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Putin, Carl Schmitt und das "Staatsprojekt" Ukraine

Jannis Brühl
Redakteur
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Jannis BrühlDonnerstag, 14.04.2022

Aus der beliebten piq-Reihe "Welche Ideologie herrscht im Kreml" fand ich noch dieses Stück aus der SZ erhellend. Volker Weiß, Historiker und Fachmann für die "Neue Rechte", analysiert in diesem Stück den Glauben des russischen Ideologen Alexnader Dugin und seines neoimperialistischen Umfelds, Russland habe kaum eine Wahl, als Imperium zu sein und dafür Krieg in der Ukraine zu führen. Weiß räumt ein, dass Dugins Einfluss auf Putin wohl vernachlässigenswert sei - sich die Weltbilder der beiden aber ähnelten.

Das Verständnis, das diese Ideologen von ihrem Land haben, sei geprägt von der fixen Idee, alles in Europa drehe sich um Deutschland einerseits und Russland andererseits. Westorientierung oder Ostorientierung (die USA und ihre Bündnis haben aus dieser Sicht ohnehin nichts auf dem Kontinent zu suchen):

Russland müsse als Ordnungsmacht seine schützende Hand über Osteuropa halten, heißt es... Alternativ drohe das Chaos. Gleich zu Kriegsbeginn wurde dort diskutiert, was nach dem Sieg mit dem Territorium der Ukraine geschehen solle. Russen und Ukrainer, das sagt auch Putin, seien „ein Volk“, die Ukraine nur ein „Staatsprojekt“. Angesichts von historischen Gebietsansprüchen durch Ungarn, Rumänien und Polen sei es die Aufgabe Russlands, für Stabilität sorgen

Besonders die Definition  - bzw. Degradierung - der Ukraine zum "Staatsprojekt", also zu einer Art hastig improvisiertem Start-up (Staat-up?) ohne Substanz finde ich erhellend. Ähnlich wie Dugin und Konsorten argumentiert Weiß zufolge auch jener Teil der deutschen Rechten, der Purins Argumentationen blind übernimmt und mit seinen eigenen Verschwörungserfindungen mischt. Dann taucht ein guter Bekannter aus der deutschen Geistesgeschichte auf: Carl Schmitt und sein 

"Interventionsverbot für raumfremde Mächte“, das jedem Land mit Großmachtanspruch einen Freifahrtschein ausstellt, sich straflos kleinere Nachbarn einzuverleiben (und das sich, fiel mir auf, auch in der US-Monroe-Doktrin widerspiegelt).


Kluge Gedanken zu den verschiedenen Einflüssen, die Großmachtdenken befeuern und rechtfertigen sollen, und wie sich russische Rechte dafür bei deutschen Intellektuellen und den Kriegen der USA bedienen.

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Kommentare 2
  1. Cornelia Gliem
    Cornelia Gliem · vor 6 Monaten

    letztendlich sind das Widergänger des nationalistischen Großmachtdenkens des 19. und 20. Jahrhunderts. und - ich bin Optimist - deren Rückzugsgefechte.
    Die starke internationale Verknüpfung derer, denen eigentlich nichts ferner liegen sollte als mit Nationalisten anderer Länder zusammen zu argumentieren / arbeiten, und die
    enorme mediale Aufmerksamkeit sind Anzeichen dafür, dass wir als Menschheit uns schon lange davon verabschiedet haben...

  2. Achim Engelberg
    Achim Engelberg · vor 6 Monaten

    Ergänzend sei dieser frei zugängliche Beitrag empfohlen:
    https://www.bpb.de/the...

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