komplett eingestellt."

Anfang Juli 2020 waren bereits mehr als 200.000 Menschen in Saudi-Arabien an Covid-19 erkrankt, mehr als 2.000 gestorben. Das im Vergleich mit anderen Staaten im Nahen-Osten ausgezeichnete Gesundheitssystem stieß an seine Grenzen: Selbst Patienten mit Symptomen wurden abgewiesen. 

"Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sind in Saudi-Arabien bisher weitaus gra­vierender als die gesundheitlichen", schreibt Steinberg. "Dies gilt zwar fast weltweit, aber das Königreich wurde aufgrund seiner Wirtschaftsstruktur besonders hart getroffen. Fast 90 Pro­zent seiner Einkünfte stammen aus dem Erdöl­export, und die Ölpreise fielen seit März auf das niedrigste Niveau seit Jahr­zehnten."

Die Folgen der Corona-Pandemie dürften Saudi-Arabien stark verändern und damit auch einen wichtigen Partner der deutschen Außenpolitik in der Region.

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